geschätzte Lesezeit: 10 minDie geschlechtergerechte Bezeichnung der Vögel

Der Beitrag ist eher spassig gemeint, denn man könnte einen ähnlich umfangreichen auch für die Fische, die Reptilien, die Hunde, die Katzen, die Pferde und die Insekten schreiben und hätte dort vermutlich die gleichen Probleme bei der namenmässigen Unterscheidung von Männchen und Weibchen.

Vogelnamen sind zwar mehrheitlich männlich, doch gibt es auch zahlreiche Vögel mit weiblichem und sogar ein paar wenige mit sächlichem Artikel. Wollte man dem Anspruch einer geschlechtergerechten Schreibweise der Vogelnamen Rechnung tragen, wäre es eigentlich notwendig, für die Vögel männliche und weibliche Namen zu führen.

Früher war es allerdings wenig üblich, für die Bezeichnung aller Lebewesen männliche und weibliche Formen zu bilden. Man beschränkte sich bei den Menschen meist auf die Frauen und Kinder. Bei den Haustieren gibt es männliche und weibliche Formen, doch werden sie nicht immer benützt. Die Jäger und Fischer haben jedoch für zahlreiche weitere Tiere, welche regelmässig gejagt oder gefischt wurden, ebenfalls beide Formen gebildet, die aber nur vereinzelt in die Alltagssprache eindrangen und eher dem Jäger- oder Fischerlatein zugeordnet werden. Im Gegensatz zu den Jägern und Fischern findet man bei den Vogelkundlern erstaunlicherweise wenig historisch belegte Vogelnamen mit beiden Geschlechtsformen. Es sind dies die Schwänin, die Pfäuin und die Täubin und bei der männlichen Form fand sich gerade mal, Irrtum vorbehalten, der Spätzerich, der Wippsterz und der Erpel, wobei der Wippsterz eher als mundartliche Form der Bachstelze angesehen wird. Ein eigentliches Vogelkundlerlatein gibt es zwar durchaus, doch blieb es bis heute nahezu geschlechterfrei. Auf ein einziges "Latein"-Beispiel bin ich doch noch gestossen: Beim Gimpel nannte man das Weibchen die Quetsch und das Männchen den Gügger. Sie kamen nur regional zur Anwendung und konnten sich im Volksmund nicht durchsetzen. Sie gelten heute als nahezu vergessen oder einer regionalen Mundart vorbehalten.

Die weibliche Form wird in aller Regel durch das Suffix -in am Wortende gebildet, während es bei der männlichen Form nicht so eindeutig ist. Am häufigsten findet man eine Bildung mit dem Suffix -rich, wie zum Beispiel der Gänserich, doch gibt es auch die Suffixe -ling, -ler und -er, welche man benützen kann. Zum Glück gibt es in der deutschen Sprache eine gewisse Korrelation zwischen der Pluralform und der weiblichen Form. Das bedeutet, dass beide nach ähnlichen Regeln gebildet werden. Im Falle der Unsicherheit bilde man rasch die Pluralform und schon hat man auch die korrekte weibliche Form ermittelt. Beispiel: Der Albatros, wo der Plural Albatrosse lautet. Daraus kann dann die weibliche Form 'die Albatrossin' gebildet werden. Diese Vorgehensweise klärt dann fast alle Probleme mit dem Umlaut auf, denn die Mehrzahlformen der Vogelnamen sind durch den Duden geregelt.

Das Beispiel des weiter unten zitierten Gauchs bzw. der Gauchin/Gäuchin zeigt aber auch auf, wie inkonsequent die deutsche Sprache manchmal sein kann: Mal ist der Umlaut richtig, mal ist er falsch und gelegentlich ist beides richtig. Meist tut der Duden die Benützung des Umlauts als oberdeutsche Marotte ab. Er scheint da ein sehr norddeutsches Sprachgefühl zu haben. Es ist also durchaus möglich, dass ich weiter unter in der Aufzählung doch noch ein eher oberdeutsches Wort habe durchschlüpfen lassen. Bei der Pluralform gilt die Regel, dass die Bildung eines Umlauts am Wortende nicht zulässig ist. Uhü ist also falsch, denn sie fehlt in der Duden'schen Liste der 8 möglichen Pluralbildungsformen. Uhüin wäre aber nicht falsch, weil hier der Umlaut nicht am Wortende ist, doch hat hier die Regel oder besser die Gewohnheit vorrang, dass die weibliche Form der Mehrzahlform entsprechen sollte.

Freiheit bei der Wahl der weiblichen Formen

Für Vögel war es bis anhin ziemlich unüblich, sie nach Geschlechtern zu unterscheiden. Man benützte dazu einfach den Zusatz Männchen und Weibchen, wenn es im Gesamtzusammenhang nötig war, das Geschlecht zu betonen. Gelegentlich benützt man aber auch die Formen Hahn und Henne. Diese Regelung hat allerdings den Nachteil, dass bei längeren Vogelnamen Wortungetüme entstehen, die im Volksmund nicht beliebt sind, wie etwa das Rotschnabelmadenhackerweibchen oder -henne. Dennoch wird diese Variante derzeit gelegentlich angewendet. Ein weiterer Nachteil ist, dass sie die ausdrückliche Forderung nach einer geschlechtergerechten Schreib- und Sprechweise nur auf schwerfällige Art erfüllt.

Bei der nachfolgenden Liste von Vogelnamen sieht man schön, wohin eine geschlechtergerechte Schreibweise führen kann. Sie zwingt bei den Vögeln oft dazu, eine männliche Form zu bilden, die es noch gar nicht gibt, da zahlreiche Vögel bisher nur eine weibliche Form hatten. Ob die männliche Form mit der Endung '-rich' überall akzeptiert wird, ist unsicher, denn sie ist vom Duden noch nicht definiert und fusst allein auf ein paar Beispielen. Auch hier ergibt sich noch viel Freiraum. Und da anzunehmen ist, dass der Duden die geschlechtergerechte Bezeichnung der Vögel nicht vordringlich zu regeln gedenkt, wird es darauf hinauslaufen, dass er dem Volksmund den Vortritt lässt und erst hinterher reguliert.

Da es heute aber immer aktueller wird, entweder ganz bewusst geschlechtsneutral oder dann aber ebenso geschlechtergerecht zu schreiben, wurden von diesem Trend auch die Vögel erfasst. Da der Duden bei zahlreichen Tierarten noch längst nicht alle weiblichen Namen geregelt hat, besteht bei der Bildung der weiblichen Form der Vögel noch viel Freiraum.

In der nachfolgenden Liste findet man wohl den einen oder anderen Vogel bzw. die eine oder andere Vögelin, bei der möglicherweise die von mir verwendete Form als falsch empfunden wird. Dennoch habe ich versucht, die nachfolgend aufgeführten, geschlechtergerechten Formen so gut es eben ging, der gepflegten Schriftsprache anzunähern. Allerdings ging das nicht bei allen Vögeln, sodass einige noch offen bleiben. Auch bei den weiblichen Formen gibt es die eine oder andere Eigentümlichkeit. Das muss aber nicht unbedingt falsch sein, sondern ist einfach ungewohnt. Damit muss man vorerst leben, bis noch bessere Formen gefunden werden. Eigentümlich ist auch, dass es keine Vogelnamen gibt, die mit einem X oder Y beginnen. Ganz offensichtlich nicht nur in der deutschen Sprache.

Geschlechtergerechte Formen für Vögel und Vögelinnen wären dann:

A

- Die Aaskrähe
- der Adler - die Adlerin
- der Albatros - die Albatrossin
- der Alk - die Alkin
- der Alpenbirkenzeisig - die Alpenbirekenzeisigin
- die Alpenbraunelle
- der Alpenstrandläufer - die Alpenstrandläuferin
- die Amsel
- der Ara - die Arain
- das arabische Wüstenhuhn - die arabische Wüstenhenne
- der Auerhahn - die Auerhenne - als Neutrum: das Auerhuhn
- der Austernfischer - die Austernfischerin

B

- die Bachstelze - der Wippsterz
- der Balearensturmtaucher - die Balearensturmtaucherin
- der Bartgeier - die Bartgeierin
- die Bartmeise
- der Basstölpel - die Basstölpelin
- der Baumläufer - die Baumläuferin
- der Baumpieper - die Baumpieperin
- der Bairdstrandläufer - die Bairdstrandläuferin
- der Bekassien - die Bekassine
- der Bergfink - die Bergfinkin
- der Bergstrandläufer - die Bergstrandläuferin
- der Beringstrandläufer - die Beringstrandläuferin
- die Beutelmeise
- der Bienenfresser - die Bienenfresserin
- der Bindenstrandläufer - die Bindenstrandläuferin
- das Blässhuhn - der Blässhahn
- der Blauracker - die Blauracke
- die Blaumeise
- der Blauwangenspint - die Blauwangenspintin
- der Blesshahn - die Blesshenne - als Neutrum: das Blesshuhn
- der Brachvogel - die Brachvögelin
- der Brahminenweih - die Brahminenweihin
- die Braunelle
- der Buchfink - die Buchfinkin
- der Buntspecht - die Buntspechtin
- der Bülbül - die Bülbülin
- der Buschsänger - die Buschsängerin
- der Bussard - die Bussardin

C

- der Chukarhahn - die Chukarhenne - als Neutrum: das Chukarhuhn

D

- der Distelfink - die Distelfinkin
- der Dodo - die Dodoin (ausgestorben)
- die Dohle
- der Dompfaff - die Dompfäffin
- die Drossel
- die Dünnschnabelmöwe

E

- der Eichelhäher - die Eichelhäherin
- der Eilseeschwälbler - die Eilseeschwalbe
- der Eisvogel - die Eisvögelin
- die Elster
- das Emu
- der Erpel - die Ente
- die Eule - Der Heuel

F

- der Falke - die Falkin
- der Fasan - die Fasanin
- der Feldsperling - die Feldsperlingin
- der Feldschwirl - die Feldschwirlin
- der Feuerweber - die Feuerweberin
- der Fichtenkreuzschnabel - die Fichtenkreuzschnäbelin
- der Fink - die Finkin
- der Flamingo - die Flamingin
- die Fledermaus - die Fledermäusin (Säugetier, kein Vogel)
- der Fliegenschnäpper - die Fliegenschnäpperin
- der Flughund - die Flughündin (Säugetier, kein Vogel)
- der Flussuferläufer - die Flussuferläuferin

G

- der Gänserich, Ganser, Ganterich, Ganter - die Gans
- der Gauch - die Gäuchin/Gauchin (beides ist richtig)
- der Geier - die Geierin
- der Gelbkopfamazon - die Gelbkopfamazone
- der Gimpel - die Gimpelin
- der Girlitz - die Girlitzin
- der Gischtläufer - die Gischtläuferin
- der Gleitaar - die Gleitaarin
- die Goldammer
- der Goldsittich - die Goldsittichin
- der Grasläufer - die Grasläuferin
- der Grasmuck - die Grasmücke
- der Grassänger - die Grassängerin
- die Grauammer
- der Graubruststrandläufer - die Graubruststrandläuferin
- der Graureiher - die Graureiherin
- der Greif - die Greifin
- der Grossfusshahn - die Grossfusshenne - Neutrum: Grossfusshuhn
- der Grosstrapper - die Grosstrappe
- der Grünfink - die Grünfinkin
- der Grünspecht - die Grünspechtin
- der Gryllteister - die Gryllteiste

H

- der Habicht, auch Terzel - die Habichtin
- der Habichtskauz - die Habichtskäuzin
- der Hahn - die Henne - als Neutrum: das Huhn
- der Halmsänger - die Halmsängerin
- der Halsbandsitich - die Halbandsittichin
- der Hänfling - die Hänflingin
- die Harpyie
- der Haubentaucher - die Haubentaucherin
- der Hausrotschwanz - die Hausrotschwänzin
- der Haussperling- die Haussperlingin
- die Heckenbraunelle
- der Hoatzin - die Hoatzinin

I

- der Ibis - die Ibissin

J

- der Jägerliest - die Jägerliestin
- der Jerichonektarvogel - die Jerichonektarvögelin
- der Junko - die Junkin

K

- der Kaiserpinguin - die Kauserpinguinin
- der Kakadu - die Kakaduin
- der Kakapo - die Kakapoin
- der Kampfläufer - die Kampfläuferin
- der Kanarienvogel - die Kanarienvögelin
- der Kardinal - die Kardinalin
- der Kasuar - die Kasuarin
- der Katzenvogel - die Katzenvögelin
- der Kauz - die Käuzin
- der Kernbeisser - die Kernbeisserin
- der Kiebitz- die Kiebitzin
- der Kiwi - die Kiwiin
- der Kleiber - die Kleiberin
- der Knutt - die Knuttin
- die Kohlmeise
- der Kolibri - die Kolibriin
- der Kokako - die Kokakoin (Lappenkrähe)
- der Kondor - die Kondorin
- der Königsnektarvogel - die Königsnektarvögelin
- der Königsparadiesvogel - die Königsparadiesvögelin
- der Kormoran - die Kormoranin
- die Kornweihe
- die Krähe
- der Kranich - die Kranichin
- der Kuckuck - die Kuckuckin

L

- die Lachmöve
- der Langzehenstrandläufer - die Langzehenstrandläuferin
- der Lappentaucher - die Lappentaucherin
- die Lerche
- der Laubsänger - die Laubsängerin
- der Löffelstrandläufer - die Löffelstrandläuferin
- der Löffler - die Löfflerin

M

- der Marabu - die Marabuin
- der Mauerläufer - die Mauerläuferin
- der Mauersegler - die Mauerseglerin
- der Meerstrandläufer - die Meerstrandläuferin
- die Mehlschwalbe
- die Meise
- der Merlin - die Merlinin
- der Milan - die Milanin
- der Moa - die Moain
- die Mönchsgrasmücke
- die Möwe

N

- die Nachtigall
- der Nandu - die Nanduin
- die Nebelkrähe
- der Neuntöter - die Neuntöterin
- der Nonnenkranich - die Nonnenkranichin
- der Nymphensittich - die Nymphensittichin

O

- der Ortolan - die Ortolanin

P

- der Papagei - die Papageiin
- der Papageitaucher - die Papageientaucherin
- der Pelikan - die Pelikanin
- das Perlhuhn
- der Pfau - die Pfauin/Pfäuin (beides ist überliefert)
- der Pfefferfresser - die Pfefferfresserin
- der Pfirsichkopf - die Pfirsichköpfin. als Neutrum: das Pfirsichköpfchen
- der Pinguin - die Pinguinin
- der Pirol - die Pirolin
- der Prärieläufer - die Prärieläuferin

Q

- der Quetzal - die Quetzalin

R

- der Rabe - die Räbin
- die Ralle
- die Rauchschwalbe
- der Rebhahn - die Rebhenne - als Neutrum: das Rebhuhn
- der Regenbrachvogel - die Regenbrachvögelin
- der Regenpfeiffer - die Regenpfeifferin
- der Reiher - die Reiherin
- der Rennvogel - die Rennvögelin
- der Rohrdommler - die Rohrdommel
- der Rosenkopf - die Rosenköpfin - als Neutrum: das Rosenköpfchen
- das Rotkehlchen
- der Rotkehlstrandläufer - die Rotkehlstrandläuferin
- der Rotmilan - die Rotmilanin
- der Rotschenkel - die Rotschenkelin
- der Rotschnabelmadenhacker - die Rotschnalbelmadenhackerin
- der Rotschwanz - die Rotschwänzin

S

- die Saatkrähe
- der Sanderling - die Sanderlingin
- der Sandstrandläufer - die Sandstrandläuferin
- der Schlangenhalsvogel - die Schlangenhalsvögelin
- der Schlammläufer - die Schlammläuferin
- die Schleiereule - der Schleiereheuel
- der Schnäpper - die Schnäpperin
- die Schneeammer
- die Schneeeule - der Schneeheuel
- die Schnepfe
- der Schwalbentangar - die Schwalbentangarin
- die Schwalbe
- der Schwan - die Schwänin
- die Schwanzmeise
- der Schwarzmilan- die Schwarzmilanin
- der Schwarzstirnschneegimpel - die Schwarzstirnschneegimpelin
- der Schwarzstorch - die Schwarzstörchin
- der Seeadler - die Seeadlerin
- der Seetaucher - die Seetaucherin
- der Seidenschwanz - die Seidenschwänzin
- der Sichelstrandläufer - die Sicherstrandläuferin
- der Sichler - die Sichlerin
- die Singdrossel
- der Skua - die Skuain
- der Spatz - die Spätzin
- der Specht - die Spechtin
- der Sperling - die Sperlingin
- der Spiessflughahn - die Spiessflughenne
- der Spitzschwanzstrandläufer - die Spitzschwanzstrandläuferin
- der Spötter - die Spötterin
- der Sprosser - die Sprosserin
- der Star - die Starin
- der Steinadler - die Steinadlerin
- der Steinhahn - die Steinhenne - als Neutrum: das Steinhuhn
- der Steinkauz - di Steinkäuzin
- der Steinschmätzer - die Steinschmätzerin
- der Steinrötel - die Steinrötelin
- der Steinwälzer - die Steinwälzerin
- der Steppenkiebitz - die Steppenkiebitzin
- der Stieglitz - die Stieglitze
- der Stockerpel - die Stockente
- der Storch - die Störchin
- der Strandläufer - die Strandläuferin
- der Strauss - die Straussin
- der Sturmvogel - die Sturmvögelin
- der Sumpfläufer - die Sumpfläuferin

T

- der Tannenhäher - die Tannenhäherin
- die Tannenmeise
- die Taube - der Täuberich
- der Teichrohrsänger - die Teichrohrsängerin
- der Temminckstrandläufer - die Temminckstrandläuferin
- der Tordalk - die Tordalkin
- der Trauerschnäpper - die Trauerschnäpperin
- der Triel - die Trielin
- der Trottellümmler - die Trottellumme
- der Truthahn - die Truthenne - als Neutrum: das Truthun
- der Tukan - die Tukanin
- die Türkentaube

U

- die Uferschnepfe
- der Uhu - die Uhuin

V

- der Vireo - die Vireoin
- die Virginawachtel

W

- die Wachtel
- der Waldkauz - die Waldkäuzin
- der Waldrapp - die Waldräppin
- die Waldohreule - der Waldohrheuel
- der Wanderfalke - die Wanderfälkin
- der Wasserläufer - die Wasserläuferin
- der Wassertreter - die Wassertreterin
- die Weidenammer
- der Weih - die Weihin
- der Weissbürzelstrandläufer - die Weissbürzelstrandläuferin
- der Weisskopfseeadler - die Weisskopfseeadlerin
- der Weissstorch- die Weissstörchin
- der Wellenläufer - die Wellenläuferin
- der Wellensittich - die Wellensittichin
- der Wendehals - die Wendehälsin
- der Wiedehopf - die Wiedehöpfin
- der Wintergoldhahn - die Wintergoldhenne
- der Wiesenstrandläufer - Wiesenstrandläuferin
- der Wippsterz: abgeleitet von 'mit dem Bürzel wippen', siehe Bachstelze!
- der Würger - die Würgerin

X

Y

Z

- der Zaunkönig - die Zaunkönigin
- der Zebrafink - die Zebrafinkin
- der Zeisig - die Zeisigin
- der Ziegenmelker - die Ziegenmelkerin
- der Zilpzalp - die Zilpzälpin
- die Zippammer
- der Zistensänger - die Zistensängerin
- die Zwergammer
- der Zwergsäger - die Zwergsägerin
- der Zwergscharber - die Zwergscharbe
- der Zwergstrandläufer - die Zwergstrandläuferin

Mit diesen 263 Vogelnamen dürfte ein Grossteil der bekannteren Vögel abgehandelt sein. Weitere Vögel, die ich vergessen habe, folgen nach und nach, allerdings nicht alle Arten, denn es gibt davon weltweit über 10'000 und nicht alle haben deutsche Namen!

Letztmals nachgeführt am: 20.10.2021

Quellen:
- OGS-eigene, Kluge, lexikon-voegel.de, Birds-online.ch, Wikipedia, Tageszeitungen

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Herr L. stellte uns eine Frage, über die ich bei mir zu Hause schon des Öfteren “gestolpert” bin. Kann eine oder-Frage mit ja oder nein beantwortet werden?

Antwort:

Sehr geehrter Herr L.,

um es gleich vorwegzunehmen: Eine oder-Frage (Alternativfrage) sollte nicht mit ja oder nein beantwortet werden. Siehe auch Canoo-Grammatik. Auf die Frage Möchtest du Kaffee oder Tee? ist die Antwort ja oder nein also nicht möglich. Die Antwort muss entweder Kaffee oder Tee enthalten oder mit Umschreibungen wie das Erste oder das Letztere formuliert werden. Weshalb ist das eigentlich so?

Wenn eine Frage mit ja oder nein beantwortet werden kann, handelt es sich um eine sogenannte Entscheidungsfrage.

Frage: Möchtest du Kaffee?
Antwort: Ja (ich möchte Kaffee) / Nein (ich möchte keinen Kaffee).

In einer mit oder gestellten Fragen werden zwei Entscheidungsfragen miteinander kombiniert:

Möchtest du Kaffe oder Tee? = Möchtest du Kaffee? oder Möchtest du Tee?

Beide dieser Teilfragen können individuell mit ja oder nein beantwortet werden. Wenn man also die Gesamtfrage mit ja oder nein beantwortet, ist nicht deutlich auf welche der beiden Teilfragen diese Antwort sich bezieht. Eine oder-Frage fordert uns auf, eine von zwei (oder mehr) Alternativen zu wählen. Mit einem einfachen Ja oder Nein lässt sich nicht ausdrücken, welche Alternative man wählt. Deshalb ist, wie oben bereits gesagt, eine andere, deutlichere Antwort nötig.

Eine andere Interpetation lautet, dass die Antwort ja sich auf den letzten Teil der oder-Frage bezieht. Die Antwort ja auf die obenstehende Frage würde dann bedeuten: Ich möchte Tee. Dieser Intepretation begegne ich in meinem Alltagsleben des Öfteren, aber es ist mir immer noch nicht gelungen, mich daran zu gewöhnen. Sie wird auch nur auf die Antwort ja bezogen. Bei der Antwort nein wird diese Interpretation nämlich ziemlich kompliziert: Nein, ich möchte keinen Tee und daraus folgt, dass ich Kaffee möchte. Außerdem könnte nein auch noch als keines von beiden interpretiert werden.

Deshalb empfiehlt es sich zumindest in der Standardsprache, der Deutlichkeit halber oder-Fragen nicht einfach mit ja oder nein zu beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

geschätzte Lesezeit: 2 min

Wir hatten schon einmal eine Frage zur Antwort auf oder-Fragen. Hier nun eine ähnliches Problem, nämlich die Antwort auf eine verneinte Frage:

Frage

Ich liege im Clinch mit Schülern und Kollegen betreffs der Antwort auf verneinte Fragen.

In Ihrer Deutschen Grammatik habe ich (meiner Überzeugung entsprechend) gefunden, dass auf verneinte Fragen die Antwort zur Bestätigung nein lautet, die Antwort zur Verneinung doch. Ich hatte auch keine andere Auskunft erwartet, stehe allerdings mit diesem Regelverständnis bei Schülern und Kollegen weitgehend allein.
Allgemeiner Konsens scheint zu sein, dass man auf die verneinende Frage Hast du keinen Hunger? mit ja antwortet, wenn man tatsächlich keinen Hunger hat.

Antwort

Sehr geehrter Herr R.,

zu Ihrer Frage über die Antwortmöglichkeiten bei verneinten Fragen:

Unbestritten ist die Verwendung von doch wenn Widerspruch ausgedrückt werden soll.

Hast du keinen Hunger? – Doch (= Widerspruch: Ich habe Hunger)

Im Allgemeinen gilt, dass die bestätigende Antwort auf eine verneinte Frage nein ist:

Hast du keinen Hunger? – Nein (= Bestätigung: Ich haben keinen Hunger)

So steht es auch auf unseren Grammatikseiten und in anderen Grammatiken. In der Sprachrealität herrscht aber im letzteren Fall einige Verwirrung. Oft wird hier auch die Antwort ja verwendet:

Hast du keinen Hunger? – Ja (= Bestätigung: Ich haben keinen Hunger)

Hier könnten verschiedene Einflüsse eine Rolle spielen. Zum Beispiel:

  • Das Antwortmuster bei negativen Adjektiven, das sich vom Antwortmuster bei verneinten Sätzen unterscheidet:

Bist du unzufrieden? – Nein (= Widerspruch: Ich bin zufrieden)
Bist du unzufrieden? – Ja (= Bestätigung: Ich bin nicht zufrieden)

Bist du nicht zufrieden? – Doch (= Widerspruch: Ich bin zufrieden)
Bist du nicht zufrieden ? – Nein (= Bestätigung: Ich bin nicht zufrieden)

  • Das Antwortmuster bei Vergewisserungsfragen. Eine Vergewisserungsfrage ist keine eigentliche Frage, sondern eine Bitte um Bestätigung (nicht ist unbetont, gut ist betont):

Hab ich das nicht gùt gemacht? – Nein (= Widerspruch: Du hast das nicht gut gemacht)
Hab ich das nicht gùt gemacht? – Ja (= Bestätigung: Du hast das gut gemacht)

Es gäbe auch noch andere Erklärungsmöglichkeiten. Klar ist in diesem Zusammenhang nur, dass im Deutschen einige Verwirrung herrscht, welche Antwort man als bestätigende Antwort auf eine verneinte Frage geben soll. Nach der Grammatik des Standarddeutschen (und auch meinem Sprachgefühl) sollte man nein verwenden. Da aber viele Leute – wie Ihre Umfrage zeigt – auch ja verwenden, empfiehlt es sich, bei wichtigen Problemen eine verneinte Fragestellung zu vermeiden. Wenn die Frage schon gestellt ist, sollte man bei der Antwort mehr als nur nein oder ja zu sagen:

Hast du keinen Hunger? – Nein, ich habe keinen Hunger

oder, standardsprachlich weniger/nicht? akzeptiert:

Hast du keinen Hunger? – Ja, ich habe keinen Hunger

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Article note: +1 = #aussitzen!!

Die Hauptausschusssitzung der SVV vom 19.Januar hat gezeigt, OBM Schubert bleibt der Stiftung Garnisonkirche treu. Er ist ihr wichtigstes Sprachrohr geworden. Die Stiftung steht nicht nur finanziell unter Druck, sondern auch moralisch. Ihre Jünger:innen hat sie enttäuscht. Sie handelt gegen die eigene Satzung und sucht mit der evangelischen Kirchenaufsicht und dem Finanzamt nach einer Lösung.

Parallel dazu versucht OBM Schubert mit dem aktuellen Beschlussvorschlag (angeblich ein Kompromissvorschlag) die langfristige Finanzierung der Stiftung zu sichern, und somit eine Bauruine, die mal die „Stadtkrone“ werden sollte, zu verhindern. Doch genau dies könnte den Bruch mit dem Original ermöglichen. Ein unfertiger Turm ohne die militaristische, machthungrige Turmspitze und Außengestaltung.

In unserem Beitrag vom 07.Januar „Schubert im doppelten Dilemma“ (Schubert im doppelten Dilemma – Potsdam – Stadt für alle (potsdam-stadtfueralle.de) haben wir drei Varianten aufgezeigt, die der OBM Schubert hat, um seinen, als Kompromiss titulierten Vorschlag für ein „Haus der Demokratie“ durchzubekommen. Mike Schubert hat sich für die Variante 3 entschieden. Eine Offerte an die bürgerlichen Parteien und den rechten Rand. Seine neue Beschlussvorlage stellt im Punkt 3 klar, worum es baulich geht:

Das zukünftige Ensemble soll den Bruch mit der architektonischen Sprache und Geschichte der beiden bestehenden bzw. wieder entstehenden Bauten ausstrahlen muss. „Dies soll unter anderem an jenem Teil des Rechenzentrums deutlich werden, der auf dem Grundstück des ehemaligen Kirchenschiffes steht, um den Kontext, in dem das Gebäude an dieser Stelle errichtet wurde, zum Ausdruck zu bringen und die Grundfläche des ehemaligen Kirchenschiffs nachvollziehbar werden zu lassen, ohne dass dabei das Kirchenschiff rekonstruiert wird.“

Das heißt, es soll das Kirchenschiff nachvollziehbar werden und den Turm komplettieren. Es soll nur nicht Kirchschiff heißen und nicht ganz genau so aussehen. Es soll auch nicht die Stiftung bezahlen, sondern die Stadt! Eine fettere Subventionierung des Wiederaufbauprojektes kann Mensch sich kaum vorstellen! Für das Grundstück, welches die Stadt der Stiftung kostenlos überlassen hat, weil diese behauptete, die Garnisonkirche komplett (d.h. Schiff und Turm) erbauen zu wollen, für dieses Grundstück soll jetzt 50 Jahre lang Pacht gezahlt werden. Und dies, obwohl die Grundlage für die damalige Grundstücksübertragung nicht mehr existiert.

Handelt der OBM im Interesse der Stadt oder der Stiftung?  

Das Grundstück fällt 31.12.2030 an die Stadt zurück, da der Passus §3 der Bauverpflichtung „Ein endgültiges Scheitern des Wiederaufbaus der Garnisonkirche durch die Stiftung ist anzunehmen, wenn bis zum 31. 12. 2030 nicht wesentliche Teile der Garnisonkirche wiedererrichtet sind und die Finanzierung des Wiederaufbaus zu diesem Zeitpunkt nicht konkret absehbar ist.“

Allen müsste mittlerweile klar sein, dass dies nicht eingehalten werden kann. Ca. 100 Mio. € (nach aktuellen) Baukosten für das Kirchenschiff, kann die Stiftung niemals in einem belastbaren Finanzkonzept abbilden. Hinzu kommt das eigene Eingeständnis der Stiftung und ihrem Kuratoriumsvorsitzenden Altbischof Huber, dass sie nie eine tragfähige Nutzungsidee für das Kirchenschiff hatte.

Es bedarf keines Kompromisses a la Schubert, der im Interessenkonflikt steckt. Es bedarf einer beherzten Stadtpolitik, die die eigenen Haushaltsinteressen durchzusetzt und die vorhandenen rechtlichen Möglichkeiten nutzt, um den von der Stiftung ungenutzte Grundstücksteil zurück zu fordern. Mehr nicht!

Der Beitrag Schubert im anhaltenden Dilemma erschien zuerst auf Potsdam - Stadt für alle.