
Als Kunde der Telekom seid Ihr eventuell schon einmal über die Navigationshilfe der Telekom gestolpert, nämlich dann, wenn Ihr versucht habt, eine nicht erreichbare Seite im Internet aufzurufen. Statt einer lapidaren „Server nicht gefunden“-Meldung, gibt es eine hübsche Linkliste, die mit Telekom-Branding bereitstand. Diese Funktion konnte man als Kunde auch deaktivieren, standardmäßig war sie aber aktiviert.
Dieser Eingriff brachte der Telekom nun eine Anzeige ein. 2009 wurde die Funktion eingeführt, seit dem 26. April ist sie nun nicht mehr verfügbar. Das Problem war nämlich nicht nur, dass eben eine andere Seite angezeigt wurde, sondern auch gleichzeitig Daten an Dritte übermittelt wurden. Würde ein „Angreifer“ so vorgehen, würde man von DNS-Hijacking sprechen, die Telekom versuchte all die Jahre, dies dem Kunden als Service schmackhaft zu machen. Das Ganze ist durchaus auch strafrechtlich relevant, das es sich um eine Datenveränderung handelt, die nach §303a StGB strafbar ist.
Ich selbst hatte die Navigationshilfe seinerzeit auch gesehen, habe sie allerdings einfach deaktiviert, ohne mir da groß Gedanken zu machen. Erinnern kann ich mich aber, dass ich das damals schon seltsam fand, dass ein Anbieter so vorgehen kann. Ist aber eben auch schon 10 Jahre her. Wie sieht es bei Euch aus? Habt Ihr das deaktiviert, nutzt Ihr sowieso einen anderen DNS oder fandet Ihr es gut, dass Ihr statt einer Nichterreichbarkeits-Meldung gleich Surfvorschläge erhalten habt?
Für Details zu dem Fall empfehle ich Euch den Artikel der Kanzlei Hoenig, der fasst das sehr schön zusammen.
-> Zum Beitrag Deutsche Telekom: Nach 10 Jahren ist es mit der hijackenden Navigationshilfe vorbei
-> Zum Blog Caschys Blog
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