Aktueller Stand: 119.280 labordiagnostisch verifizierte Infektionsfälle, 17% mussten ins Krankenhaus, 200 Tote.
Wie? Nein, nicht das neue China-Coronavirus. Das alte Grippe-Virus.
Aktueller Stand: 119.280 labordiagnostisch verifizierte Infektionsfälle, 17% mussten ins Krankenhaus, 200 Tote.
Wie? Nein, nicht das neue China-Coronavirus. Das alte Grippe-Virus.
Icons sagen mehr als tausend Worte: Ab sofort und zur freien Nachnutzung (unter CC0-Lizenz) stellt die FH Potsdam ein Paket von über 100 Icons zur Bebilderung und Illustration, z.B. für Präsentationen, Grafiken oder Publikationen, zum Download zur Verfügung. Das Material ist ein erstes Ergebnis aus der Umsetzung der Open-Access-Strategie des Landes Brandenburg, dem nun schrittweise viele weitere Inhalte folgen werden.
Das Ziel der Strategie für Open Access ist, öffentlich finanzierte Inhalte aus der Wissenschaft, Forschung und Bildung ebenso öffentlich zugänglich zu machen. So sind sie für die Allgemeinheit als Public Domain nutzbar. Wikimedia Deutschland initiiert in diesem Prozess, so auch in Brandenburg, Kooperationen, gibt Ratschläge und formuliert Forderungen. Auch verschiedene Wikimedia-Projekte werden zu wichtigen Tools für Open Access: Mit dem Neustart von ccsearch, dem freien Medienarchiv Wikimedia Commons, Tools wie Wikiview und dem Lizenzhinweisgenerator wird es etwa immer leichter, frei lizenzierte Materialien zu finden und nachzunutzen. Wir freuen uns, dass diese Kooperation nun Früchte trägt.
Als nächstes soll dieser Impuls durch eine zügige Einrichtung einer Vernetzungs- und Kompetenzstelle zu Open Access in Brandenburg fortgeführt werden. Mehr öffentlich finanzierte Inhalte und Werke aus Brandenburg werden so grundsätzlich für die Allgemeinheit frei zur Verfügung stehen und nutzbar gemacht.
Mehr Informationen zu Open Access in Brandenburg: https://zenodo.org/communities/openaccess_bb
Danke an Julian Kücklich für die Bereitstellung der Illustrationen unter CC-0 und an das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.
Der Beitrag Open Access macht’s möglich: Icons für Alle! erschien zuerst auf Wikimedia Deutschland Blog.
Jens Ohlig: Mit der digitalen Transformation wächst der Bedarf in wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, Museen und Archiven nach einer verbesserten Auffindbarkeit digitaler Kulturdaten im Netz. Lange nutzten nur Bibliotheken die Gemeinsame Normdatei (GND). In Bibliothekskatalogen werden primär Normdaten verwendet um z. B. Autoren, Publikationsorte oder Sachthemen eindeutig zu kennzeichnen. Das erleichtert die Erfassung neuer Medien, hilft aber auch unterschiedliche Medien miteinander über Normdaten als gemeinsame Knotenpunkte zu verknüpfen.
Barbara Fischer: Im Zuge des digitalen Wandels steigt der Bedarf nach verlässlichen und interoperablen Normdaten. Die ursprünglich für Bibliotheken konzipierte GND weckt das Interesse der anderen Kulturgut bewahrenden Institutionen. Man möchte nicht nur die GND-Identifikatoren nutzen, sondern bei Bedarf neue GND-Datensätze anlegen und pflegen können, die Bezug nehmen auf museale Objekte, Archivalien und Forschungsdaten. Das DFG-geförderte Projekt GND für Kulturdaten (GND4C) verdeutlicht diesen Bedarf. Zugängliche Software und eine technisch überzeugende Plattform hilft, Regeln und Ausnahmen zur Modellierung festzulegen sowie, relevante Eigenschaften und Relationen zu reflektieren, diskutieren und dokumentieren. Im Kontext von Linked Open Data wird Verlässlichkeit der Daten immer stärker an die Transparenz und Nachvollziehbarkeit ihrer Referenzierung geknüpft. Und das für jede einzelne Aussage. Zudem macht das Internet vor Sprachgrenzen nicht halt. Deshalb ist die Multilingualität der Benennungen erwünscht. Wikidata erfüllt alle diese Kriterien und ist doch keine Normdatei. Jedoch basiert Wikidata auf der von Wikimedia Deutschland entwickelten Software Wikibase. In einem gemeinsamen Kooperationsprojekt mit Wikimedia Deutschland hat die Deutsche Nationalbibliothek daher die Leistungsfähigkeit von Wikibase für die GND untersucht und nach folgenden Kriterien getestet:
Die Ergebnisse sind ermutigend. Wikibase ist eine Brücke in die Welt der offenen, kooperativ und interdisziplinär erstellten Normdaten. Der proof of concept zeigt, dass diese Brücke tragfähig ist.
Jens Ohlig: Wikimedia und die Deutsche Nationalbibliothek sind zwei Institutionen, die auf unterschiedliche Weise menschliches Wissen zur Verfügung stellen. Bibliotheken sind nicht nur starke Verbündete in Sachen Freies Wissen, sondern in gewisser Weise die älteren, institutionellen Wahlverwandten von Wikimedia. Die GND-IDs sind mit den Q-Nummern von Wikidata durchaus zu vergleichen. Viel Überzeugungsarbeit war da für das Projekt nicht mehr nötig. Hinzuzu kommt, dass die Deutsche Nationalbibliothek und die GND als Leuchtturm quasi über das gesamte Feld der Bibliotheksmetadaten strahlt – daher weckte die Evaluation auch international Interesse an Wikibase. Auf einem Treffen von Nationalbibliotheken in Stockholm im Sommer 2019 war das Interesse an Wikibase deutlich zu sehen: denn ohne eine Strategie zu Linked Open Data und Wikibase geht es heutzutage nicht mehr.
Barbara Fischer: Aus der Perspektive der Deutschen Nationalbibliothek hat die Leichtigkeit überzeugt, mit der wir Instanzen anlegen und modellieren konnten. Wir brauchten in unserem gemischten Team aus Softwareentwickler*innen und Bibliothekar*innen keine langwierigen Schulungen, um mit der Software arbeiten zu können. Die Instanzen liefen einmal eingerichtet stabil und waren auch leicht zu klonen. Für uns als Betreiber einer Normdatei ist es wichtig, die Verlässlichkeit der Daten unter anderem über die Transparenz ihrer Herkunft herzustellen. Daher gefällt uns, dass es sich jederzeit und für jede Aussage zu einer Entität nachverfolgen lässt, wer etwas verändert hat, und was verändert wurde. Ganz wie man es auch von Wikipedia kennt.
Jens Ohlig: Wikibase ist als Software für Wikidata entstanden, um Datenbestände zu ordnen und zu verknüpfen. Die damit abbildbaren Datenmodelle sind nicht explizit auf Bibliotheken und ihre speziellen Bedürfnisse ausgerichtet: Wikibase ist keine Bibliothekssoftware. Trotzdem passt das flexible Datenmodell sehr gut zur GND, alle Beziehungen und Eigenschaften lassen sich hier abbilden und ausdrücken. Sowohl die Genauigkeit der Evaluation – zum Beispiel wurde genau gemessen, wie lange der Import von Daten dauerte – als auch das Ergebnis, nach dem Wikibase den Anforderungen entspricht, waren für Wikimedia eine positive Überraschung. Dass Wikibase als Software-Paket für Linked Open Data “out of the box” für eine Institution wie die Deutsche Nationalbibliothek und das Projekt GND so passgenau ist, war überraschend.
Barbara Fischer: Wir von der Deutschen Nationalbibliothek hatten uns vieles leichter vorgestellt. Gerade weil Wikidata selbst ja eine sehr mächtige Datenbank ist, hätten wir gedacht, dass der Import von größeren Datenmengen bereits zu den Standardumsetzungen gehört. Vielleicht war es unsere Perspektive als Kulturinstitution und unsere mangelnde Erfahrung mit einer offenen Anwendung wie Wikibase mit ihrer engen Verflechtung mit der Mediawiki-Software zunächst ungewöhnlich erschien. Eine so enge, auch im Code eingeschriebene Verbindung ist für die Wikipedia und viele anderen Wikis normal, doch unerwartet wenn man mit einer Datenbanksoftware rechnet. Die Entwicklung ist sehr unmittelbar von einer freiwilligen Community getrieben, was auch erklärt, warum nach wie vor viele der attraktiven Ergänzungen Wikidata-affin sind und für eine generische Nachnutzung durch alle Wikibase-Anwenderinnen und Anwender erst adaptiert werden müssten. Aber im Großen und Ganzen bietet Wikibase ein für uns nutzbares Arbeitsambiente.
Wirklich positiv überrascht hat uns das Potenzial einer offenen GND, einer GND 2.0. in Bezug auf die Möglichkeit, das ganze Beziehungsgeflecht der Eigenschaften und Beziehungen, sowie wie diese definiert sind, abbilden zu können. Die Regelwerke, die notwendig sind, um tatsächlich verbindliche und verlässliche Normdaten kreieren zu können, lassen sich in eine Wikibase Instanz übertragen. Nach unseren bisherigen Tests glauben wir, dass wir damit die in Wikibase modellierten Regelwerke nutzen könnten, um intelligente und sich dynamisch anpassende Eingabemasken steuern zu können. Das verspricht, die Zusammenarbeit mit Nicht-Bibliothekar*innen erheblich zu vereinfachen. Die Zukunft wird zeigen, ob sich dieses Versprechen einlösen lässt.
Barbara Fischer: Da die GND eingebunden ist in ein ganzes System von Diensten für den nationalen Bibliothekssektor, werden wir die Normdatenbank auch in dem bisherigen System fortführen. Aber wir möchten mit einer vollständigen GND-Wikibase-Instanz den Normdaten ein zweites Zuhause geben und Außenposten für Erweiterungen einrichten, die in der bisherigen Umgebung nur schwer umzusetzen sind. Wir wollen mit Wikibase einen erweiterten Zugang zur GND schaffen für Interessengruppen, für die die bibliothekarischen Redaktionsoberflächen nicht geeignet sind.
Die nächsten Schritte sind daher der vollständige Import der circa acht Millionen GND-Einträge, die Modellierung der Eigenschaften gemäß des GND-Datenmodells, die Dokumentation der Regeln, nach denen die Entitäten erfasst werden und schließlich eine belastbare Synchronisierung der Wikibase-Instanz mit dem “Master” im traditionellen CBS-System.
Jens Ohlig: Da liegt noch ein ganzes Stück Arbeit vor uns. Wikibase ist ein Speicher für strukturierte Daten. Vieles, was Bibliothekar*innen bei der täglichen Arbeit benötigen, fehlt noch: von der Konvertierung von Standardformaten wie die bibliographischen Datenformate MARC21 oder PICA+ hin zu spezialisierten Interfaces zur Dateneingabe in intelligenten Formularen. All dies muss jetzt entwickelt und an die Software angepasst werden.
Im Verlauf des Jahres 2020 liegt jetzt die konkrete Planung für den Einsatz von Wikibase bei der GND vor uns. Die Partnerschaft von Wikimedia und der Deutschen Nationalbibliothek hat sich bewährt. Zusammen wollen wir eine Wikibase-basierte GND weiterentwickeln und zum Einsatz bringen. Mit der GND auf der Grundlage von Wikibase wächst im Ökosystem der freien verlinkten Daten eine starke Grundlage heran, die das Interesse von vielen anderen Institutionen weckt: z. B. die französische Nationalbibliothek Bibliothèque Nationale de France (BNF) und der Hochschulbibliotheksverbund ABES in Frankreich arbeiten bereits an ihrem eigenen Prototypen mit Wikibase. Grund genug für die Deutsche Nationalbibliothek und Wikimedia mit der BNF und ABES in den kommenden Wochen den Austausch bei einem gemeinsamen Treffen in Paris zu suchen. Wir sind zuversichtlich, dass Wikibase nicht nur eine Heimstatt für Normdaten werden kann, sondern dass diese sich mit der Zeit im Sinne eines Linked-Open-Data-Ökosystems wikifizieren.
Einen ersten Blogpost zu Wikibase und GND gibt es hier.
Der Beitrag Lassen sich Normdaten wikifizieren? Wikibase wurde für die Gemeinsame Normdatei (GND) evaluiert erschien zuerst auf Wikimedia Deutschland Blog.
We rarely hear from academics and researchers, but we know that F-Droid is important to their work because they cite F-Droid as a source in so many papers:
Here are a couple that we found particularly interesting:
We welcome everyone using F-Droid as a resource, this is one valuable thing that only Free Software can provide. Free Software means giving people the freedom to use the software for things they are interested in. F-Droid is not only providing Free Software apps, but also lots of Free Software tools, as well as a whole collection of cleanly organized data about all that software. We are happy to see our hard work be put to use towards making a better Android ecosystem. We especially enjoy the attention of malware researchers, who have yet to find malware in F-Droid. F-Droid also provides tools to make building lots of apps much easier, like fdroid import to set up building apps from the source URL, and the full build stack, which automates building and deploying apps to a repo.
As part of the NLnet-funded Tracking the Trackers project, we are also cleaning up and expanding our tools for detecting tracking. For example, there is now the reusable issuebot for running these checks in GitLab. We are also generating a lot of data about how tracking works, and will be publishing as much of that as possible. We will be syncing with Exodus Privacy’s ETIP database, and we encourage others to use that as the common, public database about tracking.
In order to encourage more creative reuse, we have been pushing to make all of our data in standard formats in easy to find places. The whole app collection is now in fdroiddata YAML format. Using from fdroidserver import index provides easy access to the data in the repo index files (e.g. https://f-droid.org/repo/index-v1.jar). There are also a number of binary transparency logs to keep a record of key binaries used in the building process: gradle binaries, Android SDK binaries, guardianproject.info/fdroid binary transparency log
Our whole repository of APKs, source tarballs, icons, etc. is available for download and use. For example, it is often used as the “clean set” of APKs for malware research. There are a number of ways to get the full collection from a repo. f-droid.org is now mirrored on many standard Free Software mirror servers, three of those currently provide rsync, which is the preferred way to download a lot (the repo section is about 70 GB, and the whole archive is nearing 400 GB).
rsync -axv mirrors.tuna.tsinghua.edu.cn::fdroid/reporsync -axv ftp.fau.de::fdroid/reporsync -axv plug-mirror.rcac.purdue.edu::fdroid/repoPlease use mirrors, don’t download from f-droid.org, since it can overwhelm the main server. Also, there is no more need for custom crawlers for those who want to mirror other F-Droid repos. We have our own: fdroid mirror. And lastly, if you are going to keep a copy of the f-droid.org repo, you can give back by opening it up as a public mirror. We are looking for public mirrors outside of the EU, especially Africa, Australia, and South America.
The F-Droid robot does not run itself, it takes time and money to keep going. So we ask all those who rely on F-Droid in their research to give something back to keep F-Droid going. Here are some suggestions:
Lastly, if you are a researcher or academic working with F-Droid data, please come by and say hi! We are always interested to hear about how people are using our work.
Jedes Mal wieder. Jedes verdammte Mal. Während die AfD für Angst, Gewalt und Terror die rhetorischen Messer wetzt, um Täternetzwerke zu munitionieren, spricht die sogenannte Mitte vom “Einzeltäter” und von der roten Linie, die jetzt aber mal wirklich überschritten sei. So als würden nicht Politiker*innen bedroht und ermordet. Als gäbe es nicht seit Jahren und Jahrzehnten rassistische Gewalttaten. Als sähen sich nicht tagtäglich vor allem Frauen gezwungen wegen Morddrohungen öffentliche Räume zu verlassen. Hinterher will es niemand gewesen sein. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen, die anderen sind ja auch voll gemein, wir wurden eben missverstanden.
Das dem zugrunde liegende Prinzip heißt stochastischer Terrorismus und wird von AfD und Konsorten seit Jahren benutzt.
Diese Art Terrorismus wirkt nicht, indem ein dezidierter Auftrag zur Liquidierung einzelner oder mehrerer Personen erteilt wird, sondern indem Menschen so lange beschimpft, beschmutzt und entwertet werden, bis irgendwann irgendetwas passiert. Man radikalisiert ganz allgemein, befeuert Verschwörungstheorien, Rassismus, Antisemitismus und Frauenhass und wartet ab, bis irgendjemand ausrastet. Das passiert regelmäßig. Hinterher reden sich die Verantwortlichen dann raus, weil sie ja nicht direkt gesagt hätten, dass Frauen an den Herd gehören und man Menschen mit Migrationshintergrund verbieten sollte, sich zu vermehren. Nein, sie reden von “Kopftuchmädchen, alimentierten Messermännern und anderen Taugenichtsen“, stellen kleine Anfragen zur “Nationalität gebährfähiger Frauen in Sachsen” und zu den Vornamen von Gewalttätern, die ein Messer benutzen und warten, bis die Saat aufgeht. Da spielt es dann auch keine Rolle, wenn die meisten Täter von Messer-Delikten im Saarland Michael, Daniel und Andreas heißen. Etwas bleibt hängen, weil es immer wieder gesagt wird, überall und eben auch von Menschen, von denen man es nicht erwartet. Denn während die angebliche Mitte der Gesellschaft
.@akk: Wir sind die starke Partei der Mitte, daran darf es keinen Zweifel geben. Wir dürfen nicht wackeln, weder nach rechts, noch nach links. pic.twitter.com/7SlUJnzItc
— CDU Deutschlands (@CDU) March 1, 2020
nach Terroranschlägen, die sich bewusst gegen rassifizierte und als fremd eingestufte Menschen richten, noch davon spricht, dass dieser Anschlag “uns allen” galt, hat sie schon längst die Denk- und Sprechweisen der Rechten Bedrohung übernommen, redet von “Flüchtlingswellen” und “Fremdenfeindlichkeit” und markieren immer “die Anderen” in Abgrenzung zu dem “Eigenen”. Während in Deutschland und überall auf der Welt systematisch Gewalt gegen Frauen bis hin zu Femiziden ausgeübt wird, schreiben bürgerliche Zeitungen von “Sex-Tätern” oder “Sex-Attacke” und nennen Frauen “Petze”, wenn sie ihren gewalttätigen, waffenhortenden Mann bei der Polizei melden, um sich selbst und andere zu schützen.
Stell dir vor, du informierst die Polizei, weil dein Mann Unmengen Waffen hortet und droht dich umzubringen und der @merkur_de nennt dich deshalb eine Petze und gibt dir die Schuld an seinem Jobverlust.
— Nils Pickert (@pickinese) February 14, 2020
Ob ihr Lack gesoffen habt, hab ich gefragt!https://t.co/j5QAZshcGK pic.twitter.com/UCW7mUF6xi
Aber das hat ja Tradition in Deutschland und mit dieser so mittigen, ausgewogenen Tradition wollen weite Teile der CDU in die Zukunft gehen. 15% liegt Friedrich Merz in den Umfragen unter Unionsanhänger*innen vor seinem wichtigsten Kontrahenten Armin Laschet und damit an der Spitze. Der Mann, der sich trotz eines Millionenvermögens und Privatflugzeugs als Teil der Mittelschicht sieht und “Aufbruch und Erneuerung” verspricht, hat Recht immer nur als weißes Hegemonialrecht gegen Minderheiten ausgelegt. Er hat sich immer wieder gegen die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben ausgesprochen,
gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe gestimmt und sich erst kürzlich nicht entblödet zu behaupten, eine sinnvolle Strategie gegen Rechtsradikalismus sei die stärkere Thematisierung von Clankriminalität und schärfere Grenzkontrollen.
„Schließe ich daraus richtig, dass Ihre Antwort auf das Problem des Rechtsradikalismus, die stärkere Thematisierung von Clamkriminalität, Grenzkontrollen usw. ist?“
— Fabian Goldmann (@goldi) February 25, 2020
„Die Antwort ist: ja.“
Friedrich #Merz, 25. Februar 2020 pic.twitter.com/6GyR95xsL8
Was für eine Frage muss gesellschaftlich gestellt worden sein, auf die dieser Mann eine gute Antwort wäre?
Wenn @_FriedrichMerz die Antwort ist, dann wurde definitiv die Frage falsch gestellt. #CDUVorsitz #cdu
— Herr Pan Tau. (@HerrPanTau) February 26, 2020
Sicher nicht die nach sozialem Frieden, Gleichberechtigung, Schutz von Minderheiten, Antifaschismus und Diskriminierungsfreiheit. Es ist vielmehr die sehnsüchtige Frage danach, ob früher, als Merz zuletzt politisch aktiv war nicht alles viel besser war. Kurzer Spoiler: Nein! Baseballschlägerjahre, NSU, Pogrome in Rostock-Lichtenhagen; Diskriminierung und Marginalisierung waren noch weniger thematisiert als heute und eine #metoo-Debatte in weiter Ferne. Aber all das wird beiseite gewischt. Was hatten wir es doch damals schön. Und dieses wir schickt sich nun an, die Gegenwart zu misshandeln, um die Zukunft zu sabotieren. Die Zivilgesellschaft wird entmachtet – und zwar zu einem großen Teil ausgerechnet von denjenigen, die vorgeben ein Teil von ihr zu sein bzw. es sein sollten. NGOs, die sich seid Jahren gesellschaftlich für mehr soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz und wirtschaftliche Verantwortung einsetzen, wird die Gemeinnützigkeit entzogen. Währenddessen stuft der Verfassungsschutz in Österreich den Verein “Omas gegen Rechts” als linksradikal ein und der von Hessen möchte die NSU Akten nicht freigeben. Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck plädiert für eine erweiterte Toleranz gegenüber rechts – ungeachtet der Studien, die zeigen, dass die Wählerschaft der AfD mehrheitlich zu Verschwörungstheorien neigt und die Partei nicht etwa aus Protest trotz ihrer demokratiefeindlichen Haltung wählt, sondern ganz bewusst gerade deshalb. Für so etwas sollen Frauen wie der SPD Politikerin Sawsan Chebli, die tagtäglich mit Verbalgewalt und Drohungen gegen sich, ihre Familie und ihr ungeborenes Kind überschüttert wird, dann Verständnis haben. Und das soll auch Pinkstinks-Vorsitzende Stevie Schmiedel nicht weiter beunruhigen, die aktuell immer noch auf der öffentlich einsehbaren antisemitischen Neonazifeindesliste “Judas Watch” steht, die einfach nicht aus dem Netz zu kriegen ist. Tut es aber. Denn wir reden hier nicht von einem randständigen Phänomen, sondern von der Mitte der Gesellschaft, die sich über die Hufeisentheorie austauscht, derzufolge die extreme Rechte von der extremen Linken quasi nicht zu unterscheiden ist, und der knapp zwei Wochen vor Hanau auf dem Cover des Spiegels Björn Höcke entgegenblickt.
Der neue Spiegel ist da! Der Dämokrat – Wie der Flirt mit Höckes AfD die Berliner Republik vergiftet. Das und mehr ab morgen am Kiosk und ab jetzt hier: https://t.co/AP4uH89YwL pic.twitter.com/CA0Uz4c2xN
— DER SPIEGEL (@derspiegel) February 7, 2020
Die Mitte beschwert sich also darüber, dass “der Flirt mit Höckes AfD die Berliner Republik vergiftet”, während sie genau durch diese Darstellungsweise mit Höckes AfD flirtet. So als wäre nicht klar, dass das aufhören muss.
"Warum Höcke auf dem "Spiegel"-Cover, warum Weidel bei "Anne Will"? Warum Gauland beim "FAZ"-Geburtstag? Wann hört das endlich auf?", frage ich.https://t.co/jaOFU868i4
— Mirna Funk (@MirnaFunk) February 26, 2020
So als hätte man sich zu diesem Themenfeld gar keine Alternative für eine Covergestaltung ausdenken können.

Dabei müsste doch klar sein, was nicht erst jetzt ansteht sondern längst überfällig ist:
»Ich will Konsequenzen. Ich will ein verschärftes Waffenrecht. Ich will, dass die NSU-Akten geöffnet werden. Ich will, dass die Sicherheitsbehörden ihrer gottverdammten Pflicht nachkommen, die Menschen in diesem Land zu schützen.
— Ronya Othmann (@OthmannRonya) February 26, 2020
Schutz von Minderheiten und Marginalisierten, Konsequenzen für die Täter, Bildungsprogramme gegen politische Einfalt und Diskriminierung, Antifaschismus, Antisexismus. Aber genau diese Dinge erklärt die selbsternannte Mitte der Gesellschaft gerade für verzichtbar. In Deutschland wird gegen Rechtsterrorismus zu wenig getan – auf allen Ebenen.
Wann kommt die Warnung von Social Media Plattformen: Hilf mit, die Ausbreitung von Rechtsterrorismus zu verhindern? pic.twitter.com/Ng6O5U97GH
— Quattromilf(@ebonyplusirony) February 26, 2020
Und diejenigen, die etwas tun wollen und könnten, werden damit beschäftigt gehalten, ihr Tun vor der Mitte der Gesellschaft zu rechtfertigen. So als wäre es keine Selbstverständlichkeit, sich gegen Faschismus, Hass und Gewalt zu engagieren. Es sind die Überlebenden, die zu Einigkeit aufrufen, während Deutschland, wie Mely Kiyak schreibt, noch nicht einmal dazu bereit ist, die Schwere und die Bedeutung der Tat anzuerkennen:
“In Paris bei Charlie Hebdo war das so (da lief die Kanzlerin in der ersten Reihe mit François Hollande und David Cameron), 3.7 Millionen Franzosen waren auf der Straße. In Neuseeland nach Christchurch, in Norwegen nach Utøya. Wirklich überall werden Trauerzeremonien national organisiert. In Deutschland wird für einen Tag Fasching abgesagt.”
Deutschlands extreme Rechte ist geeint in ihrem Antisemitismus, ihrem Rassismus und ihrem Frauenhass. Sie erfährt viel zu viel Unterstützung, Toleranz oder Ignoranz. Und zwar von einer gesellschaftspolitischen Mitte, die immer noch nicht wahrhaben will, dass Trauerbeflaggung und warme Worte für den Schutz von Frauen und Minderheiten nicht proaktiv genug sind. Es braucht mehr. Wir brauchen mehr. Demokratie muss wehrhaft sein, inklusiv und antirassistisch. Und wenn ihr uns fragt, selbstverständlich auch feministisch.
Gerade zum Weltfrauentag können wir das nicht laut genug sagen.
Kommentare zu diesem Text könnt ihr uns in unseren sozialen Netzwerken hinterlassen und dort mit insgesamt 110.000 Menschen teilen!
Der Beitrag Hass, Gewalt und die Mitte der Gesellschaft erschien zuerst auf Pinkstinks Germany.