Article note: #thx4sharing!

Ein seltsames Demokratie- und Selbstverständnis offenbarte gestern im Hauptausschuss Oberbürgermeister Mike Schubert. Er agierte wie „der kleine König“ aus dem Abendgruß des Sandmanns. Schuld hatten nur Pferd Grete, Hund Wuff oder die Katze Tiger; nur er nicht. Der Anlass: Unter Sonstiges kritisierte der LINKEN-Politiker Dr. Scharfenberg die Erklärung des Kuratoriums der Stiftung Garnisonkirche und wies drauf hin, dass diese einstimmig getroffen wurde. Also mit der Stimme des OBM. Der Beschluss gefährde die Offenheit des Diskussionsprozesses, so Scharfenberg. Im Nachgang entspannte sich eine illustre Debatte dazu.

Das (Redaktions-)Netzwerk Potsdam-Stadt-für-alle hatte zum Sachverhalt im Juni berichtet und verschiedene Erklärungen/Kommentare veröffentlicht.

Zwei der fünf Beschlusspunkte des Kuratoriums vom 17.06. sind besonders problematisch und waren auch Gegenstand der Diskussion im Hauptausschuss.

• „Die vertraglich bis Ende 2023 vereinbarte Duldung und befristete Nutzung des Rechenzentrums sind zu beachten. Der Rückbau des Teils des Rechenzentrums, der auf dem Grundstück der Stiftung steht, hat danach zu erfolgen.

• Das Mosaik von Fritz Eisel am Rechenzentrum ist als geschütztes Denkmal und wichtiges Zeitzeugnis am Standort Plantage zu erhalten.“

Rechtlich gesehen hat der Rückbau des Rechenzentrums NICHT „danach“ zu erfolgen! Die Regelung lautet „…die Stiftung als neuer Eigentümer berechtigt, den Abriss des Gebäudeteils des Rechenzentrums auf dem ihr übertragenen Grundstück verlangen, wenn er zur Realisierung eines konkret anstehenden Bauabschnittes erforderlich ist.“[1] Einen solchen „anstehenden Bauabschnitt“ (z.B. Kirchenschiff) gibt es nicht. Voraussichtlich auch nicht in naher Zukunft. Somit ist der Bestand des RZ über 2023 auch vertragsrechtlich gesehen möglich. Die Wiederholung der Rückbauforderung in 2024 ist Teil der nebulösen Darstellung der Sachlage und kann – wenn besseres Wissen vorliegt – auch als wiederholte, bewusste Irreführung interpretiert werden. Denn von einer versehentlich Falschformulierung ist bei dem Kuratorium nicht auszugehen.

Die großzügige erscheinende Geste zum Erhalt des Mosaiks „am Standort Plantage“ ist besonders problematisch. Das Mosaik ist denkmalgeschützt und nicht vom Rückbau des Teiles des RZ betroffen. Warum deshalb dieser Beschluss? Er stellt das RZ in Gänze als körperlichen Träger des Mosaiks in Frage! Ein Standort an der Plantage kann, muss aber nicht das RZ sein, so eine Interpretation. Wenn das Mosaik am RZ bleiben soll oder kann, hätte es keiner Erwähnung bedurft. Eine Klarstellung wäre dringend seitens der Stiftung notwendig.

Dies führte Herr Linke von DIE aNDERE im Hauptausschuss auch noch mal aus. Darauf hin versuchte OBM Schubert jede Interpretation als reflexartige, unsachliche und vor allem unnötige Reaktion darzustellen. So zumindest der Eindruck einiger Teilnehmer*innen. Alle Kommentierungen gefährden den Vier-Phasen-Prozess, den der OBM zum Plantagenareal begonnen hat, so seine Darstellung. Anzumerken ist auch, dass ein großer Teil der Stadtgesellschaft von diesem Viel-Phrasen-Prozess bisher ausgeschlossen ist. Ein gut gemeinter Prozess, muss noch lange kein gut gemachter Prozess sein. Wenn der OBM als Macher und Moderator dieses Prozesses ernst genommen werden will, sollte er nicht einseitige Beschlüsse (z.B. Teilabriss des RZ) fassen und somit selbst die Neutralität und Prozessoffenheit gefährden.

Herr Schubert kritisierte die vielen Meinungsäußerungen und Gutachtenflut zum Thema Garnisonkirche und Rechenzentrum, indirekt auch die zahlreichen Presseartikel dazu. Als OBM sollte er besser pluralistische Meinungen und bürgerliches Engagement als Gewinn für die Stadtgesellschaft und nicht als „Majestätsbeleidigung“ auffassen. Es ist doch kein Wunder, dass sich die Menschen und Gruppen zu Wort melden, die nicht am Prozess beteiligt sind, obwohl sie diesen erst ermöglicht haben. Nur der Jahrzehntelange Widerstand gegen das Projekt Garnisonkirche ermöglicht doch, dass darüber heute noch gesprochen werden kann und nicht längst alles verbaut (GK) bzw. abgerissen ist (RZ).

Was auch kleine Könige vom kleinen Prinzen lernen können: Vor einem alten Hut braucht niemand Angst zu haben (siehe Bild oben). Wer aber den Elefanten in der Schlange erkennt, ist im wahren Leben gut vor den sprachlichen und textlichen Trojanischen Pferden gewappnet. Auch vor denen der Stiftung.

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[1] Gemäß § 5 des notariell beurkundetem Vertrags zur Grundstücksübertragung von der Stadt Potsdam auf Stiftung Garnisonkirche Potsdam (SGP) vom 25. Februar 2010. Dem entsprechend teilte das Büro des Oberbürgermeisters in der Mitteilungsvorlage der Landeshauptstadt Potsdam vom 1.12.2016 (Drucksache 16/SVV/0830) den Stadtverordneten mit: „Die Stiftung ist berechtigt, die Duldung der Überbauung des Flurstücks 1656 nach dem 31.12.2023 zu beenden und vom Sanierungsträger den Abriss des Gebäudeteils B (Verwaltungsgebäude Rechenzentrum) in dem Umfang zu verlangen, der zur Realisierung eines konkret anstehenden Bauabschnitts zum Wiederaufbau der Garnisonkirche erforderlich ist.“

Article note: #whoop! + #grats!

Am 21. und 22.08.2021 startet in der Finsterwalder Bürgerheide das 2. Sängerstadt Open.

Dabei sind auch die beiden frisch gekürten Vize-Europameister*innen Susann Fischer und George Braun von den Potsdamer Hyzernauts. Die am vergangenen Wochenende in Tschechien so erfolgreich bei der EM abschnitten und 2 Medaillen nach Brandenburg holten.

Das Starterfeld ist mit 72 Plätzen wieder schnell ausgebucht gewesen und hat wieder Discgolfer*innen aus ganz Deutschland angelockt.

Ganz besonders freut sich der BBFV über die fünf Nachwuchsspieler*innen (Fiona (U12) und Frederik (U14) Faber von den Potsdamer Hyzernauts, Lokalmatodor Jonas Bilke (U14) von den Discgonauts Finsterwalde, Luca Sessler und Bela Strampe) im Starterfeld.

Die Finsterwalder Discgonauts bieten mit vier Runden auf dem 18-Bahnen-Parcours und dem neu gestalteten Vereinsheim perfekte Bedingungen für hochklassigen Frisbeesport. Die Veranstaltung wird mit Sicherheit wieder ein tolles Erlebnis sowohl für Spieler*innen als auch interessierte Zuschauer*innen. Auch der BBFV-Vorstand wird mit einem Mitglied vor Ort sein und sich das Ereignis nicht entgehen lassen.

Article note: #wow! .oO(In Potsdorf weiß das jedes Kind, aber die MAZ muss probefahren ... #soso)

Wie fahrradfreundlich ist Potsdam tatsächlich? Die MAZ ist probegefahren. Das Ergebnis: Risse in der Strecke, gefährliche Engpässe und Rüttelstrecken. Teil 1 unserer Radwege-Serie: Die Innenstadt und deren Umgebung.

Article note: Hyzer-Hooooo! :-D

Bei der Discgolf Europameisterschaft im tschechischen Konopiště holen Brandenburgs Frisbeesportler*innen zwei Silbermedaillen für Deutschland.

Susann Fischer aus Potsdam – langjährige Vizepräsidentin des BBFV- holte sich mit 4 souveränen Runden und großem Vorsprung auf Platz 3 in der Altersklasse „Pro Masters Frauen 50+“ Silber hinter Lydie Hellgren aus Dänemark und vor Christine Hellstern aus Lautenbach/Deutschland.

George Braun, ebenfalls von den Potsdamer Hyzernauts e.V., musste sich nach einem engen Kopf an Kopf Rennen um Gold am Ende mit nur einem Wurf Abstand dem Schweizer Paul Francz geschlagen geben und holte eine weitere tolle Silbermedaille („Pro Masters Männer 60+) nach Brandenburg. Bronze ging an den Schweden Joakim Grahn.

Die 7 Potsdamer Hyzernauts für Deutschland bei der EM

Auch die anderen Teilnehmer*innen aus Brandenburg zeigten sehr gute sportliche Leistungen und vertraten das deutsche Team wie immer mit hervorragendem Spirit.
Mit 7 Spieler*innen (Victor Braun und Jerome Braun (Open), Antonia Faber (Open Women), Susann Fischer (Pro Masters Women 50+), Martin Doerken (Pro Masters 40+), Olli Möllemann (Pro Masters 50+) und George Braun (Pro Masters 60+)) stellten die Potsdamer Hyzernauts die mit Abstand größte Fraktion im deutschen Nationalteam bei der EM.

Der BBFV gratuliert zu den hervorragenden Leistungen bei der Discgolf EM!

Die skandinavischen Teams holten mit Abstand die meisten Medaillen. Das mag darin begründet sein, dass es in nahezu jeder nordischen Kleinstadt einen Discgolfparcours gibt, die Hürden für die Parcourserrichtung verglichen mit Deutschland sehr gering sind und sich Discgolf dort zu einem Volkssport entwickelt hat.

Alle Ergebnisse sind hier zu finden.