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Potsdam (dpa) In Brandenburg sind Angriffe auf homo- und transsexuelle Geflüchtete weiter hoch.

Im vergangenen Jahr ordnete die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Tolerantes Brandenburg von insgesamt 66 registrierten Fällen mehr als 40 dem Bereich Migration zu. “Die meisten Übergriffe passieren nach wie vor in den Flüchtlingsunterkünften”, sagte Projektleiter Carsten Bock. Auch in den Vorjahren waren die meisten Hilfesuchenden Geflüchtete. Am Sonntag ist der Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie.

Insgesamt ist die Zahl homo- und transphober Angriffe nach den Worten von Bock leicht zurückgegangen: im Jahr 2018 zählte die Arbeitsgemeinschaft noch 78 Fälle. Die Polizei in Brandenburg registrierte acht Fälle, bei denen Menschen aus homophobem Motiv angegriffen worden sind — darunter zwei Beleidigungen und eine gefährliche Körperverletzung. Die Zahlen unterscheiden sich, da es nicht bei allen Beratungen zu einer Anzeige kommt. 2018 und 2017 registrierte die Polizei jeweils sechs Fälle.

Für die Geflüchteten versuche man häufig, gemeinsam mit den Mitarbeitern der Einrichtungen eine Lösung zu finden, sagte Bock. Das sei wichtig, da die Menschen erst einmal weiter in den Einrichtungen bleiben müssten. Manchmal sei das aber nicht möglich, berichtete der 52-Jährige. Manche der Geflüchteten, die Hilfe bei dem Beratungsprojekt suchen, würden so stark bedroht, dass sie in andere Einrichtungen gebracht werden müssten. “Manchmal müssen sie sogar in einen anderen Landkreis”, sagte Bock.

Rund drei bis vier homosexuelle Geflüchtete pro Woche suchten Hilfe bei dem Beratungsprojekt, berichtete Jirka Witschak, Projektleiter der Landeskoordinierungsstelle Queeres Brandenburg, das unter demselben Dach wie die Potsdamer Arbeitsgemeinschaft sitzt. “Flüchtlingsberatung ist absolut unser Schwerpunkt”, sagte der 49-Jährige. Besonders schwierig sei es derzeit, da die Bewohner aufgrund der coronabedingten Einschränkungen die Einrichtung nicht wie gewohnt verlassen könnten. Das mache vielen zusätzlich zu schaffen.

Article note: #applaus!

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark hat beschlossen, insgesamt 15 minderjährige Geflüchtete von den griechischen Inseln aufzunehmen und den Landkreis zum „sicheren Hafen“ zu erklären. Ein entsprechender Antrag der Fraktion Die Linke wurde am Mittwoch beim Kreistag in Bad Belzig mit knapper Mehrheit beschlossen. Dem Netzwerk „Sichere Häfen“ gehören mittlerweile über 140 Städte und Kommunen in Deutschland an. Sie erklären sich damit bereit, aus Seenot gerettete Menschen zusätzlich zu den bereits verteilten Geflüchteten aufzunehmen. Die Initiative „Seebrücke“, die das Netzwerk „Sichere Häfen“ mitgegründet hat, hatte vor dem Kreistag eine kleine Demo durchgeführt.

Landrat und CDU haben Probleme mit Äußerungen der Initiative
Ursprünglich sah der Antrag vor, sieben minderjährige Geflüchtete aufzunehmen. Dies sei laut Landrat Wolfgang Blasig bereits durch die Verwaltung geprüft und genehmigt worden. Diese hatte signalisiert, dass Potsdam-Mittelmark acht minderjährige Geflüchtete aufnehmen könne. Die Linke erweiterte daraufhin den Antrag um mindestens sieben weitere Geflüchtete, insgesamt sollen also 15 zusätzliche Geflüchtete aufgenommen werden. Blasig und Politiker der CDU-Fraktion, die bekundeten, Probleme mit politischen Äußerungen der Initiative „Seebrücke“ zu haben, hatten sich in der Debatte zuvor gegen die Erweiterung des Antrags ausgesprochen.

Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie beschlossen
Auf dem Kreistag wurden auch Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie beschlossen: So einigten sich die Abgeordneten darauf, 500.000 Euro für die Beschaffung von Schutzausrüstungen und Desinfektionsmittel zur Verfügung zu stellen. Diese sollen vor allem Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Rettungsdiensten zu Gute kommen. Ebenfalls beschlossen wurde eine einmalige Coronaprämie in Höhe von 500 Euro für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses „Ernst von Bergmann“ in Bad Belzig.

Article note: #whoop! + #daumendrück!

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