Article note: "Stellen Sie diese Verfahren ein!" +1

Am 21. April 2020 haben rund 80 Menschen mit einem spontanen Spaziergang im Park Babelsberg den vorzeitigen Abrissbeginn am Strandbad und Bootshaus durch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten verhindert.

Jetzt haben Dutzende Spaziergänger*innen und Aktivist*innen Anhörungen zu einem Bußgeldverfahren nach der damals gültigen Eindämmungsverordnung bekommen.
Damit könnte der Konflikt um das Thema „Strandbad“ erneut eskalieren.

Wir fordern die Stadt Potsdam dringend auf, den Vorwurf des Verstoßes gegen Eindämmungsverordnung und Infektionsschutzgesetz fallen zu lassen.
Alle Menschen vor Ort haben sich an Abstandsregeln gehalten, fast alle haben einen Mund – Nase – Schutz getragen, haben den Ort freiwillig und ohne Aufforderung verlassen.
Die hier versandten Anhörungen sind vollkommen willkürlich.

Anhängend finden alle Betroffenen einen von einem Anwalt geprüften Widerspruch, dieser muss persönlich und fristgerecht versandt werden:
Bitte meldet Euch bei uns, damit wir alle Fälle sammeln und beraten können!

Widerspruch bei Potsdam — Stadt für alle herunterladen

Gemeinsamer und öffentlicher Widerspruch!

Am 21. April 2020 wollte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten mit den Abrissarbeiten des bisherigen Funktionsgebäudes des Seesportclubs am Babelsberger Park beginnen. Damit sollte vor einer Stadtverordnetenversammlung und dem Vor – Ort – Termin vollendete Tatsachen geschaffen werden.

Nach dieser Information spazierten am 21. April 2020 rund 80 Menschen am Strandbad vorbei und bekundeten ihren Protest an den Plänen von SPSG und Stadt, zum Teil durch mitgebrachte Schilder und
Transparente.

Nun haben einige Menschen Post bekommen von der Landeshauptstadt Potsdam und sollen Stellung dazu nehmen, dass sie angeblich gegen die Eindämmungsverordnung und das Infektionsschutzgesetz verstoßen hätten.

Das wollen wir hiermit gemeinsam und öffentlich tun:

Wir widersprechen in aller Deutlichkeit den Vorwürfen gegen die geltende Corona – Eindämmungsverordnung verstoßen zu haben!

Die am 21. April zwischen 12:00 und 12:25 vor dem Strandbad anwesenden Personen waren weder zu einer Kundgebung anwesend, noch missachteten sie die gebotenen Mindestabstandsregelungen. Vielmehr handelte es sich bei ihnen um Einzelpersonen oder Kleingruppen mit bis zu drei Personen – oft Familien und Spaziergänger, die durch das Verweilen vor dem Strandbad Babelsberg, zum Teil durch mitgebrachte Schilder ihren individuellen Protest an diesem Tag kundtun wollten. Unter den anwesenden Menschen waren auch viele, eher zufällig anwesende Spaziergänger.

Es ist vollkommen unverhältnismäßig, diesen Menschen nun eine Ordnungswidrigkeit auferlegen zu wollen. Alle notwendigen Abstandsregeln wurden eingehalten, fast Alle trugen einen Mund – Nase – Schutz. Als nach rund 20 min. immer mehr Spaziergänger anhielten und zuschauten und immer mehr Polizei hinzu kam, haben alle Menschen freiwillig und zügig diesen Ort verlassen. Dies konnten fast alle tun. Es gab keine Aufforderung der Polizei, diese hat die große Mehrheit der Menschen auch ohne Kontrolle gehen lassen. Erst ganz zum Schluss kontrollierten sie die jetzt noch Anwesenden und nahmen deren Personalien auf. Darunter waren meist Familien mit Kindern, von denen überhaupt nicht ersichtlich war, ob sie wegen des Themas gekommen oder zufällig auf einem öffentlichen Parkweg unterwegs waren.

Gleichzeitig fand in wenigen Hundert Meter Entfernung eine spontan angemeldete und genehmigte Kundgebung zum gleichen Thema statt.

Wir fordern die Ordnungsbehörde der Landeshauptstadt Potsdam daher eindringlich auf, von dem Ordnungswidrigkeitsverfahren Abstand zu nehmen!

Es wurden keine Hygiene – und Abstandsregeln verletzt, es ist überhaupt nicht ersichtlich, welche nun betroffenen Menschen überhaupt wegen dem Thema „Strandbad“ vor Ort waren und es ist eine Ungleichbehandlung, wenn Dutzende Menschen ohne Kontrolle den Ort verlassen dürfen und eine zufällige Anzahl nicht.

Nicht zuletzt geht es hier auch um ein weiter brisantes und gesellschaftlich heftig diskutiertes Thema. Auch hier kann die Landeshauptstadt ein Zeichen für die Befriedung dieses Konfliktes setzen:

Stellen Sie diese Verfahren ein!

Hiermit legen wir alle Widerspruch ein!

An weitere Betroffene:

Meldet Euch bei uns. Wir sammeln alle Anzeigen, haben einen Anwalt einbezogen und beraten gemeinsam das weitere Vorgehen.

Denkt daran, jede/r muss selbst und fristgerecht Widersprucheinlegen.

Dazu verwendet bitte den Text oben.

Article note: Ich bin bei solchen Meldungen (durch diese Entwicklung) schon immer etwas traurig ... :'(

Normalerweise ist es mir keinen Beitrag wert, wenn eine Website ihren RSS-Feed einstellt. Wenn es aber um eine der größten Nachrichtenagenturen der Welt geht, sieht das ganze anders aus. Reuters RSS-Feed-Seite scheint schon seit gestern nicht mehr aktiv zu sein. Eine offizielle Stellungnahme gab es nicht. 

Seit einigen Jahren nutzte ich den RSS-Feed von Reuters immer wieder mal. Es kam in der Vergangenheit schon oft vor, dass der Feed für ein paar Stunden nicht mehr zugänglich war. Normalerweise ticken bei Reuters über das ganze Jahr und rund um die Uhr neue Meldungen rein. Da es nun schon seit über 48 Stunden keinen neuen Feed gab, fällt dieser Vorfall definitiv aus der Reihe und ich halte es für möglich, dass Reuters sich einfach still und heimlich vom RSS verabschiedet hat. Genau das würde ironischerweise auch zum RSS passen, der in der schnelllebigen Medien-Welt still, heimlich und bescheiden funktioniert.

Der Tod des RSS-Feeds wird im Internet immer wieder mal beklagt und die Notwendigkeit und die Vorteile der RSS-Feeds werden immer wieder beschworen. Dabei steckt hinter der Fürsprache für RSS nicht nur Nostalgie für eine vergangene Zeit des Internets. RSS-Feeds sind die beste Möglichkeit, einen eigenen Feed aus Blogs, Magazinen, Websites, News-Portalen etc. zusammenzuschustern. Ohne Werbung und ohne Mittelsmann, der einem ungewünschte Inhalte zukommen lässt. 

Für größere Nachrichtenportale überwiegen aber mittlerweile wohl die Nachteile. Denn auch AP hat die RSS-Feeds schon vor einiger Zeit abgelegt. Durch RSS-Feeds kann ein Ersteller von Inhalten keine Werbung schalten und hat auch keine Möglichkeit, direkt sein Publikum zu vergrößern. RSS-Feeds stammen noch aus einer Zeit vor Twitter, Facebook, Reddit etc. Sie haben absolut keine soziale Komponente, weshalb sie für Werbetreibende uninteressant sind. Für größere Portale wie Reuters gibt es auch ein Interesse, RSS-Feeds zugunsten der eigenen App zu vernachlässigen.

Dennoch ist die ganze Geschichte eigentlich halb so tragisch wie sie sich zunächst anhört. Wer unbedingt weiterhin RSS-Feeds von Reuters benutzen möchte, kann zum Beispiel Tools wie fetchRSS oder RSS-Bridge benutzen. Diese wandeln Twitter-Nachrichten in RSS-Feeds um. Wenn ein Feed interessiert, hilft dann jede Suchmaschine weiter.

Article note: +1

Whoa ey also langsam wird mir das ja zuviel, was mir hier für Leute Leserbriefe zu Corona schreiben.

"Ja gut, sind 400.000 Tote. Aber …"

Dude, 400000 Tote!!! WTF? Wie kann man da zu relativieren versuchen! Was für Unmenschen schreiben mir hier eigentlich Leserbriefe?!?!

Erinnert ihr euch noch an 9/11? ~5000 Tote.

Der erste Golfkrieg? ~100k Tote. Die Schätzungen für den 2. Golfkrieg gehen von 150k bis 600k.

Wir reden hier also von derselben Größenordnung wie beim Golfkrieg!

Was für ein fieses Monster muss man eigentlich sein, um 400k Tote wegrelativieren zu wollen? Soviele Menschen wohnen grob in Potsdam und Kiel zusammen! Das ist einmal Bochum ausradiert! WTF?!?

Gibt es eine gutartigere Erklärung als dass diese Einsender Rassisten sind und Tote nicht so schlimm finden, solange sie braune Haut haben? Ich komm hier aus dem Kotzen nicht heraus gerade.