geschätzte Lesezeit: 1 min

Derzeit verhandelt die Ampel-Koalition über ein Gesetz für die parteinahen Stiftungen von SPD, CDU und Co. Eine neue Studie analysiert die Bildungsarbeit der AfD-Stiftung – und zeigt, warum sie auf keinen Fall staatliche Förderung erhalten darf.

-

700 Millionen Euro erhalten die Stiftungen der demokratischen Parteien im Bundestag bisher jährlich, Tendenz steigend. Im Frühjahr urteilte das Bundesverfassungsgericht allerdings, dass die staatliche Förderung der Stiftungen verfassungswidrig ist, weil es dafür keine gesetzliche Grundlage gibt. Das will die Ampel-Koalition jetzt nachholen und verhandelt über ein Stiftungsfinanzierungsgesetz. Im Mittelpunkt der Beratungen steht auch die Frage, wie das Gesetz die Finanzierung der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung (DES) ausschließen kann.

Eine neue Studie von Arne Semsrott und Matthias Jakubowski für die Otto Brenner Stiftung analysiert ausführlich die Bildungsarbeit der DES. Zentraler Befund: Personal und Referent:innen der Stiftung sind tief in den Netzwerken der antidemokratischen Neuen Rechten verwurzelt. Die Finanzierung der DES durch Steuermittel kann verhindert werden, wenn die Förderung der Grund- und Menschenrechte als Entscheidungskriterium festgeschrieben wird. Dabei sollte auch bedacht werden, dass der zunehmende Extremismus in der AfD zur weiteren Radikalisierung der Stiftung beiträgt.

Bereits vor zwei Jahren hatten wir die Strukturen der DES beleuchtet und aufgezeigt, wie intransparent und informell die Finanzierung der Stiftungen bisher ablief. Ein Stiftungsfinanzierungsgesetz müsste dies ändern.

→ zur Studie bei der Otto Brenner Stiftung

Für eine informierte Zivilgesellschaft spenden

Unsere Recherchen, Klagen und Kampagnen sind essentiell, um unsere Politik und Verwaltung transparenter zu machen! So können wir unsere Demokratie stärken. Daraus schlagen wir kein Profit. Im Gegenteil: Als gemeinnütziges Projekt sind wir auf Spenden angewiesen.

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit!

Jetzt spenden!

Lobbyismus Kanzleramt traf nur fossile Lobby zum Heizungsgesetz

Am Freitag verabschiedet der Bundestag mit dem Heizungsgesetz das umstrittenste Gesetz der Wahlperiode. Welche Lobbyisten trafen die Bundesministerien dazu? Um an die Infos zu kommen, mussten wir auch das Finanzministerium verklagen.

Artikel lesen

geschätzte Lesezeit: 4 min

Notwendige Vorfrage einer jeden Publikation urheberrechtlich geschützter Werke ist: Wer kann eigentlich über die Publikation entscheiden, wer hat das Recht zur Veröffentlichung? Diese Frage ist nicht immer leicht zu beantworten.

Grundsätzlich steht dem Urheber das Recht zur Publikation zu (sogenanntes Erstveröffentlichungsrecht). Wer einen Text verfasst, einen Song komponiert oder eine Grafik gestaltet hat, erlangt das Urheberrecht und damit das Recht, über die Ver­öffentlichung und Verwertung des Werkes zu entscheiden. Wenn ein Werk mehrere Urheber hat, sind sie gemeinsam befugt (Miturheber).

Dies kann anders sein, wenn der Urheber Dienst- oder Arbeitnehmer ist und das betreffende Werk in Erfüllung seiner arbeits- oder dienstvertraglichen Pflichten entstanden ist (Arbeitnehmerwerk). Auch in solchen Konstellationen ist der Urheber zwar Inhaber des Urheberrechts. Es ist aber möglich, dass Veröffentlichungs- und Verwertungsrechte dem Arbeitgeber zustehen.

Merke: Es ist grundsätzlich unerheblich für die Zuordnung des Veröffentlichungsrechts, ob der Urheber angestellt, im öffentlichen Dienst beschäftigt oder ver­beamtet ist. Es kommt auf die Details des Beschäftigungsverhältnisses und die vertraglichen Vereinbarungen an. Zur sprachlichen Vereinfachung ist daher im Anschluss nur von Arbeitgebern, Angestellten und Arbeitsverträgen die Rede.

Arbeitgeber erhalten in aller Regel Nutzungsrechte an Arbeitnehmerwerken. Dies gilt für Werke ihrer Mitarbeitenden, wenn sie in Ausübung von deren arbeitsvertraglichen Pflichten entstanden sind (siehe § 43 UrhG). Denn hier, so der Hintergedanke, wurde der Urheber für die Werkschöpfung bezahlt, der Arbeitgeber trägt die Kosten und das wirtschaftliche Risiko. Allerdings gibt es – außer bei angestellten Programmiererinnen und Programmierern – keine gesetzliche Regelung, nach der der Arbeitgeber an Arbeitnehmerwerken stets vollumfänglich und zeitlich unbeschränkt sämtliche Rechte erhält. Daher sollte vertraglich geregelt werden, ob und welche Rechte der Arbeitgeber erhält. Wenn keine konkrete Vereinbarung getroffen wurde, muss diese Frage anhand der Umstände, also angesichts der Details des jeweiligen Arbeitsverhältnisses, beantwortet werden. Ob das Werk in der Arbeitszeit oder der Freizeit, im Büro oder zu Hause geschaffen wurde, sind lediglich Indizien für diese komplexe Abwägung. Für häufig entscheidende Detailfragen liefern sie keine konkreten Hinweise. Offen bleibt hierbei etwa:

  • Sind exklusive oder nur nicht exklusive Rechte übergegangen?
  • Für welche Nutzungsarten hat der Arbeitgeber, für welche die Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer die Rechte?
  • Für welche Dauer stehen die Rechte dem Arbeitgeber zu? Fallen sie zurück, wenn die Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer kündigt?

Gerade im Hochschulkontext werden erfahrungsgemäß oft keine konkreten vertraglichen Vereinbarungen über Nutzungsrechte geschlossen. Hierdurch entstehen schwer lösbare Fragen in Bezug auf Veröffentlichungs- und Verwertungsrechte. Hat die Hochschule beispielsweise die Nutzungsrechte an Vorlesungsskripten, die Lehrstuhlmitarbeitende erstellt haben, oder können diese selbst über Veröffentlichungen (z.B. auf der Website der Universität oder in einem Repositorium) entscheiden? Haben Hochschulen Rechte an wissenschaftlichen Beiträgen oder an Studien- und Forschungsarbeiten der Studierenden? Fallen Rechte bei einem Wechsel von Autorinnen bzw. Autoren zu einer anderen Hochschule oder zu einem anderen Arbeitgeber wieder an sie zurück?

Allgemeingültige Antworten auf diese Fragen gibt es nur in Sonderkonstellationen. Für Hochschullehrerinnen und -lehrer, also ordentliche und Honorarprofessorinnen und -professoren, Hochschuldozentinnen und -dozenten sowie Lehrbeauftragte, ist etwa anerkannt, dass sie in aller Regel selbst Inhaber der Rechte an ihren Arbeitnehmerwerken sind. Das gilt sowohl für Forschungs- als auch für Lehr­inhalte. Begründet wird diese Privilegierung u.a. mit der grundrechtlich geschützten Wissenschaftsfreiheit.

Für Studierende und wissenschaftliche MitarbeitendeFür andere Hochschulangehörige (wie vor allem wissenschaftliche oder studentische Mitarbeitende) gilt diese Privilegierung, die Hochschullehrerinnen und -lehrer genießen, generell nicht. Denn – so die Grundannahme – sie handeln im Rahmen ihrer dienstvertraglichen Pflichten grundsätzlich weisungsabhängig (in der Regel auf Anweisung ihres Vorgesetzten) und nicht im Rahmen freier wissenschaftlicher Forschung. Schaffen wissenschaftliche Mitarbeitende jedoch Werke außerhalb ihrer weisungsgebundenen Aufgaben, etwa im Rahmen eigenständiger Forschung (z. B. Doktorarbeiten), gilt dies wiederum nicht. Auch an Studienarbeiten und Klausuren etc. hat die Hochschule keine Rechte. Denn bei solchen Arbeiten handelt es sich nicht um Arbeitnehmerwerke. Über die Veröffentlichung und Verwertung solcher Arbeiten können Studierende, Doktorandinnen und Doktoranden und Mitarbeitende selbst entscheiden.

Bei Auftragsforschung und Drittmittelprojekten kann dies wiederum anders sein. Zuwendungsbescheide, Förderbedingungen oder vertragliche Vereinbarungen können durchaus Vorgaben für die in solchen Projekten entstehenden Publikatio­nen enthalten (wie Dissertationen, Papers etc.). DFG-Mittel sind beispielsweise häufig an die Bedingung geknüpft, Forschungsergebnisse als Open Access zu publizieren. Hierdurch wird die Publikationsfreiheit der Forschenden in gewissem Maß eingeschränkt.

Lizenz und Hintergrund dieses Textes

BMBF-Handreichung „Urheberrecht in der Wissenschaft“

Lizenzhinweis: Dieser Text stammt von Till Kreutzer und Georg Fischer. Er steht unter der offenen Lizenz CC BY-SA 4.0. Das bedeutet, dass der Text unter Beachtung der Lizenzbedingungen weitergenutzt und -verbreitet werden darf.

Der Text ist der neuen Handreichung „Urheberrecht in der Wissenschaft“ entnommen (hier S. 42-45). Gleichzeitig ist die neue Handreichung zu „Urheberrecht in Schulen“ erschienen. Beide stellt iRights.info in diesem Artikel näher vor.

Kostenloser Download der neuen Handreichungen

Beide Handreichungen sind auf dem Repositorium Zenodo veröffentlicht und zur leichteren Zitierweise mit DOI versehen. Auch bei iRights.info sind die PDFs hinterlegt.

„Urheberrecht in Schulen. Ein Überblick für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler“

„Urheberrecht in der Wissenschaft. Ein Überblick für Forschung, Lehre und Bibliotheken“

Sie möchten iRights.info unterstützen?

iRights.info informiert und erklärt rund um das Thema „Urheberrecht und Kreativität in der digitalen Welt“. Alle Texte erscheinen kostenlos und offen lizenziert.

Wenn Sie mögen, können Sie uns über die gemeinnützige Spendenplattform Betterplace unterstützen und dafür eine Spendenbescheinigung erhalten. Betterplace akzeptiert PayPal, Bankeinzug, Kreditkarte, paydirekt oder Überweisung.

Besonders freuen wir uns über einen regelmäßigen Beitrag, beispielsweise als monatlicher Dauerauftrag. Für Ihre Unterstützung dankt Ihnen herzlich der gemeinnützige iRights e.V.!

DOI für diesen Text: doi.org/10.59350/h0kf4-khe41 · automatische DOI-Vergabe für Blogs über The Rogue Scholar

geschätzte Lesezeit: 15 min

Introjektion – Was wir so alles schlucken

Rückblick

In der ersten Folge Depressionen #1 habe ich dir ein wohltuend anderes Modell der Depression vorgestellt. Dieses als Gegenentwurf zur offiziellen Sichtweise entworfene Modell ist:

Was sind Introjekte?

Introjekte sind Regeln, Ge- u. Verbote, Sätze, Normen, Werthaltungen, Erlerntes, Abgegucktes, Erfahrenes. Solche Regeln etc. werden uns vorgelebt, uns per Mahnung eingetrichtert, durch schlimme Erlebnisse in unsere Seele eingraviert, von Vorbildern freiwillig gelernt, geschluckt, verinnerlicht.

Manchmal reichen ein vorwurfsvoller Blick zur Decke, ein stummes Abwenden, ein Seufzer, Schulterzucken, eine Gestik, um ein Introjizieren auszulösen. Nicht selten sind immer wiederkehrende Wörter oder tagelanges bestrafendes Schweigen Anlässe, ein Introjekt auszubilden.

Introjektion ist ein wichtiger Lernvorgang. Aber wir übernehmen eine Menge unnützes und krank machendes Zeug und lassen uns davon behindern und fesseln.

Beispiel: Wenn dir immer wieder gesagt wurde, dass du nicht singen kannst, wirst du dich später für unmusikalisch halten. Dann hast du ein entsprechendes Muster oder Schema ausgebildet, welches immer wieder neu aktiv wird.

In den folgenden Kapiteln wirst du viele Beispiele für Introjekte und deren Wirkungen kennenlernen. Vielleicht sind dir einige von ihnen bekannt …

Depressive Symptome und ihre Introjekte

Im Folgenden betrachten wir die Symptome der Depression aus der Perspektive der Introjektion. Ich benenne jeweils als Erstes ein typisches Symptom der Depression. Dann beschreibe ich, welche mögliche Introjektions-Erfahrung dafür verantwortlich sein könnte.

Vielleicht hast du selbst ja so etwas Ähnliches ja erlebt. Oder du stellst dir einfach vor, wie ein Mensch wohl von der jeweils geschilderten Erfahrung geprägt worden sein könnte.

Selbstwert

Wenn du depressiv bist, leidest du vermutlich unter mangelndem Selbstbewusstsein, dir fehlt Selbstvertrauen, du fühlst dich wertlos. Stell dir vor, wie du dich fühlen, dich verhalten und welche Gedanken du haben würdest, wenn du als Kind immer wieder Folgendes erlebt hast:

  • Deine alleinerziehende Mutter hat sich oft beklagt, dass du genauso wie dein Vater bist.

  • In deiner Familie hieß es früher immer: Wir Wedekinds können anpacken, aber das Geistige ist nichts für uns!

  • Deine Großeltern hatten auf dem Spielplatz immer Angst um dich: Nein! Das kannst du nicht! Lass das! Geh von der Rutsche runter! Pass auf, das ist zu schwer für dich!

  • Du hast gestottert. Deine Lehrerinnen haben dich deshalb immer als dumm hingestellt.

  • Dein Vater hat dich oft geschlagen und dabei geschrien: Du bist der letzte Dreck!

  • Wenn du später mal heiratest, sagte deine Mutter zu dir, sei immer lieb zu deinem Mann, damit er dich nicht verlässt. Dein Papa hat sich ja auch was Besseres gesucht!

Kinder können viel aushalten und verarbeiten. Aber wenn ein Erlebnis zu massiv ist oder sich ständig wiederholt: Wie sollte es keine Spuren hinterlassen?! Ein so entstandenes Introjekt gräbt sich tief in deine Gedanken, Gefühle, deinen Leib und deine Verhaltensmuster ein. Es wird zu einem unveränderlichen Muster.

Vgl. auch Entwicklungstrauma – Wenn Menschen ein negatives Selbstbild prägt

Schuldgefühle

Während einer depressiven Erkrankung fühlst du dich vermutlich schuldig und verantwortlich. Du denkst, dass du dich falsch verhalten hast, dass du sowieso immer alles falsch machst. Vgl. Schuldgefühle bei Depressionen

Es kann nur an dir liegen, wenn es deinem Partner schlecht geht. Du bist schuld am Unglück deiner Mutter. Das Schulversagen deines Kindes geht auf deine Kappe. Vielleicht bist du auch der Meinung, dass du bestraft werden solltest. Stell dir vor, du hättest die folgenden Erfahrungen gemacht:

  • Deine Mutter ist bei deiner Geburt gestorben.

  • Deine Eltern haben sich getrennt, als du 5 Jahre alt warst. Damals hieß es, sie hätten sich so oft gestritten, weil du ein sehr schwieriges Kind warst.

  • Du hast einmal aus Wut und Eifersucht deinen kleinen Bruder die Treppe hinuntergestoßen. Auf jeder Familienfeier wird diese Geschichte erzählt, während dein Bruder sein deformiertes Handgelenk herumzeigen muss.

  • Deine große Schwester war in deiner Kindheit ziemlich krank. Du musstest immer Rücksicht auf sie nehmen. Wenn du mal protestiert hast, wurde dir gesagt, du solltest lieber dankbar sein, dass du nicht krank bist!

  • In der Kirche wurde gepredigt, dass Gott alles sieht, auch deine bösen Gedanken!

  • Noch heute empfindest du tiefe Schuld, weil du davon überzeugt bist, dass du den Priester, der dich sexuell missbraucht hat, dazu animiert haben musst. Das war doch so ein frommer Mann!

Negatives Denken

Für einen depressiven Menschen ist meistens alles Denken düster und hoffnungslos: Alles ist schlecht. Ich bin kein Teil dieser Welt! Ich bin anders und wertlos! Nichts klappt. Das Glas ist immer halb leer, der Urlaub schon halb vorbei. Auch für die Zukunft sieht der Depressive nur schwarz: Alles ist zu viel, ich werde das niemals schaffen! Alles ist hoffnungslos! Es wird etwas Schlimmes passieren! Vgl. Depression & Zeitgefühl – Zeitverlust und Stillstand

Falls du solche Gedanken kennst: Wie könnte ein derart negatives Denken in dein Leben geraten sein? Vielleicht durch Erfahrungen wie die folgenden?

  • Deine Eltern haben immer wieder zu dir gesagt wie: Ach, das Leben …! Das bringt doch nichts! Du wirst sehen: Das geht schief!

  • Dein Vater hat dir beim gemeinsamen Essen oft eine gescheuert, wenn du dich seiner Meinung nach unangemessen verhalten hast. Das kam für dich oft wie aus heiterem Himmel. Das erzeugt das Gefühl: Etwas Negatives steht immer und überall unmittelbar bevor!

  • Du warst gerade 14, als dir dieser wahnsinnig tolle Typ gesagt hat, dass er in dich verknallt ist. Du schwebtest im 7. Himmel. Als du selig nach Hause kamst, erfuhrst du, dass vor einer Stunde dein geliebter Opa gestorben ist. Seitdem hast du immer Angst vor einer Katastrophe, nachdem etwas sehr Schönes passiert ist. Ja, du hast sogar Angst davor, etwas Schönes zu genießen.

  • Ein nahestehender Mensch aus deiner eigenen Familie hat dich sexuell missbraucht. Er hat dir eingeredet, dass du die Schuld daran trägst und es nicht besser verdient hast.

Peinlichkeit, Erniedrigung und Scham

Es ist dir super peinlich, wenn dir ein Missgeschick passiert. Gestern Abend hast du direkt nach der Betriebsfeier einen Fettfleck auf deiner Bluse bemerkt. Du denkst jetzt, dass alle hinter deinem Rücken schlecht über dich reden, dich auslachen und blöd oder dumm oder schlampig finden. Wenn du in einer Gruppe etwas sagen sollst und dich alle angucken, schämst du dich und hast Angst zu stottern oder rot zu werden. Vgl. Sozial-Phobien

Sollte dies so oder ähnlich auf dich zutreffen, hast du in deinem Leben vielleicht Erlebnisse wie diese gehabt:

  • Dein Geschichtslehrer hat dich oft vor allen anderen verspottet. Alle haben gelacht. Du bist jedes Mal dunkelrot geworden und hast dich furchtbar geschämt.

  • Am ersten Tag im Kindergarten hast du die Hose vollgemacht, so richtig voll, meine ich. Zwei größere Jungs haben sich vor der tollen Kindergärtnerin über dich lustig gemacht. (Ist mir passiert …!) Am ersten Schultag ist es dir wieder passiert. Am liebsten wärst du tot umgefallen. (Ist mir zum Glück nicht passiert …)

  • Als du 14 warst, warst du das erste Mal so richtig besoffen. Obwohl einige Freunde noch versucht haben, dich zurückzuhalten, bist du nackt durch eure Straße gelaufen und hast Weihnachtslieder gesungen. Du kannst dich daran zwar nicht erinnern, aber so wurde es dir anschließend berichtet. Danach konntest du jahrelang keinem in die Augen schauen: Könnte der oder die vielleicht wissen, was ich damals gemacht hab‘??! Auch an Orten und mit Personen, die mit diesem Ereignis nichts zu tun haben können, bist du unsicher und ängstlich. Du denkst vielleicht: Es gibt die verrücktesten Zufälle, es könnte ja sein, dass dieser Mensch damals dabei war!

  • Im Alter von 22 wurdest du von Unbekannten brutal zusammengeschlagen. Einer von denen hat auf dich uriniert. Du fühlst dich schmutzig und kannst niemandem zumuten, dich zu mögen. Du hast aus Scham noch niemals mit einem anderen Menschen darüber geredet. Auch deiner Therapeutin würdest du das nicht erzählen!

  • Als ich vor einigen Jahren nach dem Übersetzen mit der Fähre nach Göteborg äußerst dringend pinkeln musste, stellte ich mich in meiner Not auf dem riesigen Parkplatz, auf dem weder Baum noch Strauch stand, an einen Wegrand. Niemand war zu sehen, also fing ich an … und sogleich tauchte wie aus dem Nichts eine Kolonne von langsam im Abstand von 1,50 m an mir vorbeifahrenden Autos auf. Da es windig war, konnte ich mich nicht wegdrehen.

Viele geben auf Nachfrage zwar an, sich an derartige Situationen zu erinnern. Es ist ihnen aber in der Regel nicht bewusst, wie sehr sie von solchen Erlebnissen geprägt wurden. Besonders Situationen, in denen eine Person vor anderen bloßgestellt wurde, können sehr mächtig in einem nachwirken. Wie steter Tropfen einen Stein höhlt, kann eine negative Erfahrung, die immer wieder auftritt, deine Selbstsicherheit aushöhlen.

Vgl. auch Depressionen & Trauma – Depression durch Trauma ausgelöst?

Sätze über dich selbst

Ohne je darüber nachgedacht zu haben, bist du davon überzeugt, dass Andere wichtiger sind als du. Du zählst nur dann etwas, wenn du für Andere da sein kannst. Du lässt Anderen immer den Vortritt, weil alle es sowieso besser können als du selbst.

Extra für dich sollte die Gastgeberin jetzt bitte nicht die Rotweinflasche öffnen müssen. Bevor du dir eines von diesen köstlichen Desserts nimmst, zählst du ab, ob für alle genug da sind. Wenn dein Nachbar dein Auto braucht, gibst du es ihm selbstverständlich und sagst deinen eigenen Auswärtstermin ab.

Was meinst du, welche Erfahrungen könnten einem Menschen ein derartiges Nichtigkeits-Gefühl eingepflanzt haben? Z. B. die folgenden:

  • Gisela hatte einen älteren behinderten Bruder. Ihr Vater war bettlägerig, ihre Mutter war berufstätig und mit allem völlig überlastet. Alle Welt lobte Gisela dafür, wie erwachsen sie schon als Kind war und wie toll sie alles managte. Heute ist sie Lehrerin und muss sich zudem um ihren alkoholkranken Mann kümmern.

  • Vielleicht wurdest du als Kind schon dafür gelobt, wie gut du zuhören kannst und wie hilfsbereit du bist. Alle Freunde kommen zu dir, wenn sie ein Problem haben.

  • Du bist in einem streng religiösen Elternhaus aufgewachsen. Ständig wurde darüber gesprochen, ob man denn heute schon etwas Gutes getan habe, dass man erst nach allen anderen dran sei, dass man bescheiden sein müsse, ob gestern Abend auch für das Wohl der Anderen gebetet worden sei, dass jedes Wollen und Begehren eine Sünde sei. Nach Fehltritten deinerseits wurdest du nicht bestraft, aber deine Eltern haben dich dann immer mit sehr traurigen Augen angesehen. Und selbst Gott war maßlos von dir enttäuscht.

1001 Regeln

Ohne zu bemerken, wie sehr du dich selbst damit unter die Knute nimmst, achtest du immer peinlich genau auf all die wichtigen Regeln des Zusammenlebens. Du bist enttäuscht und manchmal auch voller Ärger über Leute, die diese Regeln einfach brechen. Ich kann mich anstrengen, wie ich will, denkst du dann vielleicht, aber auf mich nimmt niemand Rücksicht! 

Vielleicht wurde dir schon einmal die Frage gestellt: Woher und von wem hast du denn bloß dieses enge Regelwerk eingetrichtert bekommen?! Du kannst aber mit solchen Fragen gar nichts anfangen; denn du findest diese Regeln gut und richtig. Das Problem sind die anderen, die sich einen Dreck darum scheren, denkst du heimlich – und deshalb bist du manchmal ganz schön niedergeschlagen und hoffnungslos.

Aber könnte es trotzdem sein, dass einige der folgenden Erfahrungen ihre schädliche Wirkung in dir entfaltet haben?

  • Immer hast du Sätze von deinen Eltern und besonders auch von einem Klassenlehrer zu hören bekommen, die anfingen mit: Man sollte immer …! Du darfst nicht …! Man kann doch nicht einfach …! Oder auch: Was sollen denn bloß die Anderen denken?? Wenn jeder das machen würde! Die Welt ist …! Alle Männer sind …! Frauen wollen doch nur …!  Mann weint nicht! Ein Vogel, der morgens schon singt, den frisst am Abend die Katz! Der frühe Vogel fängt den Wurm. (Und was ist mit dem frühen Wurm …??) Sei bescheiden! Halte dich zurück! Hab‘ dich immer in Griff! Nimm dir ein Beispiel an …! Sei nicht albern! Sei nicht emotional!

  • Deine Großmutter, die du sehr geliebt hast, hat dir alle diese Regeln und Werte auch vorgelebt. Du willst sie sogar nach ihrem Tod auf keinen Fall enttäuschen!

Das vielleicht verbreitetste Introjekt

Es lautet: Du darfst nicht atmen!

Wenn du mir das nicht so recht glauben magst, schau doch mal in meine Videos über Panikbewältigung auf Youtube und auf meinem Portal mindroad.de. Dort zeige ich auf, wie sehr Atemgeräusche tabuisiert sind, weil diese nämlich mit dem Ausdruck von heftigen oder unerwünschten Emotionen einhergehen.

Darauf näher einzugehen, würde hier den Rahmen sprengen. Aber nehmen wir mal an, du glaubst mir das mit dem Atem-Tabu:

Dann kannst du dir vielleicht vorstellen, wie sehr ein solches Atem-Verbot Lebensfreude und Vitalität einschränkt.

 Das vielleicht dramatischste Introjekt

Sehr viele depressiv erkrankte Menschen spielen phasenweise mit dem Gedanken an Selbsttötung. Statt Suizidalität einfach als ein weiteres Symptom der Depression zu betrachten, sollten Fachleute sich die Mühe machen, gemeinsam mit dem Betroffenen die Hintergründe zu beleuchten. Manchmal ist das Motiv für Suizidgedanken oder Suizidversuche die Sehnsucht, das Leiden zu beenden.

Nicht selten sind sehr tiefgehende Introjekte und vor allem ihre Geschichte Bedingung oder gar Ursache für den Drang, sich selbst zu töten. Das Introjekt lautet vielleicht:

Ich bin es nicht wert, am Leben zu bleiben!

Welche Introjekt-Geschichten könnten denn dahinterstehen? Zum Beispiel:

  • Ein Mädchen wird von frühester Kindheit von seinem Stiefvater auf brutale Weise vergewaltigt. Er bietet es anderen Personen im Internet wie eine Ware an. Er macht dem Kind klar, dass seine Mutter und es selbst sowie Abschaum ist und froh sein können, von ihm versorgt zu werden. Wenn es sich weigere oder etwas sage, werde es an dem dann geschehenen Unglück die Schuld tragen.

  • Ein Junge hat im Alter von 4 Jahren seine 2-jährige Schwester im Streit von einem Steg geschubst. Sie ist ins Wasser gefallen und ertrunken. Auch wenn seine Eltern und Nachbarn ihm niemals die Schuld dafür gegeben haben, ist er überzeugt davon, dass sie es insgeheim doch tun. Er selbst kann es sich auch nicht verzeihen. Bis ins Erwachsenenalter wünscht er sich immerzu, selbst ertrunken zu sein. Dann würden ihn alle lieben und ihn schrecklich vermissen!

Das könnte gegen Depression helfen

Die obige Aufzählung ist ein winzig kleiner Ausschnitt aller Introjekte. Ich könnte noch viele Beispiele nennen. Viele Geschichten von Patientinnen fallen mir noch ein, viele Beispiele für krankmachende Introjekte.

Aber jetzt möchte ich dir einige Hinweise darauf geben, wie du deine Introjekte und ihre Folgen verändern kannst. Hier kann ich dir nur kurze Anregungen geben. Wenn du dich sicher genug fühlst, kannst du die folgenden Übungen mit einer vertrauten Person zusammen durchführen.

Beachte dabei bitte die Regeln von mindroad – du findest sie hier. Wenn du mehr erfahren möchtest, erscheinen nach und nach auf www.die-inkognito-philosophin.de in der Rubrik Wegweiser – Was Theorie beiträgt weitere Beiträge über Introjekte und Auswege.

Notizbuch (-App)

Schreibe dir auf, sobald du feststellst, dass du dich von einem Introjekt gesteuert fühlst. Es ist nicht leicht, sich auf die Spur zu kommen. Aber mit etwas Übung wirst du feststellen, dass Introjekte sehr, sehr häufig wirksam sind.

Introjekte zeigen sich körperlich

Wenn du deiner Nachbarin dein Auto leihst (weil du eben ein Helfer bist oder nicht Nein sagen kannst), wirst du leiblich spüren, dass es dir damit nicht gut geht. Oft sind es feine körperliche Signale, die du zudem lange Zeit ausgeblendet hast. Vielleicht spürst du zB …

  • ein Völlegefühl oder eine Übelkeit im Magen,

  • einen leichten oder sogar sehr heftigen Druck auf der Brust,

  • ein Ziehen durch den Bauch,

  • einen schlechten Geschmack im Mund,

  • eine Benommenheit,

  • wie deine Stirn sich kräuselt,

  • wie ein leichter Kopfschmerz einsetzt,

  • wie du deine Nackenmuskeln anspannst, weil du immer daran denken musst, ob dein Auto auch heil bleibt.

Alle diese Körpersignale sagen dir, dass du dein Auto eigentlich nicht verleihen wolltest. Statt Nein zu sagen, hat ein Introjekt in dir mahnend seinen Zeigefinger erhoben und hat dich dazu gebracht, etwas anderes zu tun. Vgl. auch körperliche Symptome der Depression – die Koporifizierung des Leibes

Solltest du jedoch dein Auto gerne verliehen haben, würdest du auch dies körperlich spüren: als ein Gefühl von Weite oder Wärme in der Brust, ein inneres Nicken, einen guten Geschmack im Mund, eine Entspanntheit in der Magengegend etc.

Mache das Introjekt dingfest!

Sobald du ein Introjekt erwischt hast, versuche …

  • es ganz genau zu benennen. Formuliere es klar. Gib ihm einen Namen. Introjekte liegen meist nicht als ausformulierte Sätze vor, sondern sie „wabern“ durchs Gehirn. Deshalb schreibe ganz genau auf, wie es lautet, zB: Ich muss der höher stehenden Person immer Recht geben! Beachte dabei, ob es in Ich- oder in Du-Form passender ist. Wer ist also der Sprecher: du selbst oder jemand anders?

  • herauszufinden, von welcher Person in deinem Leben es stammt. Wer hat es gesagt (oder dich mit einem vielsagenden Blick angeschaut)? Vielleicht war es nur ein Seufzen deiner Lehrerin, ein genervter Blick an die Decke deines Vaters, ein plötzliches Verstummen deiner Großmutter? Alle diese Gesten und Mimiken können nachhaltige Botschaften enthalten.

Gib das Introjekt zurück an den Absender!

Wenn du ein Introjekt auf diese Weise entlarvt und dingfest gemacht hast, kannst du versuchen, es an den Auftraggeber zurückzugeben. Du könntest ihm mitteilen, dass du ihm das Introjekt zurückgeben möchtest, dass du es nicht gebrauchen kannst, dass er es sich in den Arsch schieben soll etc. Du kannst bspw …

  • einen fiktiven Brief an diese Person schreiben,

  • zu dieser Person in der Vorstellung oder in einem Rollenspiel sprechen. Setze diese Person im Geiste auf einen Stuhl gegenüber von dir! (Solltest du jetzt denken: Ich rede doch nicht mit einem Stuhl – das ist doch albern!, dann überlege doch, ob deine Reaktion vielleicht auf einem Introjekt beruhen könnte, zB: Du musst immer vernünftig und erwachsen sein! Oder deine Exfrau hat dir immer vorgeworfen, dass du unerträglich kindisch bist.

  • das Introjekt auf einen Zettel schreiben und es in einem Ritual verbrennen, vergraben, in eine Flaschenpost stecken …

Es ist äußerst wichtig, dass du diese Dinge tatsächlich tust. Nur so können sich auch die jeweils dazugehörigen Emotionen einstellen, die du brauchst, um das Introjekt loszuwerden. Vielleicht entsteht Traurigkeit in dir oder Wut. Dieses Gefühl solltest du dann an diese Person richten. So kannst du diese unerledigte Geschichte abschließen und das Introjekt sozusagen erledigen. Oftmals macht es dir dein Introjekt aber nicht so leicht; denn:

Manche Introjekte sind zäh …

oder  machen sogar Angst, sobald man sich gegen sie zur Wehr setzt. Wenn ein Introjekt durch Gewalt und Missbrauch entstanden ist, lässt es sich in der Regel nicht auf diese Weise unschädlich machen. Dann suche dir professionelle Hilfe.

Es gibt auch widersprüchliche Introjekte. Man bezeichnet sie als Double bind Introjekte. Diese entstehen bspw, wenn Eltern auf sehr widersprüchliche Weise kommunizieren:

  • Wenn du mich wirklich liebst, solltest du mich in Ruhe lassen!

  • Oder sie sagen mit Worten: Ich liebe dich!, wobei sie per Mimik oder Gestik Abwehr zum Ausdruck bringen.

Wenn du ein solches Introjekt erwischt hast, kann es gut sein, dass du mit Verwirrung, Müdigkeit oder Verschwommenheit reagierst. So etwas macht einem Knoten in die Seele, die sich oft nur mit Hilfe eines Anderen lösen lassen.

Im nächsten Beitrag

über Depressionen zeige ich dir, wie Introjekte zu Retroflexionen führen. Sie bringen die Notwendigkeit mit sich, viele lebendige Impulse, Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle zurückzuhalten und gegen sich zu wenden.

Weitere Texte von mir, die auch interessant für dich sein könnten:

geschätzte Lesezeit: 3 min

The FAIR Principles continue to gain traction across a range of sectors as a means to encourage the publication of good, machine-readable data.

I’ve written before about the limits of the FAIR principles and the importance of understanding the context for which they were designed. I’m not going to rehash that discussion but I did want to highlight the problems with defining these types of data publishing recommendations as “principles”.

Principles only ever provide general best practices. E.g. to use persistent identifiers or publish metadata to accompany a dataset. But they typically don’t help with the concrete decision making required to actually collect, structure or share some data. Which identifiers should I use for which types of resource? What types of metadata, in what formats?

I’ve been involved with several projects over the last few years which have tried to provide advice and support to projects and organisations in implementing the FAIR principles. In every case, there is always a need to provide additional guidance: what does it mean to implement FAIR in the context of a specific data ecosystem?

The goal of FAIR is not just about creating good machine-readable data. It’s also to encourage data to be published in consistent ways. To create convergence across communities of data publishers and users.

Without thinking more broadly about the ecosystem of use or any external guidance, reasonable people can make different decisions about how to apply the principles leading to data that is still not easy to reuse.

What I think has been lacking to date, has been that broader coordination around documenting what FAIR looks like for specific types of datasets, within specific data ecosystems. Recently though, I’ve noticed a number of efforts to start to document more specific frameworks.

To pick a few at random:

Mapping the generic FAIR principles to concrete decisions around which identifier schemes, data formats, and other standards to use has been referred to as a “FAIR Implementation Profile“. Basically, recommendations for how to combine different standards to publish good data.

Clear guidance that helps to reinforce ecosystem norms around data access, will avoid the need for each project or organisation to learn the general FAIR principles and then figure out how to apply them.

Implementation Profiles can speed adoption of common standards, will make it easier to validate and check whether datasets do conform to those profiles, and help creation of additional tooling that will support management and use of data.

They are a means of increasing consistency around how data is accessed, used and shared that spans a wide range of use cases.

However, I think there’s still work to be done to better define what a useful implementation profile looks like.

The GO FAIR project provides a simple spreadsheet template which I don’t think is fit for purpose. Any real-world answers to those questions will need some guidance, discussion and examples. It’s not just filling in a box in a spreadsheet.

If you’re running a project that needs to produce FAIR data as an output; providing guidance to organisations around FAIR adoption; or trying to improve how data is published within a specific data ecosystem I’d encourage you to reflect on how drafting a profile would help achieve those goals.

Then make them open so they can be iterated on and improved by others.

geschätzte Lesezeit: 4 min

“FAIR” (or “FAIR data”) is an term that I’ve been bumping into more and more frequently. For example, its included in the UK’s recently published Geospatial Strategy.

FAIR is an acronym that stands for Findable, Accessible, Interoperable and Reusable. It defines a set of principles that highlight some important aspects of publishing machine-readable data well. For example they identify the need to adopt common standards, use common identifiers, provide good metadata and clear usage licences.

The principles were originally defined by researchers in the life sciences. They were intended to help to improve management and sharing of data in research. Since then the principles have been increasingly referenced in other disciplines and domains.

At the ODI we’re currently working with CABI on a project that is applying the FAIR data principles, alongside other recommendations, to improve data sharing in grants and projects funded by the Gates Foundation.

From the perspective of encouraging the management and sharing of well-structured, standardised, machine-readable data, the FAIR principles are pretty good. They explore similar territory as the ODI’s Open Data Certificates and Tim Berners-Lee’s 5-Star Principles.

But the FAIR principles have some limitations and have been critiqued by various communities. As the principles become adopted in other contexts it is important that we understand these limitations, as they may have more of an impact in different situations.

A good background on the FAIR principles and some of their limitations can be found in this 2018 paper. But there are a few I’d like to highlight in this post.

They’re just principles

A key issue with FAIR is that they’re just principles. They offer recommendations about best practices, but they don’t help you answer specific questions. For example:

  • what metadata is useful to publish alongside different types of datasets?
  • which standards and shared identifiers are the best to use when publishing a specific dataset?
  • where will people be looking for this dataset to ensure its findable?
  • what are the trade-offs of using different competing standards?
  • what terms of use and licensing are appropriate to use when publishing a specific dataset for use by a specific community?
  • …etc

Applying the principles to a specific dataset means you need to have a clear idea about what you’re trying to achieve, what standards and best practices are used by the community you’re trying to support, or what approach might best enable the ecosystem you’re trying to grow and support.

We touched on some of these issues in a previous project that CABI and ODI delivered to the Gates Foundation. We encouraged people to think about FAIR in the context of a specific data ecosystem.

Currently there’s very little guidance that exists to support these decisions around FAIR. Which makes it harder to assess whether something is really FAIR in practice. Inevitably there will be trade-offs that involve making choices about standards and how much to invest in data curation and publication. Principles only go so far.

The principles are designed for a specific context

The FAIR principles were designed to reflect the needs of a specific community and context. Many of the recommendations are also broadly applicable to data publishing in other domains and contexts. But they embody design decisions that may not apply universally.

For example, they choose to emphasise machine-readability. Other communities might choose to focus on other elements that are more important to them or their needs.

As an alternative, the CARE principles for indigenous data governance are based around Collective Benefit, Authority to Control, Responsibility and Ethics. Those are good principles too. Other groups have chosen to propose ways to adapt and expand on FAIR.

It may be that the FAIR principles will work well in your specific context or community. But it might also be true that if you were to start from scratch and designed a new set of principles, you might choose to highlight other principles.

Whenever we are applying off-the-shelf principles in new areas, we need to think about whether they are helping us to achieve our own goals. Do they emphasise and prioritise work in the right areas?

The principles are not about being “fair”

Despite the acronym, the principles aren’t about being “fair”.

I don’t really know how to properly define “fair”. But I think it includes things like equity ‒ of access, or representation, or participation. And ethics and engagement. The principles are silent on those topics, leading some people to think about FAIRER data.

Don’t let the memorable acronym distract from the importance of ethics, consequence scanning and centering equity.

FAIR is not open

The principles were designed to be applied in contexts where not all data can be open. Life science research involves lots of sensitive personal information. Instead the principles recommend that data usage rights are clear.

I usually point out that FAIR data can exist across the data spectrum. But the principles don’t remind you that data should be as open as possible. Or prompt you to consider about the impacts of different types of licensing. They just ask you to be clear about the terms of reuse, however restrictive they might be.

So, to recap: the FAIR data principles offer a useful framework of things to consider when making data more accessible and easier to reuse. But they are not perfect. And they do not consider all of the various elements required to build an open and trustworthy data ecosystem.