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Neue Klima-Fake-News in der “WELT”

Es war ja eigentlich zu erwarten. Kaum treten Extremwetterereignisse ein, wie sie seit Jahrzehnten von der Klimaforschung als Folge einer globalen Erwärmung beschrieben werden, kommt die „Welt“ und versucht verzweifelt zu erklären, warum eigentlich alles ganz anders ist. Es kann halt nicht sein, was nichts sein darf – womit soll Ulf Poschardt denn noch in der Gegend herumfahren, einem seelenlosen Elektroauto? Pfui…

Die „„Welt“ ist in dieser Debatte nun wahrlich keine Unbekannte, so steht dort seit nunmehr 10 Jahren ein Artikel online, der in seiner Überschrift dem vollkommenen Blödsinn verfällt, die CO2-Theorie sei nur geniale Propaganda. Mit „CO2-Theorie“ ist hier tatsächlich die tausendfach bestätigte Beobachtung gemeint, dass Treibhausgase mit Wärmestrahlung wechselwirken und dadurch Atmosphären erwärmen können.

Sorry AfD: Konsens über menschengemachten Klimawandel jetzt bei 100%!

Klimawandelleugnung in der „WELT“

Wäre ich „Chefreporter Wissenschaft“ eines Mediums, wäre mir so eine Altlast ähnlich peinlich wie die Behauptung im Ressort Medizin, man könne einen Corona-Patienten durch Anwendung der Vier-Säfte-Lehre oder mit Tinkturen aus Schafsdung heilen, aber Axel Bojanowski, „Chefreporter Wissenschaft” der „Welt“, scheint hier andere Standards zu haben. Aktuell wird dort wieder die Klimakrise verharmlost und zwar mit dem Meinungs(!)-Artikel „Der unappetitliche Klima-Bluff”.

Hier zuerst eine kurze Übersicht über die Fakten: Katastrophale Wetterereignisse gab es auch schon vor dem Klimawandel, aber sie werden durch den Klimawandel deutlich wahrscheinlicher. Starkregen wird (noch) nicht eindeutig mehr, aber die Intensität der Starkregenereignisse nimmt ganz klar zu. Und auch, wenn viele Zusammenhänge noch nicht ganz klar sind:

Der Jetstream hat sich empirisch in den letzten Jahren verändert, sodass es zu mehr verharrenden Wetterereignissen kam. Das alles hätte zum Schluss führen müssen, dass wir mehr Katastrophenschutz brauchen. Doch offenbar ist die neue Realität der Wetterextremen bei Vielen noch nicht angekommen – auch dank Artikeln wie dem in der „WELT“.

Strohmann Argument: Katastrophen werden durch Klimawandel wahrscheinlicher

Die „WELT“ nutzt in diesem Artikel mehrere Argumentationstechniken, die auf den ersten Blick plausibel wirken, auf den zweiten Blick aber einer kritischen Prüfung nicht standhalten können. Gleich im zweiten Absatz wird behauptet:

„Für Aktivisten, manche Politiker und Medien ist die Sache klar: Die Flutkatastrophe sei eine Folge des Klimawandels“

Das ist genau genommen schon unlauter argumentiert, denn die Warnung aus der Klimaforschung lautet vielmehr, dass die Klimaerwärmung Extremwetterereignisse wie die beobachteten Überschwemmungen in NRW und Rheinland-Pfalz wahrscheinlicher macht. Dass dieses eine Starkregen-Ereignis nun zu 100% auf die globale Erwärmung zurückzuführen ist, kann niemand seriös beantworten. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass das der Fall ist, steigt mit jedem zusätzlichen Zehntel Grad auf dem globalen Thermometer. Der „WELT“-Autor nutzt hier also ein sogenanntes “Strohmann”-Argument. Man widerlegt einen Punkt, den die Gegenseite gar nicht gebracht hat.

Sollte euch das nicht zwingend genug klingen: Wenn eine Person jahrelang täglich zwei Packungen Zigaretten raucht und anschließend einen Herzinfarkt erleidet oder an Lungenkrebs erkrankt, können wir auch nie mit Sicherheit sagen, ob der Tabakrauch das Leiden ausgelöst hat oder nicht. Fakt ist aber: Durch Tabakrauch erhöht man sein Risiko für solche Krankheiten drastisch. Wer die Klimakrise also für ungefährlich hält, weil ein einzelnes Extremwetterereignis nicht zweifelsfrei auf die 420 PPM CO2 in unserer Atmosphäre zurückzuführen sind, der kann auch mit seinen Kindern auf dem Rücksitz ein paar Zigarren genießen (bitte tut das nicht).

Cherrypicking: Es gibt Trends zu mehr Starkniederschlag

Die nächste Falschbehauptung ist, dass es in Deutschland keinen Trend zu mehr Tagen mit Starkniederschlag gibt. Dabei nutzt der „WELT“-Autor die Technik des Cherry Pickings:

Er nennt nur Daten, die seine Argumentation stützen, aber lässt alles weg, was nicht dazu passt. Hier geht es um zwei unterschiedliche Werte. Der „WELT“-Autor sagt richtigerweise, dass bisher die Zahl der Starkregentage nicht signifikant (!) steigt. Allerdings verschweigt er, dass die Intensität solcher Starkregenereignisse steigt, was man daran sehen kann, dass viel häufiger Regenrekorde gebrochen werden.

Grundsätzlich wird die Zunahme von Starkregen nicht gemessen, indem man einfach die Anzahl der Tage zählt, an denen eine gewisse Mindest-Regenmenge gemessen werden konnte. Bojanowski hat hier vermutlich wahllos Zahlenreihen gesucht, die das vorher festgelegte Ergebnis seiner Recherche “belegen” sollten.

Dazu passt auch Bojanowskis Tweet, den er drei Tage nach dem Artikel veröffentlichte. Auch hier werden Daten des Deutschen Wetterdienstes herangezogen, um die Behauptung zu stützen, der Starkregen in Deutschland habe gar nicht zugenommen:

Der Verweis auf den Klimawandel ist irreführend. Zwar macht die globale Erwärmung Starkregen wahrscheinlicher. Der Deutsche Wetterdienst kann aber noch keine Zunahme von Tagen mit Extremniederschlag in Deutschland feststellen. pic.twitter.com/1msMquys9c

— Axel Bojanowski (@Axel_Bojanowski) July 18, 2021

dilettantisches Argument

Auch ohne meteorologische Ausbildung kann man sehen, wie dilettantisch das Argument ist. Zu sehen ist die Anzahl der Tage pro Jahr mit mehr als 10 mm Niederschlag bzw. mehr als 10 Liter / m². Ja, diese Tage haben nicht zugenommen, aber 10 mm Niederschlag ist auch alles andere als ein Extremwetterereignis mit komplett überfluteten Orten und Todesopfern.

Bojanowskis Tweet zeigt ja allein für das Jahr 2019 insgesamt 19 solcher Tage, nun kann ich mich aber gar nicht an all die Sondersendungen von vor 2 Jahren erinnern, in denen über komplett weggeschwemmte Ortskerne berichtet wurde. Vermutlich, weil es solche Sondersendungen gar nicht gab.

Ja, an einem Tag mit 10 Liter Niederschlag / m² plant ihr am besten nicht den Grillabend, aber für ein Starkregenereignis müssen 5 Liter Niederschlag in 5 Minuten oder 25 Liter pro Stunde gefallen sein (jeweils pro Quadratmeter). Wenn er sich hingegen auf 24 Stunden verteilt, ist das nicht zwingend gefährlich. In Hagen NRW hingegen fielen 78 Liter pro m² innerhalb von nur einer Stunde (Quelle).

Was sagt eigentlich der DWD, der hier von Bojanowski ständig als Zeuge seiner Behauptungen genannt wird? Anfang Juli war der Sprecher des DWD diesbezüglich recht eindeutig:

„Es gibt eine Tendenz, dass in Deutschland solche Gewitter mit Starkregenereignissen häufiger auftreten.” Dies zeigten die Werte eines Radarverbundsystems, das seit 20 Jahren lückenlos die Niederschlagsereignisse im Land aufzeichne.

Die Modelle aus der Klimaforschung sind hier außerdem recht eindeutig

Wärmere Luft kann mehr Wasserdampf speichern, pro Grad Celsius Erwärmung etwa 7 Prozent mehr Wasserdampf. Damit ist die Stärke möglicher Niederschlagsereignisse schlicht höher. Bei Lanz erklärt ein Meteorologe es ganz konkret am Beispiel der aktuellen Katastrophe: Die Regenmenge war auch deshalb höher, weil die Ostsee wärmer war, aus der das Unwetter kam (Quelle bei min 45).

Empirische Untersuchungen realer Wetterdaten wie z.B. diese, die jeweils das Auftreten von Regenrekorden in kurzer Zeit zählt, bestätigen das: “Nimmt man nur die Daten für Nordeuropa, wird der Anstieg ebenfalls ab ca. 1990 signifikant, erreicht aber bis 2010 einen Wert von rund 50%.” (Quelle)

Auch andere Analysen zeigen, dass die maximalen Niederschlagsmengen jeweils zunehmen:

Der Einfluss des Klimawandels auf Extremniederschläge in Mitteleuropa (DE/NL/AT/CH) kann nun auch in Beobachtungsdaten nachgewiesen werden. Zusammen mit @erichfischer veröffentlicht auf https://t.co/GVSnpEqj13 (open access!) pic.twitter.com/77WpfoKVnv

— Joel Zeder (@JoelZeder) July 20, 2020

Zusammenfassend: Bei der Zahl der Starkregenereignisse gibt es noch keine sicheren Erkenntnisse aufgrund von zu wenig Daten, bei der Intensität ist die Sache allerdings deutlich klarer, hier werden viel öfter Rekorde gebrochen als früher. Letzteres ist aber viel relevanter für die Frage, ob es eine ähnliche Katastrophe in diesem Ausmaß auch ohne Klimawandel gegeben hätte.

Dass mehr Rekorde gebrochen werden, ist genau das was wir aktuell in NRW beobachten konnten. Der DWD schreibt in einer ersten Einschätzung, das aktuelle Unwetter in NRW hätte “an einer ungewöhnlich großen Zahl von Stationen im Westen bisherige Rekorde weit übertroffen.” (Quelle) Das gehört zum Trend schreibt der DWD: “Die Anzahl der Tage mit Niederschlag nimmt eher ab, während sich der Niederschlag selbst an den verbliebenen Tagen intensiviert.”

Jetstream: Eigene Quelle widerspricht auf Twitter

Als nächstes behauptet der Artikel ohne plausible Begründung, es gebe keine Auswirkung der globalen Erwärmung auf den Jetstream. Dabei handelt es sich um extrem schnelle und starke Winde in der oberen Atmosphäre mit Geschwindigkeiten zwischen 200 km/h und 500 km/h, die maßgeblich die Luftdruckverteilung und das Wetter beeinflussen. Es wird schon länger diskutiert, ob die Klimaerwärmung diese Winde abschwächt und dadurch Hoch- oder Tiefdruckgebiete länger an einem Ort verharren und somit zu stärkeren Extremen wie der diesjährigen Hitzewelle in Nordamerika oder eben den Überflutungen in Westeuropa führt.

Bojanowski behauptet nun einfach ins Blaue hinein, dieser mögliche Zusammenhang widerspreche dem Stand der Wissenschaft. Ztiert dazu jedoch nur Studien, die seiner eigenen Aussage gleich mehrfach widersprechen:

Behauptung 1: Eine Häufung verharrender Wetterlagen gebe es laut Klimaforschern in Europa gar nicht. Der Witz daran: Er begründet das mit einer reinen Modellierungsstudie (die also nicht auf konkreten Messdaten beruht), die zudem auch noch sowohl starke Zunahmen als auch starke Abnahmen solcher sich sehr langsam bewegender Wetterlagen zeigt:

Es scheint also laut diesem Modell in Zukunft sowohl mehr als auch weniger dieser persistenten Wetterlagen zu geben, eventuell schlicht ein Anzeichen dafür, dass die Modelle speziell das Abbremsen des Jetstreams und damit das Auftreten persistenter Wetterlagen nicht gut abbilden können.

Echte Messdaten sagen was anderes

Schaut mal sich nun aber echte Messdaten an, so zeigen diese, dass verharrende Wetterbedingungen in den letzten 60 Jahren tatsächlich zunahmen. Die „WELT“ versucht hier also das Kunststück, tatsächlich gemessene Werte mit theoretischen Modellen zu widerlegen. Das ist so als würde jemand während eines Vulkanausbruchs inkl. auf der Straße zerberstenden Lavabrocken die Leute dazu aufrufen, doch nicht die Stadt zu evakuieren, weil der Vulkan seinen Berechnungen zufolge gar nicht ausbricht (Die Volksverpetzer-Redaktion empfiehlt für solche Situationen schnelles Wegrennen).

Das ist übrigens nicht nur die Lesart unserer Redaktion, auch die von Bojanowski verlinkte Studie selbst identifiziert einen tatsächlich verlangsamten Jetstream mit der Folge persistenter Wetterlagen als eine Ursache für Rekord-Hitzewellen:

„In recent summers, Europe experienced record-breaking heatwaves, wildfires (in Northern Europe), and large-scale water scarcity. Apart from anthropogenic warming, one contribution leading to such exceptionally hot weather was a weaker jet stream allowing a quasi-stationary high-pressure system to persist for many days.“

Und auch der Senior Author dieser Studie, Reto Knutti, hat sich auf Twitter eindeutig zur Häufung von Starkniederschlägen durch den Klimawandel geäußert, hier:

Bis es auch der Hinterletzte verstanden hat:
1) Starkniederschläge nehmen mit dem Klimawandel zu. 2) Die Variabilität nimmt auch zu, selbst bei Tendenz zu trockenen Sommern sind Situationen wie jetzt zu erwarten.
4) Hitzewellen nehmen zu.
3) Der Klimawandel kostet. https://t.co/KlDivXC0xL

— Reto Knutti (@Knutti_ETH) July 14, 2021

und besonders lesenswert hier noch mal:

1/ Heftige Niederschläge in Teilen der Schweiz in den letztenTagen. Bahnhöfe unter Wasser, die Aare bedrohlich hoch.

Klimawandel oder Zufall?

Thread…https://t.co/aOBvxd67XC

— Reto Knutti (@Knutti_ETH) June 25, 2021

Modelle widerlegen nicht die Realität

Die „Welt“ präsentiert hier also eine einzelne Studie als „Stand der Wissenschaft”, die überhaupt nicht herausgefunden hat, was der Autor behauptet (die Modelle zeigen Zu- UND Abnahmen). Und die zudem als reine Modellierungsstudie zukünftige Szenarien aus Klimamodelle ableitet und deren Senior Author den Behauptungen der „Welt“ vehement widerspricht.

Behauptung 2: Es sei unklar, ob der Jetstream schlingere. Hierfür wird eine Studie von Blackport & Screen herangezogen, die sich explizit auf Untersuchungszeiträume in Herbst und Winter beschränkt und somit keinerlei Erklärungsrelevanz für die beobachteten Wetterereignisse im Sommer hat:

“Here, we show that the previously reported trend toward a wavier circulation during autumn and winter has reversed in recent years, despite continued Arctic amplification, resulting in negligible multidecadal trends.”

In Behauptung 3 versteigt Bojanowski sich vollends ins Reich der Fantasie und erklärt, die Wirkung der globalen Erwärmung auf den Jetstream sei nicht nur nicht beobachtet, sondern sogar “erneut widerlegt” worden. Als kleine Einordnung, wie steil diese These ist: Ein wissenschaftliches Team könnte maximal einen unveränderten Jetstream beobachten, aber das reicht nicht aus, um der globalen Erwärmung grundsätzlich eine potentielle Wirkung auf den Jetstream abzusprechen. Diese wäre ja weiterhin theoretisch denkbar, da diese weiter voranschreitet.

„Welt” täuscht einfach über Fakten und den Stand der Wissenschaft

Hinzu kommt, wie auch schon in Punkt 1, dass die Beobachtungen des Jetstream eben sehr wohl eine Abschwächung zeigen, zu denen nur die Modellierung nicht so recht passen wollen. Das steht übrigens nicht irgendwo, sondern im von Bojanowski höchstselbst als Beleg für seine unsinnige Behauptung zitierten Konferenzbeitrag:

“Hence, we derive an observationally constrained model response showing a modest weakening of mid-latitude tropospheric and stratospheric winds, an equatorward shift of the Atlantic and Pacific storm tracks, and a negative North Atlantic Oscillation.”

“Daraus leiten wir eine auf Beobachtungen basierende Modellantwort ab, die eine leichte Abschwächung der troposphärischen und stratosphärischen Winde in den mittleren Breiten, eine äquatoriale Verschiebung der atlantischen und pazifischen Sturmzüge und eine negative nordatlantische Oszillation zeigt.”

Denkfehler, der sich durch den ganzen Text zieht

Diese Arbeit untersucht also ebenfalls nur Effekte im Winter (was für den Sommer denkbar irrelevant ist), fördert ebenfalls kein eindeutiges Ergebnis zu Tage und berichtet sogar von Modellantworten mit leicht abgeschwächten Winden. Wo in aller „Welt“ der Autor hier eine Widerlegung der These gefunden haben will, dass globale Erwärmung den Jetstream beeinflusst, ist uns absolut schleierhaft. Ob die „Welt“-Redaktion einfach davon ausgeht, dass ihre Leser:innen die Quellenlinks ohnehin nicht anklicken und einfach irgendwelche Artikel wollen, die sie in die Familien-WhatsApp-Gruppe posten können?

Und so zieht sich dieser grundsätzliche Denkfehler durch seinen Artikel. Die Fakten sind recht eindeutig: Es gibt eine beobachtete Zunahme der Niederschlagsextreme und eine Abschwächung des Jetstream im Sommer in den mittleren Breiten. Dagegen hält Bajanowski, dass manche Klimamodelle mit offensichtlichen, unter Wissenschaftler:innen bekannten Schwächen etwas anderes vorhersagen, und das auch noch für den Winter.

Das widerlegt gar nichts. Das ist so, als würde ich widerlegen wollen, dass die Berliner Gigafactory von Tesla gebaut wird und dazu krame ich einen Plan von 2015 hervor, in dem Elon Musk den Bau für das Jahr 2025 skizziert. Ja, schön, das war vielleicht mal der Plan aber sie wird halt jetzt gerade gebaut. Mit ein paar Augen im Kopf sieht jeder, dass der Plan offenbar von der Wirklichkeit eingeholt wurde.

Fazit: Axel Springer ist bei Wissenschaftsthemen einfach nicht verlässlich, sondern ideologisch

Es erinnert an die Einmischung von Axel-Springer in die Arbeit der deutschen Virologie im Sommer 2020: Anstatt die klügsten Köpfe ihre Arbeit machen zu lassen, grätschen ihnen ein paar Leute dazwischen und verdrehen Aussagen, um ihre politische Agenda durchzudrücken.

Es wirkt immer öfter so, dass die Auswahl von Expert:innen und Statements bei „WELT“ und BILD nicht den besten wissenschaftlichen Erkenntnissen folgen. Sondern der politischen Ideologie der Chefredaktion, die ihr heiles rosarotes „Welt“bild durch die düstere Realität der Klimakrise gefährdet sieht. Auch werden beide Medien vermehrt unter Querdenker:innen und AfD-Wähler:inen geteilt, die ja ebenfalls für ihre Probleme bekannt sind, die Realität anzuerkennen.

Für seriöse Medien wäre #DIVIGate eine Katastrophe, für WELT war es ein voller Erfolg

Es gehört zum Standardrepertoire der Klimaleugnung, Klimamodelle anzuzweifeln, indem man auf die bislang noch nicht eingetretenen Prognosen verweist, bis die prognostizierten Zustände dann eben doch eintreffen und man zum nächsten Argument weiterzieht. Hier macht die „Welt“ eine 180-Grad-Kehrtwende und versucht nun, mit den bislang verhassten Modellen die Wirklichkeit zu widerlegen, was fast schon lustig wäre, wäre das Thema nicht so ernst.

Zum Thema:

„Verkürzung durch die Medien“: Drosten entlarvt Rhetorik von WELT-Chef Poschardt

Artikelbild: pixabay.com, CC0

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5 Playmobil-Figuren um einen runden Tisch

Mit agiler Softwareentwicklung und Controlling sollen Projekte reibungslos ablaufen. In der Praxis geht das aber häufig schief – warum eigentlich?

Klassisches Controlling und agile Development-Methoden entstammen unterschiedlichen Welten, verfolgen aber grundsätzlich dasselbe Ziel: Softwareentwicklungsprojekte detailliert planen und flexibel aussteuern. In der Praxis erweist sich das Zusammenspiel aufgrund der unterschiedlichen Ansätze aber häufig als schwierig. Viel zu oft laufen Aufwand und Kosten aus dem Ruder, obwohl das Coding in kleinen, agilen Schritten stattfindet und dank regelmäßiger Meetings scheinbar jedes Problem besprochen wird. Was läuft da schief und wie lässt sich das verhindern?

Dass Projekte egal welcher Art und Größe von einer soliden Planung profitieren, wissen sowohl Projektmanager als auch Entwicklerinnen und Entwickler. Jedoch ist die jeweilige Herangehensweise durchaus verschieden. Die Anforderungen kommen aus unterschiedlichen Richtungen, und nicht zuletzt gehen auch die Meinungen darüber auseinander, wann ein erreichtes Ergebnis als gut bewertet werden kann. Das führt häufig zu einer unüberschaubaren Lage – ein Blick auf die Details verrät, warum.

Agile Development-Methoden [1] haben die Art und Weise, wie Software entwickelt wird, in den letzten Jahren entscheidend verändert. Auch wenn nicht in jedem Unternehmen ausschließlich Scrum Master und Agile Coaches für die Strukturierung der Entwicklungsprojekte verantwortlich sind, ist die von Major Releases getriebene Softwareentwicklung in der unternehmerischen Praxis kaum noch anzutreffen. Und das hat gute Gründe: Agile Methoden sind effizienter, transparenter und führen schneller zu verwertbaren Ergebnissen.

Im Wesentlichen geht es darum, durch iterative Schritte, Code Reviews und Tests potenzielle Fehlerquellen früher zu erkennen und entsprechend gegenzusteuern. So werden zu Beginn Projektvisionen klar ausformuliert, Anforderungen katalogisiert und Aufgaben priorisiert. In regelmäßigen Meetings diskutiert das Team möglichst alle Details der in kleinere Stücke zerlegten Projekte – von Akzeptanzkriterien über Integrationsanforderungen bis hin zu Umsetzungsschwierigkeiten.

Wieso passiert es trotzdem, dass die Verantwortlichen oft erst spät im Verlauf des Projektes Budget- und Zeitengpässe erkennen? Das Problem liegt meist nicht bei der Entwicklung, sondern vielmehr an deren ungenügender Integration ins Gesamtprojekt. Denn während DevOps-Initiativen versuchen, Entwicklung und Betrieb schon früh eng miteinander zu verzahnen, um spätere Operations-Anforderungen von Beginn an in den Entwicklungsprozess einfließen zu lassen, finden sich entsprechende Initiativen auf der Business-Seite eher selten. Mit anderen Worten: Entwicklerinnen und Entwickler gestalten Software heute zumeist mit klar definiertem Scope, maßgeschneidert für die Kundenanforderungen. Jedoch sitzen sie in den seltensten Fällen von Beginn an mit am Planungstisch – obwohl das sinnvoll wäre, denn ihre Einschätzungen und bevorzugten Herangehensweisen können sowohl Zeit- als auch Kostenpläne entscheidend beeinflussen. Allzu oft beschränkt sich das gewünschte Feedback auf die Anzahl der benötigten Sprints. Das greift allerdings zu kurz, denn die Softwareentwicklung ist ein kreativer Prozess, der sich schwer planen oder in enge Vorgaben pressen lässt – zumindest dann nicht, wenn der Anspruch an die Qualität der Software hoch ist.

Es ist unvermeidlich, dass Softwareprojekte im Laufe der Zeit Technical Debt (technische Schulden) anhäufen [3]. Bedingt durch Projektziel und Geschwindigkeit lassen sich im Prozess trotz überzeugender Vorteile nicht immer vollständige Testabdeckung, automatisiertes Testing, vollautomatische Main-Deployments und eine clevere Architektur sowie die reibungslose Orchestrierung von Updates aller Komponenten gewährleisten. Um ein schnell wachsendes Projekt später zu stabilisieren, müssen solche Aufgaben unweigerlich nachgeholt werden.

Da sich technische Schulden nicht vermeiden lassen, gilt es für das Controlling, sie einzupreisen und bei der regelmäßigen und mittelfristigen Planung zu berücksichtigen. Im Idealfall räumen Projektverantwortliche Entwicklerinnen und Entwicklern regelmäßige Sprints ein, um den Schuldenberg abzutragen. Wer das nicht tut, riskiert ein zunehmend instabiles System, das sich schwerer verändern und erweitern lässt. Je konsequenter und liberaler das Controlling technische Schulden behandelt, desto leistungsfähiger agiert das Entwicklerteam im langfristigen Projektverlauf. Auftretende Probleme lassen sich beseitigen, ohne das gesamte Projekt aus der Bahn zu werfen.

Entwicklerinnen und Entwickler sind längst mit dafür verantwortlich, dass Kunden die gewünschten Features in der Form bekommen, die sie möchten. Der agile Ansatz umfasst die frühe und kontinuierliche Auslieferung von Software, Offenheit gegenüber Änderungswünschen in jeder Projektphase – wenn diese vorteilhaft für die Kunden sind –, ständige Rücksprache mit allen Beteiligten, wie beispielsweise den Fachabteilungen, die die Software als Kunden in Auftrag gegeben haben.

In der Praxis werden Entwicklerteams meist aber erst später im Prozess eingebunden, sodass bei ihnen häufig das Gefühl aufkommt, die Planung erfolge von oben herab und die Kunden könnten sich wünschen, was sie wollen – weil sie ja schließlich dafür bezahlen. Unter solchen Bedingungen neigen auch Entwicklerinnen und Entwickler, die sich agile Methoden auf die Fahnen geschrieben haben, dazu, nur noch Dienst nach Vorschrift zu leisten und stumpf alle Aufgaben abzuarbeiten. Das führt in der Regel zu Frustration und wenig zufriedenstellenden Ergebnissen.

Die wichtigste Konsequenz aus diesen Überlegungen ist, das Development-Team von Beginn an vollständig miteinzubeziehen. Wenn diejenigen, die das Projekt maßgeblich umsetzen sollen, bereits Zeit- und Budgetplanung mitverantworten, ergeben sich klarere Rahmenbedingungen für die Umsetzungsphase. So können außerdem die Erkenntnisse der agilen Meetings des Dev-Teams in die Gesamtplanung zurückfließen. Wenn sich beispielsweise die Herausforderung ergibt, weitere Sprints oder Code Reviews einzufügen oder unvorhergesehene Inkompatibilitäten auflösen zu müssen, kann sich das gesamte Projekt verzögern. Erfolgt jedoch die Rückkopplung aus dem Entwicklerteam direkt mit den Business-Verantwortlichen, lässt sich unmittelbarer nachsteuern oder zumindest rechtzeitig umplanen.

Die Rückkopplung sollte fachlicher Natur sein: Wo muss beispielsweise nachgebessert werden, damit sich die Anforderungen der Kunden effizient umsetzen lassen? Welche technischen Spezifikationen sind zu überdenken? Softwareprojekte unterliegen allerdings wie andere Projekte dem anfangs definierten Zeit- und Budgetrahmen. Dessen Einhaltung zu gewährleisten, ist die Kernaufgabe des Controllings, die üblicherweise über die reine "Kontrolle" hinausgeht. Viele Unternehmen verstehen Controlling jedoch nur als Kontrollmechanismus, der an bestimmten Meilensteinen prüft, wie viel Budget das Projekt bereits verschlungen hat und ob der Zeitplan eingehalten werden kann. Das ist jedoch zu kurz gedacht, denn Controlling kann mehr.

Projektbeteiligte sollte das Controlling eher als Steuerungsfunktion verstehen und nutzen. Nach der Anfangsplanung gehört es zu den Aufgaben des Controllers, den Projektfortgang laufend zu analysieren und, falls sich generelle Engpässe oder Veränderungen ergeben, entgegenwirkende Maßnahmen vorzuschlagen. Wichtig dabei ist, nicht nur den Status quo des Budget- und Zeitverbrauchs zu betrachten, sondern auch weitere Informationen zu sammeln. Hier schließt sich der Kreis: Je enger das Entwicklerteam und alle anderen Projektbeteiligten mit dem Controlling zusammenarbeiten, umso effizienter lässt sich der Projektverlauf steuern.

Ist beispielsweise frühzeitig absehbar, dass die Entwicklung wegen unterschätztem Integrationsaufwand länger dauert als geplant, muss dies nicht zwingend in mehr Zeitdruck für die Entwicklerinnen und Entwickler oder gar eine Verschiebung der Auslieferung münden. Das Controlling könnte auch zu dem Ergebnis kommen, dass es insgesamt vorteilhafter ist, zusätzliche Entwicklerkräfte in das Projekt einzubeziehen – oder andere Projekte mit geringerer Priorität vorübergehend zurückzustellen. Auch lassen sich die Kosten für ein benötigtes Tool gegebenenfalls als Effizienz-Maßnahme begreifen, die das gesamte Projekt voranbringt, und nicht als zusätzlichen Kostenaufwand. Solche Entscheidungen können Controller aber nur treffen, wenn sie frühzeitig und umfassend informiert sind.

Wie kleinteilig muss das Controlling sein? Es gilt, die Balance zwischen harten Zahlen, Fakten und Steuerungsmaßnahmen auf der einen Seite und kreativem Freiraum für die Softwareentwicklung [5] auf der anderen Seite zu wahren. Während zu viel Planung behindert, engt zu viel Standardisierung ein. Manche Probleme lassen sich nur mit kreativem Coding und flexiblen Methoden lösen. Die Bereitschaft, Dinge auch auf andere Weise anzugehen, gehört zum modernen Software-Engineering. Gerade in Zeiten der Containerisierung und des Cloud Deployments stehen viele Tools, Optionen und Workarounds zur Verfügung. Warum nicht auch einmal in der Gruppe vor dem Bildschirm sitzen und über Einzelheiten im Quellcode oder die richtige Interpretation von StackOverflow-Antworten diskutieren – wie es beim Mob-Programming vorgesehen ist. Den dafür nötigen Freiraum dürfen Controlling-Kriterien nicht zu stark einengen oder gar ausschließen.

In den agilen Entwicklungsprozess integriertes Microcontrolling empfiehlt sich als praktikabler Lösungsansatz. Die Idee dabei ist, die Variablen, die insbesondere für das Controlling wichtig sind, beim täglichen Ausbalancieren des Entwicklungsprozesses einzubeziehen. Wenn also das Dev-Team im Scrum-Meeting Sprints umplant oder Änderungen am Product-Backlog vornehmen muss, sollten auch die Auswirkungen auf die Zeit- und Kostenplanung beziffert werden – und zwar möglichst genauso kleinteilig, wie es für den Coding-Prozess erfolgt. Denn wenn sich im Sprint-Review ergibt, dass ein zusätzlicher Sprint angehängt oder weitere Anpassungen umgesetzt werden müssen, dann verschiebt sich alles Nachfolgende. Sobald es Entwicklerinnen und Entwicklern gelingt, solche Aspekte standardmäßig in ihre Planung zu integrieren und mit dem Controlling abzustimmen, lassen sich Abweichungen früher erkennen. Das wiederum erleichtert sinnvolles Gegensteuern, ohne die gesamte Planung über den Haufen werfen zu müssen.

Sprint-Reviews sind eine Gelegenheit – und im Sinne der Methode auch dafür vorgesehen –, sämtliche Stakeholder eines Projektes an einen Tisch zu bringen. Auftraggeber und Nutzer können Features testen und ihre Funktionalität sowie praktische Anwendbarkeit beurteilen. In den Reviews treten regelmäßig gerade jene Probleme zutage, die nur im Zusammentreffen der verschiedenen Disziplinen entdeckt werden. Ein typisches Beispiel dafür ist eine Funktion in der Software, die auf dem Papier alle definierten Kriterien erfüllt, bei Anwenderinnen und Anwendern aber durchfällt, weil sie den entsprechenden Button nicht finden. Denn den hat das Entwicklerteam zwar an einer technisch sinnvollen, aber aus Sicht einer optimalen User Experience (UX) wenig geeigneten Stelle platziert. Dann entscheidet das Feedback in den Sprint-Reviews darüber, wie es weitergeht – mit den beschriebenen Auswirkungen auf die Dauer und die Kosten des Gesamtprojekts.

Andererseits haben dadurch auch Entwicklerinnen und Entwickler die Möglichkeit, ihrerseits auf erforderliche Anpassungen aufmerksam zu machen. Nicht selten schließen technische Notwendigkeiten bestimmte Funktionen gänzlich aus oder verändern sie so stark, dass die Nutzer unzufrieden sind. In der gemeinsamen Diskussion lässt sich Verständnis aufbauen und – in den meisten Fällen – eine angemessene oder sogar bessere, neue Lösung finden. Beinahe automatisch entwickelt sich dabei ein aktiv gelebtes Erwartungs- und Anforderungsmanagement: eine Balance zwischen dem Gewünschten und dem Möglichen – stets unter der Beobachtung des Controllings.

Dabei müssen Controller vor allem im Auge behalten, dass das Projektmanagement [7] nicht zu agil über alle Planungsgrenzen hinweg arbeitet, damit sich die Auswirkungen von Änderungen im Projekt möglichst frühzeitig quantifizieren und mit der Gesamtplanung in Einklang bringen lassen. Unumgänglich ist, dass das Controlling auch bremsend eingreift. Wenn beispielsweise der Aufwand für eine neue, erweiterte Funktion im Verhältnis zum Nutzen zu groß wird, muss es die Möglichkeit geben, abzubrechen und einen neuen Ansatz zu entwerfen.

Je früher im Projektverlauf das geschieht, umso besser: Auch wenn solche Einschnitte sich im ersten Moment wie eine Enttäuschung oder Einschränkung anfühlen, bewahren sie das Gesamtprojekt häufig vor schlimmeren Folgen. Oft treten im Projektalltag Probleme erst zutage, wenn sie bereits hohen Aufwand und entsprechende Kosten verursacht haben. Häufig ist es dann zu spät, die Dinge zurückzurollen. Viel Arbeit ist vergebens getan, schlimmstenfalls muss das Projekt eingestellt werden. Frühes „positives Enttäuschen“ kann das verhindern. Mit geeigneten strategischen, organisatorischen und technischen Maßnahmen – von der Anpassung der Anforderungen über die Aufstockung der Ressourcen bis hin zum Erwerb weiterer Tools oder geeigneter Infrastruktur – lässt sich das Projekt besser aussteuern.

Agile Entwicklungsmethoden eignen sich gut, um das Projekt-Controlling granular und praxisnah umzusetzen. Voraussetzung ist allerdings, dass alle Stakeholder von Beginn an an einem Tisch sitzen und gemeinsam die Anforderungen und die Aufwandsplanung unter einen Hut bringen.

  • Entwicklerinnen und Entwickler gehören ebenso wie die Fachabteilungen (beziehungsweise die Kunden) und Vertreter des Controllings ins Kernteam für die Planung und Budgetierung.
  • Microcontrolling bedeutet, Controlling in die einzelnen Teilphasen des Entwicklungsprozesses einzubinden: Wenn in jedem Entwickler-Meeting die Auswirkungen auf Kosten und Ressourcen bedacht und geplant werden, lassen sich frühzeitig steuernde Maßnahmen ergreifen.
  • Die technischen Schulden des Projekts müssen in der Planungsphase erhoben, eingeplant und budgetiert werden, damit sie nicht das Projekt in Verzug bringen.
  • Die in der Praxis üblichen Zeiträume zwischen definierten Meilensteinen sind für ein sinnvolles Microcontrolling zu lang. Sinnvoller ist es, tägliche Status-Updates zu erstellen, um den Zeit- und Kostenaufwand für alle Teil- und Unteraufgaben zu erfassen und den Restaufwand zu kalkulieren.
  • Auftraggeber sollten ebenso eng in alle Phasen eingebunden sein. Das schafft Verständnis für die Abhängigkeiten des jeweils anderen, vermeidet Missverständnisse und erleichtert Anpassungen des Produkts.
  • Eingefahrene Kommunikationsprozesse gilt es regelmäßig kritisch zu hinterfragen. Kollaborations-Tools sind in der Praxis oft weniger sinnvoll als gedacht. Es lohnt sich, zu überprüfen, ob die bestehenden Prozesse effizient sind, und ob sich Tools so nutzen lassen, dass sie Zeit sparen, statt zusätzliche Kosten zu verursachen.

Ein agiler Prozess ist immer nur so agil wie sein am wenigsten dynamischer Teilnehmer. Der Sinn hinter Werkzeugen wie Scrum [8] ist es nicht, aus Entwicklerarbeit Burndown-Charts zu erstellen. Es geht vielmehr um die Beteiligung aller Stakeholder, mit Rücksicht auf die jeweiligen Bedürfnisse und Aufgaben: Entwicklerinnen und Entwickler brauchen Freiräume, um schwierige Probleme zu lösen – sowohl im zeitlichen Ablauf als auch bei der Wahl ihrer Werkzeuge.

Softwareentwicklung bleibt bei allem notwendigen Controlling eine kreative, schwer planbare Aufgabe. Zugleich müssen Auftraggeber und Projektcontroller in der Lage sein, Zwischenergebnisse detailliert nachzuvollziehen, um Anforderungen gegebenenfalls zu überdenken und neu zu priorisieren. Dann gelingt es, gemeinsam eine Software zu entwickeln, die ein bestmöglicher Kompromiss aus Erwartetem und technisch Machbarem ist und die weder den Zeit- noch den Budgetrahmen sprengt.

Stefan Adolf
ist Developer Ambassador bei Turbine Kreuzberg. Als Fullstack-Entwickler mit Schwerpunkt auf Applikationen, IoT und Integration ist die Kommunikation mit der Developer-Community seine primäre Aufgabe.

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[4] https://www.heise.de/developer/artikel/Fachliche-Schulden-als-Kontrapunkt-zu-Technical-Debt-4284588.html
[5] https://www.heise.de/thema/Softwareentwicklung
[6] https://www.heise.de/hintergrund/Requirements-Engineering-in-der-agilen-Softwareentwicklung-4617665.html
[7] https://www.heise.de/thema/Projektmanagement
[8] https://www.heise.de/thema/Scrum
[9] mailto:map@ix.de

Die hässliche Wahrheit

Übersetzt von: Henning Dedekind, Marlene Fleißig, Frank Lachmann, Hans-Peter Remmler
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NSA-Skandal, Wahlmanipulationen, Cambridge Analytica, Trump … Das ist nur die Spitze des Eisbergs! Die renommierten »New York Times«-Reporterinnen Sheera Frenkel und Cecilia Kang gewähren einen bisher einzigartigen Einblick in den mächtigsten und undurchschaubarsten Konzern der Welt.

Ausgehend von ihrer langjährigen investigativen Recherche, in der sie über Hunderte von Interviews führten, zeigen uns die Autorinnen ein Facebook, das wir so bislang nicht kannten. Dabei kommen sie Sheryl Sandberg und Marc Zuckerberg so nah wie niemand zuvor. Wir erfahren, welche Rollen Zuckerberg und Sandberg spielen, wie in den Hinterzimmern folgenreiche Entscheidungen getroffen, mit Politikern zwielichtige Absprachen vereinbart und undurchsichtige Netzwerke gebildet werden. Und wie eine Maschine zur Geldvermehrung immer weiter am Laufen gehalten wird, koste es, was es wolle – mit verheerenden Folgen: Aushöhlung der Privatsphäre und der Demokratie, eine Gefahr für unsere Gesellschaften.

Grandios geschrieben, hautnah berichtet, ein Krimi über Manipulationen und Intrigen in einem der mächtigsten Konzerne der Welt – wie Dave Eggers‘ »The Circle«, nur real.


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