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Wer an einer Schule, Hochschule oder einem anderen Bildungsträger unterrichtet, muss im Lehralltag bisweilen improvisieren. Etwa wenn mal wieder die Technik streikt oder die Lernenden eine Aufgabenstellung so gar nicht nachvollziehen können (oder wollen). Zu einem Gutteil läuft Unterrichten aber nach Plan, denn Lehrende greifen dafür auf Konzepte zurück.

Ein solches Konzept ist eine Idee für die Unterrichtsgestaltung, ein – je nach Situation mehr oder weniger strikter – Ablaufplan, den sich Lehrkräfte vor dem Unterricht zurechtlegen, anhand dessen sie durch eine Unterrichtseinheit führen und geeignete Materialien auswählen. Konzepte können auf bestimmten Lehrmethoden oder einem didaktischen Ansatz basieren, um Inhalte adäquat zu vermitteln und diese den Lernenden möglichst nahe zu bringen.

Konzepte und Ideen sind nicht urheberrechtlich geschützt

Im Zusammenhang mit Open Educational Resources (OER) ist es hilfreich zu wissen: Konzepte und Ablaufpläne sind urheberrechtlich Ideen gleichgestellt. Und genau wie eine Idee ist ein reines Konzept kein urheberrechtlich schutzfähiges Werk, sondern gilt als „gemeinfrei“ (Gemeinfreiheit bedeutet: Es besteht kein Urheberrecht).

OER

Unter „Open Educational Resources“, kurz OER, werden meist Lehr- und Lernmaterialien verstanden, die ungehinderter genutzt, kopiert, verändert und wiederveröffentlicht werden können als herkömmliche Materialien wie etwa klassische Schulbücher. Erreicht wird das durch freie Lizenzen, die den Verwendenden mehr erlauben als das Urheberrecht allein.

Daher ist es weder möglich noch nötig, ein reines Konzept unter eine Creative-Commons-Lizenz oder andere Lizenzform zu stellen. Es kann sowieso frei von jedem und jeder genutzt werden. Und auch anders herum gilt: Wer ein geeignetes Konzept aus einem Lehrbuch oder einer anderen Vorlage nutzen möchte, braucht dafür keine Genehmigung einzuholen oder Rechte zu klären. Der Nutzer darf das Konzept als solches übernehmen, völlig frei gebrauchen und verändern.

Voraussetzungen des Urheberrechtsschutzes

Die Hintergründe liegen in den Schutzvoraussetzungen des Urheberrechts: Ein Urheberrecht kann nur dann entstehen, wenn

  • das Werk ausreichend originell ist und die sogenannte „Schöpfungshöhe“ erreicht (wenige Worte oder kurze Texte reichen dafür in der Regel nicht aus),
  • das Werk eine konkrete Form erlangt hat (und nicht etwa als bloße Vorstellung, Idee oder in Gedanken vorliegt),
  • das Werk von einem (oder mehreren) Menschen (und nicht etwa von einer Maschine – Stichwort KI-Schöpfungen – oder einem Tier) geschaffen ist und
  • das Werk einen geistigen Gehalt aufweist (rein mechanische oder generische Erzeugnisse sind urheberrechtlich nicht schutzfähig).

Für die Arbeit mit Konzepten bedeutet das also: Ein Urheberrecht kann nur entstehen, wenn ein Konzept von einem Menschen in einer konkreten Form (beispielsweise einem Text) in ausreichend origineller Weise ausformuliert und festgehalten wurde. Andere urheberrechtlich schutzfähige Formgebungen können etwa eine Grafik oder ein Video sein. Bloße Ideen, eine reine Vorstellung von einem Werk oder eben ein reines Konzept sind für sich genommen nicht schutzfähig.

CC-Lizenzen nutzen, Offenheit stärken

Will eine Schöpferin ein urheberrechtlich geschütztes Werk als OER nutzbar machen, muss sie es unter eine offene Lizenz stellen. Zum Beispiel eine offene Lizenz wie CC BY-4.0, CC BY-SA-3.0 oder CC0 (die eine Gemeinfreiheitserklärung bedeutet). Die Lizenz ist dabei als vertragliche Nutzungserlaubnis zu verstehen, die die Schöpferin der Allgemeinheit unter den in der Lizenz definierten Auflagen gewährt.

Der Nutzer wiederum muss die Lizenzbedingungen beachten. Bei der Lizenz CC BY-4.0 beispielsweise muss er bei Weiterverbreitung des Texts geeignete Namen- und Rechteangaben machen, den Link zur Lizenz beigeben und kenntlich machen, ob er das Werk verändert hat.

Im Übrigen kommt auch der Werkschutz mal ans Ende, er gilt nicht unendlich lange. 70 Jahre nach Tod einer Urheberin erlischt das Urheberrecht. Ihr Werk geht automatisch in die Gemeinfreiheit ein. Alle Beschränkungen oder Lizenzen werden dann hinfällig.

Hinweis: Dieser Beitrag ist Teil einer Kooperation von iRights.info, dem Deutschen Bildungsserver und OERinfo. Der Text stammt von Georg Fischer, steht unter der Lizenz CC BY-4.0 und wurde zunächst bei OERinfo veröffentlicht. Weitere Texte der Kooperation sind hier hinterlegt.

iRights.info informiert und erklärt rund um das Thema „Urheberrecht und Kreativität in der digitalen Welt“. Alle Texte erscheinen kostenlos und offen lizenziert.

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Eine Online-Befragung zum Webauftritt der Landeshauptstadt Potsdam steht seit dieser Woche zur Verfügung. Die Befragung ist offen für alle Interessierten und stellt Fragen zur Nutzerfreundlichkeit und Relevanz der Inhalte auf potsdam.de. Teilnehmende können auch ihre Wünsche und Hinweise für Verbesserungen einbringen. Die Fragen können online unter www.potsdam.de/neuesinternet beantwortet werden. Die Teilnahme ist bis Ende September möglich.

Die Befragung ist Teil des Projektes zur Neugestaltung der städtischen Webseiten bis 2025 und damit ein wichtiger Beitrag zur Modernisierung der Verwaltung. „Die Vision ist ein wegweisendes und innovatives Online-Portal für Potsdam, das konsequent aus Nutzersicht aufgebaut ist und alle Leistungen und Themen der Landeshauptstadt schnell und einfach auffindbar macht“, sagt Heike Bojunga, Projektleiterin und Fachbereichsleiterin Kommunikation und Partizipation. Begleitet wird das Projekt durch die Potsdamer Agentur UVA Kommunikation und Medien GmbH.

Potsdam.de ist das zentrale kommunale Portal für die Landeshauptstadt. Im Jahr 2022 besuchten täglich rund 10.000 Nutzer*innen die Webseite, mehr als die Hälfte verwendeten dabei ein Smartphone.

Etwa 6000 zufällig ausgewählte Potsdamerinnen und Potsdamer erhalten in den kommenden Tagen Post der Stadt mit der Bitte, an der Befragung teilzunehmen. Themen: Nutzung des Parks und Meinung zu möglichem Parkeintritt

Das Wahlergebnis der Wahl des Beirats für Menschen mit Behinderung steht fest. Insgesamt gaben 77 Wählerinnen und Wähler ihre Stimmen für den neuen Beirat ab.

Noch bis zum 8. Oktober läuft eine öffentliche Befragung zu den Themen Bürgerhaushalt, Stadtfinanzen und allgemeinen Angeboten der Mitsprache in Potsdam. Alle Interessierten können abstimmen und online ihre Meinung äußern.

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Wenn Sie eine Solarstromanlage anschaffen möchten, sollten Sie mehrere Angebote vergleichen. Unser aktueller Preisindex für Photovoltaik hilft Ihnen, die veranschlagten Kosten einzuschätzen.

Solarstromanlagen auf Privathäusern sind nicht nur ein Gewinn für die Energiewende und den Klimaschutz, sie lohnen sich in der Regel auch  finanziell. Damit ein kleines Sonnenkraftwerk wirtschaftlich läuft, darf es aber in der Anschaffung nicht zu teuer sein.

Unser Preisindex liefert eine Übersicht über die mittleren Preise für Solarstromanlagen. Grundlage ist die Auswertung von echten Angeboten aus dem Jahr 2021, die das internationale Marktforschungs- und Beratungsunternehmen EuPD Research im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW durchgeführt hat.

Preisindex Photovoltaikanlagen

Die Daten zeigen, dass pauschale Richtwerte pro Kilowatt Peak (kWp) in die Irre führen können, wenn sie die Gesamtgröße der Anlage nicht berücksichtigen. Denn die Investition wächst nicht proportional mit der Anlagengröße. Je mehr Leistung eine Anlage hat, desto geringer fällt der Preis pro Kilowatt Peak Nennleistung aus. 

Das zeigt zum Beispiel der Vergleich einer Anlage mit 7 kWp Nennleistung mit einer 14-kWp-Anlage: Die doppelte Leistung kostet hier nur etwa 55 Prozent mehr. Das liegt unter anderem daran, dass die Kosten für die Montage weniger ins Gewicht fallen, je größer eine Anlage ist. Dadurch fällt auch die wirtschaftliche Bilanz einer Photovoltaikanlage besser aus, je mehr Leistung sie liefert. Wenn Sie finanziellen Spielraum haben, sollten Sie deshalb die Dachfläche Ihres Hauses ruhig voll ausnutzen.

Sehr kleine Anlagen können bei gleichzeitig niedrigem Strombedarf eines Haushalts ein Minusgeschäft sein. Die Gründe sind, dass die Fixkosten für die Installation hier stärker ins Gewicht fallen und für ein positives Ergebnis ein großer Anteil des produzierten Stroms selbst genutzt werden sollte. Bei größeren Anlagen ist ein finanzielles Plus weiterhin die Regel.

Innerhalb der einzelnen Größenklassen gibt es eine breite Streuung um die mittleren Preise. Deshalb sollten Sie immer mehrere Angebote einholen, prüfen und vergleichen. Es kann gute Gründe auch für eine Abweichung nach oben geben. Sie sollten sich diese aber auf jeden Fall vom Fachbetrieb erläutern lassen. Achten Sie zudem nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Vollständigkeit des Angebots.

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  • [l] Hacker hacken … den niederländischen Wahlrat (Wikipedia).

    Also nicht den Wahlrat selbst, sondern deren Software. Klar. Der Hacker stocherte in einer Software namens OSV2020 herum, in Java geschrieben.

    Er guckt sich alse in Ruhe den Installer an, findet darin Metadaten … mit Login-Credentials.

    Stellt sich raus: funktionierende Login-Credentials. Für das Development-System des Herstellers. Hmm. "JedesJahrWieder" klingt nicht sehr niederländisch. Eher Deutsch. Was geht denn da vor? Dafür muss man das Statement des Wahlrats lesen. Dort steht:

    Voor vragen over het programma heeft de leverancier van de software, Elect iT, een helpdesk beschikbaar. De helpdesk is bereikbaar op werkdagen van 09.00 tot 17.00.
    Hmm. "Elect iT", ja? Oh gucke mal, das ist ja eine deutsche Firma! Hups!
    Die aktuelle Generation von elect bildet alle Aspekte einer Wahl auf Ebene des Bundes, der Länder, der Kreise, kreisfreier Städte, Ämter und Kommunen ab.
    Uiuiuiui. Vielleicht sollte mal jemand gucken, an welchen Stellen deren Software in Deutschland im Einsatz ist.

    Update: Der Vollständigkeit halber: "JedesJahrWieder" ist kein gutes Passwort. Das Confluence-Passwort sieht da schon viel besser aus. Aber hilft natürlich nicht, wenn man das dann im Installer ausliefert.

    Update: Einem Leser fällt auf, dass elect iT und vote iT praktisch identisch aussehende Homepages haben. Und sie sitzen auch an derselben Adresse in der Ringbahnstraße in Berlin. vote-it könnte euch bekannt vorkommen von dem CCC-Hack von PC-Wahl von vor ein paar Jahren.

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Eine Kolumne von Nils Pickert

Ich hatte in meinem Leben oft ziemliches Glück. Ein sehr großes Glück war es, dass meine Mutter durch ihre zahlreichen Freundschaften und beruflichen Verbindungen mit queeren Menschen meinen Kosmos um Personen bereicherte, die ich in einer heteronormativen männlichen „Normalbiografie“ eher als randständig oder gar mit Feindseligkeit betrachtet hätte. Als Junge interessierten mich vor allem Versionen von Männlichkeit. Ich wollte wissen, wie Mann ist. Was Mann sein kann. Was Mann so (aus)macht. Mein Glück bestand und besteht darin, dass da jede Menge Männer und Männlichkeitsversionen waren, die ich im „Normalfall“ hätte hassen lernen müssen: Schwule Männer. Bisexuelle Männer. Trans* Männer. Geschminkte Männer. Männer in fabulösen, umwerfenden Kleidern. Männer in Ballettschuhen, die sich die Seele aus dem Leib tanzten. Für mich war das im besten Sinn des Wortes „gewöhnlich“. Unter diesen Männern gab es welche, die Arschlöcher waren. Nicht weil sie schwul, bi, trans* oder gerne in Drag gekleidet waren, sondern weil sie sich herablassend und gemein verhielten. Die meisten aber waren großartig. Lustig. Ehrlich. Aufmerksam. Kreativ. Belesen. Authentisch.

Als ich in die Pubertät kam, wurden mir diese Männlichkeitsversionen jedoch madig gemacht. Ich fühlte mich dazu aufgefordert, sie mit Häme und Verachtung zu strafen, um alle Welt von meiner „Normalfallmännlichkeit“ zu überzeugen. Ich würdigte die Identität von Männern herab, die mir etwas bedeuteten. Ich bekundete Ekel vor der sexuellen Präferenz von Männern, die mir nichts als liebevolle Großzügigkeit entgegengebracht hatten. Ich markierte Männer als abartig, von denen ich viele gute Dinge lernen durfte. All das, um belegen zu können, wie ich sein zu müssen glaubte, und zugleich zu verstecken, was ich auch immer war: Hilfsbedürftig. Schwach. Sehnsüchtig. Verletzt. Überfordert. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich mich aus diesem Sumpf herauskämpfen konnte und ich verletzte dabei zu viele Menschen. Nicht zuletzt auch Frauen und Mädchen, weil die Abwertung dieser als andersartig wahrgenommenen Versionen von Männlichkeit im Kern immer um die Abwertung von Weiblichkeit kreist. Um die Furcht, in der Unsicherheit um die eigene männliche Identität mit dem identifiziert zu werden, was Simone de Beauvoir das andere Geschlecht nannte. Also irgendwie kein ganzer Mann zu sein. Nicht dazuzugehören. In seiner Männlichkeitsperformance zu versagen.

Langsam, sehr langsam fing ich an zu begreifen, dass ich damit nicht nur andere Menschen verletzte und ihrer Identität beraubte, sondern auch mich selbst. Ich ließ mir diese Männer, diese funkelnden Erzählungen von Männlichkeit einfach wegnehmen, weil ich Angst hatte, dass man mir andernfalls meine wegnimmt. Ich lebte eine einfältige Version von Männlichkeit, obwohl ich in meiner Kindheit von vielfältigen Versionen informiert und beeindruckt wurde. Und irgendwann reichte es mir. Mittlerweile lasse ich mir diese Männer und ihre Versionen von Männlichkeit nicht mehr schlechtreden oder gar entreißen. Ohne sie wäre ich gar nicht in der Lage, mir ein auch nur annähernd wirklichkeitsgetreues Bild davon zu machen, was Männlichkeit bedeutet und bedeuten kann. Ich würde mich als Mann selbst nicht verstehen, wenn ich für die Männlichkeit von trans* Männern nur Ignoranz, Hohn oder gar Verachtung übrig hätte. Ich wüsste zu wenig über mein eigenes Begehren, wenn ich das Begehren schwuler Männer nicht als gleichwertig zur Kenntnis nähme.

Darüber, was Männlichkeit ausmacht, denke ich seit vielen Jahren nach – und seit einigen Monaten sehr intensiv. Ich sitze an einem Buch mit dem Titel er/ihm, das sich mit der Frage beschäftigt, wie ich zum Mann geworden bin. Was mir gegeben, versprochen und angetan wurde, damit ich die Art Mann werde, die von mir erwartet wurde. Und welche Art Mann ich geworden bin.

Ich wollte und will darüber schreiben, wie Männer gemacht werden. Welche Versionen ihrer selbst sie zurücklassen und von sich abschneiden mussten, um die Art Mann zu werden, die sie gefälligst zu sein haben. Und wie schön es wäre, all diesen zurückgelassenen Versionen zu begegnen und mich mit ihnen auszutauschen. Mit den zarten Männern. Mit den verlorenen Jungs. Denn ich habe lange, sehr lange darüber nachgedacht, was Männlichkeit sein könnte. Und ich würde ihnen gerne davon erzählen:

Männlichkeit könnte doch das sein, was wir in kleinen Jungen entzünden, damit es in erwachsenen Männern leuchtet.

Schauen wir mal, ob sie mir zuhören wollen.


Wenn wir in unseren Texten von Frauen und Mädchen bzw. Männern und Jungs sprechen, beziehen wir uns auf die strukturellen und stereotypen gesellschaftlichen Rollen, die alle weiblich und männlich gelesenen Personen betreffen. Häufig greifen wir auch Statistiken auf, die meistens leider nur die binären Geschlechter „Frau“ und „Mann“ berücksichtigen.

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Bildquelle: Jeffrey Keenan, unsplash