Article note: Nicht so richtig gut, aber eine Lösung!

„Payments“. Jenes Wort sollte als Begründung ausreichend genug sein, um den Entwickler der beliebten App für Nahverkehrs-Informationen darauf aufmerksam zu machen, warum man jene aus dem Google Play Store warf. Mittlerweile hat sich zumindest geklärt, was sich das Unternehmen dabei gedacht hatte. Der Entwickler hätte demzufolge noch einmal Hand an die App legen müssen, damit eine Chance auf Wiedereinstellung bestanden hätte.

Allem Anschein nach werden Fans der App aber auch weiterhin darauf warten müssen, Öffi auf dem offiziellen Weg über den Google Play Store installieren oder updaten zu können. Mittlerweile ist es so, dass der Entwickler von Öffi, der eh schon zahlreiche Open Source-Komponenten einsetzte, seine App in Version 10 GPLv3-lizenziert. Der Quellcode der App vom Entwickler auf GitLab offengelegt und parallel ganz offiziell zum F-Droid-Repository (hier erhältlich) hinzugefügt.

Danke Jan! 

-> Zum Beitrag Öffi: App nun unter GNU General Public License 3 und offiziell über F-Droid verfügbar

-> Zum Blog Caschys Blog

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Article note: #puhhh + #buhhhh?
Schulunterricht: Mit freundlicher Unterstützung von Google, Facebook und der Telekom. CC-BY-NC-SA 4.0 Montage durch uns. Tafelfoto von stux

Als Richard Gutjahr von einer ZEIT-Tochterfirma gefragt wurde, ob einer seiner Artikel über Hatespeech für Schulmaterial verwertet werden darf, machte ihn ein Detail stutzig: Neben seinem Text sollte das Logo eines großen Rechtsschutzversicherers platziert werden. Der Journalist schaute sich die Broschüre „Medienkunde 2018/2019“ und die dazugehörige Internetseite etwas genauer an. Werbung im Klassenzimmer? In einem Blogeintrag beleuchtet er das trickreiche Konzept von „ZEIT für die Schule“ und dem dort bereitgestellten Unterrichtsmaterial.

Tipps für Schüler*innen über den sicheren Umgang mit Smartphones und Tablets – geschrieben von Google? Tatsächlich. In einer geschickt getarnten „Anzeigenveröffentlichung“ auf der Webseite hebt der US-Konzern hervor, wie „zum Beispiel“ Google-Projekte bei der Medienerziehung helfen können. Ein „Positiv­beispiel für eine besonders gelungene Integration digitaler Medien“ ist laut dem Google-Artikel dann der YouTube-Kanal einer Schule. Die Arbeitsblätter zu Fake-News werden „in Zusammenarbeit“ mit Facebook präsentiert. Die Telekom-Stiftung darf ihr Logo über eine Pro- und Contra-Liste des Smartphone-Einsatzes im Unterricht setzen.

Auf Nachfrage teilt DIE ZEIT Gutjahr mit, die Expertise der Kooperationspartner käme dem Projekt zu Gute und die inhaltliche Hoheit liege ausschließlich bei ZEIT für die Schule. Doch:

Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Denn auf der Webseite ZEIT für Schule, also jener Anlaufstelle, auf der man sich die ZEIT-Broschüren und -Arbeitsblätter herunterladen soll, stehen die erwähnten ZEIT-Artikel Seite an Seite mit gefärbten PR-Texten der Sponsoren. […] So gesehen lautet die vielleicht wichtigste Lektion, die Kinder und Jugendliche im Zusammenhang mit Gratis-Angeboten lernen sollten – egal ob sie von Google, Facebook oder DIE ZEIT stammen: There is no such thing as a free lunch.

Wer an Schulen wirbt, verfolgt damit klar kalkulierte, kommerzielle Absichten. Sei es direkt durch Verkaufsangebote (wie bei den Schnupper-Abo-Angeboten der ZEIT) oder indirekt durch langfristigen Image-Gewinn bei Kindern, Eltern oder Lehrern.

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Article note: Oder halt jetzt schon Brave benutzen …!

Google Chrome war ja mal ein Werbeblocker nachgesagt worden. Also dass einer kommen soll. Da lachten viele, ist Googles großes Geschäft das geschickte Verknüpfen von Daten und das Ausspielen und Handeln von Werbung. Aber – es wird tatsächlich einen Werbeblocker in Google Chrome geben – aber dennoch ein bisschen anders als von vielen gedacht.

Anfang 2018 will man Funktionen in Google Chrome eingebaut haben, die störende Werbung ausblenden soll. Was dabei störend ist, bestimmt nicht ihr, sondern es gibt da eine „Coalition for Better Ads„. Anhand deren „Standards“ (Google ist da Mitglied, ach was?) und in Verbindung mit der Industrie wolle man wirklich Störendes filtern. So werden Nutzer wahrscheinlich weniger Videos sehen, die automatisch losplärren und auch lange Popups und Countdown-Werbungen könnten geblockt werden.

Passenderweise hat Google direkt mit dieser Mitteilung auch die Möglichkeit freigeschaltet, dass Nutzer ihre Lieblingsseiten unterstützen können. Wie das funktioniert, beschrieben wir in diesem Beitrag. Webseitenbetreiber bekommen von Google ein Werkzeug in die Hand, mit dem sie die Möglichkeit bekommen, ihre Seite dahingehend anzupassen.

Liest sich natürlich nett. Was Google sich wahrscheinlich dabei denkt: Webseitenbetreiber könnten direkt auf Adsense umschwenken. Google hofft darauf, dass Nutzer keinen Dritt-Werbeblocker mehr nutzen – das bringt Kohle und sperrt Leute aus, die für Whitelisting bei großen Seiten Geld verlangen und auch Google und Co auf der Tasche liegen – Stichwort AdBlock Plus. Google selber wird übrigens nicht nur freche und aufdringliche Dritt-Werbung blocken, man setzt den AdBlocker natürlich auch bei Adsense an.

-> Zum Beitrag Google Chrome bekommt 2018 einen Werbeblocker -> Zum Blog Caschys Blog