Der Chef dieses Unternehmens Jan Marsalek wird seit ein paar Wochen als echter Bad Boy präsentiert. Das ist wahr und heuchlerisch
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Beispiel Corona-Demo Berlin: Fakten sind nicht mehr genug

Erinnert ihr euch noch an den Januar 2017? Der frischgewählte US-Präsident Trump hat soeben seinen Dienst angetreten und man bekam direkt einen Eindruck von dem, was uns allen bevorsteht. Er stritt nämlich darüber, wie viele Menschen bei seiner Amtseinführung zugegen waren. Für Trump zählen nur Rekorde, unzählige davon hat er für sich seitdem in Anspruch genommen, meistens ohne sie irgendwie belegen zu können, so manches mal waren es ganz offensichtliche Lügen.
Aber an diesem Tag vor etwa dreieinhalb Jahren, stellte sich Kellyanne Conway, damals noch Beraterin des US-Präsidenten Donald Trump, in der Polit-Talkshow “Meet the Press” den Fragen des Journalisten Chuck Tod. Kurz vorher hatte Trump nämlich Sean Spicer vor die Presse geschickt und dieser musste sich dann für die Falschaussagen des Präsidenten rechtfertigen.
Conway hingegen war nicht der Meinung, dass es Falschaussagen gewesen wären und bezeichnete das Gesagte dann schlicht als “alternative Fakten”. Ein neuer Begriff war geprägt, der seitdem um die Welt ging, damals in Deutschland sogar zum “Unwort des Jahres” gekürt wurde. Davon, dass Trump tatsächlich die Unwahrheit sagte, konnte sich jeder mit Leichtigkeit überzeugen, beispielsweise hier beim Fact-Check von CNN. Hier nochmal das mittlerweile legendäre Interview:
Wieso ich diese olle Kamelle rauskrame? Aus zwei Gründen: Weil ich vorgestern angesichts der “Ende der Pandemie”-Demo in Berlin und den vielen Vergleichs-Fotos (Corona-Demo vs Love Parade usw.) an diese Amtseinführung denken musste — und zum anderen, weil ich mir wieder einmal darüber klar wurde, wie sehr diese Nummer mit den “alternativen Fakten” in unser aller Leben Einzug gehalten hat.
Ich muss euch ja vermutlich nicht erklären, worum es geht, oder? Die Polizei hat für die Demonstration etwa 17.000 Menschen bestätigt, bei der Abschlusskundgebung sollen es dann 20.000 Menschen gewesen sein. Die Veranstalter der Demo glauben allerdings, dass es 1,3 Millionen Menschen waren und verkündeten diese Zahl auch schon während der Veranstaltung. Also mal eben 65 mal so viel wie von der Polizei ermittelt und 130 mal so viel, wie für die Demo zulässig war (10.000 Teilnehmer waren bewilligt worden).
Seit diese beiden so unterschiedlichen Zahlen aufeinandergeprallt sind, gibt das Internet nicht mehr Ruhe. Corona-Leugner versuchen mit unzähligen Bildern und Videos zu beweisen, dass es tatsächlich mehr als eine Million Menschen waren, zahlreiche Fact-Checks widerlegen das aber routiniert und unmissverständlich.
Wenn ihr euch für das Thema interessiert, habt ihr selbst sicher vielfach heute Belege dafür gesehen, dass es tatsächlich deutlich weniger Besucher waren, als uns die Veranstalter und die krude Masse aus Corona-Leugnern, Verschwörungstheoretikern, Regierungs-Hatern, Impfgegnern und Rechten weismachen möchte. Falls ihr dennoch Infos dazu braucht, We Watch Fake Anonymous hat das auf seiner Facebook-Seite sehr schön aufgearbeitet.
Bitte reißt uns nicht den Kopf runter. Es soll nur mal kurz und knapp ein paar Fakten ins Spiel bringen um klar zu…
Gepostet von We Watch Fake Anonymous am Sonntag, 2. August 2020
Ich habe ein paar Fragen an die Demonstranten
Einige Fragen stellen sich mir, die man in einschlägigen Kommentarspalten nicht von Demonstranten und deren Sympathisanten erklärt bekommt — zumindest nicht zufriedenstellend und ohne ausgelacht/beschimpft zu werden:
- Wieso erkennt ihr das nicht selbst, dass neutral betrachtet die Veranstaltung am Samstag deutlich kleiner war, als ihr es gerne hättet?
- Wieso überhaupt seid ihr nicht in der Lage, Sachlagen neutral zu betrachten? Ich kann doch eine klare Meinung zu etwas haben und dennoch die Fakten anerkennen, oder nicht?
- Wie kann man gleichzeitig “Lügenpresse” rufen und dann Fotos von der Street Parade in Zürich, von BLM-Demos oder Fridays-For-Future-Veranstaltungen teilen?
- Wie sollen eurer Meinung nach eigentlich über eine Million Menschen nach Berlin gekommen sein, wenn man weiß, dass in der Vergangenheit bei solchen Großveranstaltungen der Verkehr in Berlin komplett zusammengebrochen ist?
- Wo habt ihr eigentlich alle gepennt? Hätten die Hotels nicht alle komplett belegt sein müssen?
- Wie soll die Presse mit euch umgehen? Ihr ruft Lügenpresse, wollt aber selbst meist gar nicht mit der Presse reden, um eure Seite darzustellen. Irgendwas passt doch da nicht.
(Die ganzen anderen Fragen, die mich quälen: “Wieso geht ihr überhaupt zu sowas?”, “Wieso wehrt ihr euch nicht dagegen, dass Nazis mit euch marschieren”, “Wieso demonstriert ihr nicht unter Berücksichtigung der geltenden Hygienevorschriften?”, “sind euch andere Menschen und deren Gesundheit echt so scheißegal?” lasse ich heute einfach mal außen vor, weil es mir hier speziell um das Medien-Thema geht.)
Ich verstehe all das nicht und die wichtigste Frage unabhängig von der vergangenen Demonstration lautet für mich nach wie vor: Medienkompetenz? Schon mal gehört? Wieso glaubt man alternativen Nachrichten blind alles und den Mainstream-Medien selbst bei erdrückender Beweislage gar nichts? Wieso kann man gegen unliebsame Fakten so resistent sein?
In vielen Artikeln zu den unterschiedlichsten Themen habe ich immer wieder anklingen lassen, dass ich mir ein Schulfach “Medienkompetenz” wünsche. Hier können Kids lernen, wie man für einen ausgewogenen News-Mix sorgt, wie man Oppinion Pieces von Berichterstattung unterscheidet, wie man Quellen verifiziert usw.
Aber wisst ihr was? Ich glaube zwar nach wie vor, dass wir so ein Schulfach brauchen, weil einfach jeder diese Qualitäten braucht, Nachrichten einordnen zu können. Ich glaube aber eben auch genau so, dass wir viele Millionen Deutsche diesbezüglich längst verloren haben. Damit komme ich wieder zurück zu meiner These aus der Headline: Fakten sind nicht mehr genug!
Die Kids sind nicht so bescheuert, wie sie gerne dargestellt werden (und vermutlich seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte immer so dargestellt wurden von der jeweiligen Vorgängergeneration). An Bewegungen wie Black Lives Matter und Fridays For Future sieht man sehr schön, dass junge Menschen oftmals sehr genau wissen, wie sie sich zu informieren, zu vernetzen, zu organisieren haben. Auch unter jungen Menschen wird es natürlich genügend Schwachköpfe geben, zweifellos.
Dennoch glaube ich, dass die wahre, aktuelle Gefahr die Menschen sind, die weder einen Hauch von Medienkompetenz besitzen, noch gewillt sind, unliebsame Fakten anzuerkennen. Trump hat es vorgemacht: Es ist salonfähig geworden, sich eine eigene Realität zu schaffen. Eine Realität, die in wenigen Minuten als komplett falsch verifiziert werden kann, die aber dennoch nicht dazu führt, seine Anhänger umzustimmen.
Ebenso habe ich das jetzt auch u.a. bei den Bildern aus Berlin verfolgen können. Wir haben Stellungnahmen sehen können von vielen Menschen, die — vorsichtig gesagt — sehr einfach strukturiert sind und lieber Vorgekautes nachplappern statt das zu tun, was sie so gerne von anderen fordern: Nachdenken und Hinterfragen! Sehr entlarvend fand ich diesbezüglich das Video, welches Dunja Hayali auf Instagram geteilt hat:
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Ich hab immer noch Hoffnung auf eine nachrückende Generation, die man nicht mehr so leicht aufs Glatteis führen kann. Der logische Schluss daraus ist für mich, dass Populisten künftig nicht mehr so einfach Menschen manipulieren können, wie das aktuell der Fall ist. Der naive Träumer in mir glaubt tatsächlich daran, dass Fakten irgendwann wieder eine wichtige Größe werden, um die man nicht einfach vorbei argumentieren kann.
Aber aktuell gibt es viel zu viele Menschen, die — sorry mal wieder für die Ausdrucksweise — auf Fakten scheißen. Die lieber wissentlich Falsches verbreiten, bevor sie sich eingestehen, dass deutschlandweit eben doch nicht eine Mehrheit auf ihrer Seite steht. Das sind Menschen, die gar nicht versuchen, aus ihrer Bubble herauszublicken — vielleicht auch, weil komplett das Verständnis dafür fehlt, dass man sich in einer solchen Blase befindet.
Ehrlich gesagt glaube ich, dass man mit diesen Leuten nicht mehr arbeiten kann, sie nicht überzeugen kann, dass sie ihren Blick auf die Welt überdenken müssen. Es ist eine verlorene Generation, was das angeht und fast fürchte ich, dass man da nichts mehr machen kann als abzuwarten, dass dieser Schlag Mensch mit der Zeit ausstirbt und sich das Problem auf diese Weise löst.
Es gibt oftmals nicht nur Schwarz und Weiß und weder einfache Lösungen noch die eine Wahrheit. Deswegen ist es normal, dass immer wieder verschiedene Ansichten und Meinungen aufeinandertreffen werden und das ist auch absolut richtig so. Man muss andere Meinungen aushalten können, sie mitunter anerkennen und manchmal auch erkennen, dass die andere Meinung vielleicht sogar wert ist, dass ich meine eigene überdenke. Aber und das ist kolossal wichtig: Es muss immer einen kleinsten gemeinsamen Nenner geben und das sind die Fakten, die unwiederbringlich feststehen. Es muss wieder Konsens darüber herrschen, dass alles, was wir besprechen, auf einem Gerüst aus Fakten aufzubauen hat. Wir können uns über alles streiten: Über den richtigen Weg, den Klimawandel aufzuhalten, über den richtigen Ansatz, moderne Städte zu formen und darüber, wie wir Rassismus unter Kontrolle bekommen und Gleichberechtigung erreichen. Aber es muss eine Grundlage geben und die muss von beiden Seiten auch anerkannt werden. Solange das nicht gegeben ist, fürchte ich fast, dass man bei vielen Menschen mit Diskutieren nichts mehr erreichen kann.
PimEyes: Saskia Esken und Polizei-Gewerkschaften fordern Schutz vor Gesichtserkennung

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken fordert hohe rechtliche Hürden für Gesichtserkennung. Weitere Politiker:innen wollen eine strengere Regulierung oder gar ein Verbot. Damit steigt der Druck auf die Bundesregierung, sich deutlicher zum Einsatz der Technologie zu positionieren. Zudem verlangen nach unserer Veröffentlichung zum Missbrauchspotenzial der Suchmaschine PimEyes auch die beiden großen Polizei-Gewerkschaften ein Verbot, da sie Polizist:innen identifizieren könnte.
Die Anfang Juli erschienene Recherche zeigte, wie PimEyes dazu beiträgt, unsere Anonymität abzuschaffen. Die polnische Betreiberfirma will die Gesichter von 900 Millionen Menschen in einer Biometrie-Datenbank gesammelt haben. Diese könnten mithilfe der kostenlosen Suchmaschine bereits anhand eines Schnappschusses ermittelt werden. Die Suchmaschine zeigt Websites mit übereinstimmenden Gesichtern, so lassen sich gesuchten Personen häufig Namen, Beruf und vieles mehr zuordnen.
Das ist ein Problem für alle, die offen ihr Gesicht zeigen, aber nicht ihren Namen verraten möchten, etwa auf Dating-Portalen oder politischen Demonstrationen.
Angriff auf Grundrechte
Die SPD-Vorsitzende Esken hält den Einsatz dieser Technologie auch unter ethischen Gesichtspunkten für problematisch. Dies gelte nicht nur für private Unternehmen wie PimEyes, sondern auch für die Sicherheitsbehörden selbst. „Der Einsatz dieser Technologien unter Verwendung öffentlich verfügbarer Fotos stellt einen sehr weitreichenden Eingriff in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung dar“, sagt die Netzpolitikerin. „Gerade angesichts der noch unklaren Reichweite und Kollateralschäden dieser neuen Technologien müssen rechtliche Hürden entsprechend hoch angesetzt sein.“
Mit der Suchmaschine können Nutzer:innen auch versuchen, Polizist:innen zu ermitteln. „Solch eine Suchmaschine birgt riesige Gefahren für die Anonymität der Bürgerinnen und Bürger und hat in privaten Händen nichts zu suchen“, sagt Hagen Husgen aus dem Bundesvorstand der Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Diese Software ist gefährlich und sie muss verboten werden.“ Der Gesetzgeber, so Husgen, müsse so schnell wie möglich aktiv werden. „Selbstverständlich bestehen die Befürchtungen, dass auch Daten unserer Kolleginnen und Kollegen abgeglichen, festgestellt und für Jedermann öffentlich gemacht werden. Ein Horror-Szenario, jedoch nicht nur für die Polizei.“
Ähnlich deutlich positioniert sich auch die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG). Es sei nicht akzeptabel, wenn private Unternehmen solche Software anböten.
Anfang des Jahres enthüllte die New York Times bereits die Machenschaften des US-Start-ups Clearview AI, das drei Milliarden Fotos gesammelt haben soll und seine Gesichtersuche an Polizeibehörden verkaufte. Der Fall PimEyes holt das Problem in die EU.
„Gemeinsam mit den Datenschutzbehörden müssen wir deshalb auf nationaler wie auf europäischer Ebene prüfen, ob die bisherigen gesetzlichen Regelungen, vor allem die Datenschutzgrundverordnung, ausreichend Schutz bieten und andernfalls auf europäischer Ebene gesetzgeberisch tätig werden“, sagt die SPD-Vorsitzende Esken.
Sie spricht damit ein elementares Problem an. Denn mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hat die Europäische Union nach Ansicht von Datenschützer:innen längst verboten, was PimEyes getan hat. Darauf verweist auch Mathias Middelberg, innenpolitischer Sprecher der Union im Bundestag. Er sagt: „Software wie PimEyes darf nicht zum Sicherheitsrisiko für unsere Bürgerinnen und Bürger und unsere Polizei werden.“
Warum konnte PimEyes ungestört Fotos sammeln?
Dennoch hinderte die DSGVO PimEyes offenkundig nicht am Aufbau seiner Suchmaschine. Über Jahre hinweg schritt wohl niemand ein, während das Unternehmen sensible Daten hortete. „Da auch Bürgerinnen und Bürger sowie Polizeibeamte in Deutschland und Europa betroffen sein können, müssen auch der deutsche Datenschutzbeauftragte und die EU-Kommission auf die Einhaltung geltenden Rechts drängen“, so Middelberg. „Die polnische Datenschutzaufsicht muss nun dringend tätig werden.“
Bei unseren Recherchen hatten wir der polnischen Datenaufsicht Urzad Ochrony Danych Osobowych (UODO) schriftlich Fragen zu PimEyes gestellt. Sie antwortete jedoch erst, nachdem in der Folge unserer Veröffentlichung auch andere Medien wie DER SPIEGEL, der WDR und der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Polen über die Gesichter-Suchmaschine berichtet hatten.
In einer E-Mail räumt UODO ein, von dem Unternehmen zu wissen. Zu jenem Zeitpunkt hatte der deutsche Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber bereits eine Beschwerde der Linken-Politikerin Anke Domscheit-Berg übermittelt.
Bis heute verzichtet die Behörde jedoch darauf, tiefergehende Fragen zu dem Fall zu beantworten – etwa, ob ihr noch weitere Beschwerden über die Gesichter-Suchmaschine vorliegen. Es sei zu früh, um sich zu PimEyes und den eigenen Aktivitäten zu äußern.
Keine Überwachung im öffentlichen Raum
Deutsche Politiker:innen haben dagegen keine Zweifel daran, wie die öffentliche Gesichtersuche von PimEyes zu bewerten ist. FDP und Grüne fordern Konsequenzen. „Bürgerinnen und Bürger müssen sich auch im Internet auf den Schutz ihrer Privatsphäre verlassen können“, sagt Mario Brandenburg, technologiepolitischer Sprecher der FDP. Für Fälle, in denen gravierende Verstöße deutlich werden, wünscht er sich Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften, die eine zügige Rechtsdurchsetzung ermöglichen sollen.
Konstantin von Notz, stellvertretender Vorsitzender der Grünenfraktion, sieht die Bundesregierung in der Pflicht, mit gutem Beispiel voranzugehen. Sie müsse eine klare Haltung zeigen und sicherstellen, dass biometrische Daten nicht gegen den Willen der Betroffenen erfasst und ausgewertet werden. „Dieser erneute Skandal muss für die Bundesregierung endlich Anlass genug sein, angesichts der potenziell schweren Grundrechtsverstöße ihre große Lust am Ausbau von totalitären hochgefährlichen Gesichtserkennungstechnologien im öffentlichen Raum zu überdenken“, so von Notz. Zu Beginn des Jahres hatte er sich bereits gegen den Einsatz von Gesichtserkennung durch Überwachungskameras an Bahnhöfen und Flughäfen ausgesprochen – ein Plan, den das Innenministerium inzwischen zurückgezogen hat.
Strengere Gesetze in Deutschland könnten zwar eine Signalwirkung haben, die Suchmaschine PimEyes zeigt aber auch, wie wenig sich die Technologie um Landesgrenzen kümmert. Wenig spricht dafür, dass sich das Problem auf Dauer ohne die EU lösen lässt.
Die europäische Lösung
Auch deutsche EU-Politiker:innen lehnen Gesichtserkennung zumindest teilweise ab. Darüber, wie das aussehen soll, herrscht jedoch Uneinigkeit.
„Meines Erachtens ist durch die Recherche zu PimEyes klar, dass diese Technologie auch in Europa bereits jetzt missbraucht wird“, sagt die Europaabgeordnete Alexandra Geese von den Grünen. Vor allem Frauen seien durch Stalker gefährdet, letztendlich gefährde die Technologie aber auch unsere Demokratie. „Wie können Menschen in Freiheit leben, wenn sie digital auf Schritt und Tritt überwacht werden können?“, fragt Geese. „Deswegen ist ein Moratorium das Minimum, das die EU-Kommission jetzt vorschlagen sollte, besser wäre ein Verbot.“
Auch der SPD-Europaabgeordnete Tiemo Wölken hofft auf Maßnahmen. „Ich finde, wir sind es dem Schutz unserer Demokratie, den Grundrechten der Europäerinnen und Europäer und unserer Freiheit schuldig, Gesichtserkennung jetzt sofort mit einem Moratorium in der EU zu untersagen und sehr sorgfältig die Vor- und Nachteile abzuwägen“, sagt er. Eine solche Entscheidung benötige mehrere Jahre Zeit. „Daher brauchen wir das Moratorium“, sagt Wölken, „und wir brauchen den Willen, am Ende auch ‚nein‘ zu dieser Technologie zu sagen“.
Warum die EU noch nicht mehr getan hat
In einem frühen Entwurf des Weißbuchs zur KI-Strategie der EU-Kommission aus dem Dezember war ein Moratorium, also eine zeitweilige Pause für den Einsatz der Technologie, bereits vorgeschlagen worden – für drei bis fünf Jahre. Die Passage wurde später gestrichen.
Gerade Sicherheitspolitiker:innen beharren auf dem angeblich enormen Nutzen, den Gesichtserkennung etwa bei Ermittlungen habe. Die Abgeordneten Geese und Wölken kennen dieses Argument. Sie fürchten auch die Lobby-Arbeit von Digitalkonzernen, die mit Gesichtserkennung viel Geld verdienen wollen.
Und dann ist da noch Axel Voss von der CDU. Er ist rechtspolitischer Sprecher der EVP, also der größten Fraktion des Europaparlaments, und Mitglied des Sonderausschusses für künstliche Intelligenz. Voss könnte in diesem Bereich viel bewegen, wenn er denn wollte. Im Januar sagte er in einer Sitzung des Rechtsausschusses allerdings wörtlich: „Ich kann nicht erkennen, was für einen Vorteil es bringt, wenn man einfach mal sagt, wir stoppen mal die Anwendung von Gesichtserkennung in Europa. Woanders geht es überall weiter.“
Nach den Enthüllungen zu PimEyes haben wir den CDU-Politiker gefragt, ob er an seiner Einschätzung festhält.
Voss will sofortige Regulierung von Gesichtserkennung
Voss gibt an, er sehe keinen Sinn darin, eine Entscheidung über die Regulierung der Technologie etwa per Moratorium aufzuschieben. „Wir wissen um die Gefährlichkeit von Gesichtserkennung und wir haben Vorstellungen davon, in welchen Bereichen sie sinnvoll eingesetzt werden kann. Warum also warten?“ Seiner Ansicht nach sei die Entwicklung dieser Systeme unaufhaltsam. Deshalb spricht er sich für eine sofortige Regulierung aus.
Den Sicherheitsbehörden möchte Voss den Einsatz von Gesichtserkennung nicht verbieten, in anderen Bereichen zeigt er sich gesprächsbereit. „Das lässt sich hinsichtlich der Technik nicht so pauschal einfach beantworten und muss mehr differenziert und fallbezogen begutachtet werden. Wenn es allerdings um Bilddatenbanken selbst geht, sind diese außerhalb der Sicherheitsbehörden eher nicht zu akzeptieren.“
Demnach hat die öffentlich zugängliche Gesichtersuchmaschine PimEyes auch für Axel Voss eine Grenze überschritten. Nur warum geschieht nichts?
Wir fragen Voss, was er tun werde, um zu verhindern, dass biometrische Daten von Menschen in Deutschland gegen deren Willen erfasst und ausgewertet werden. „Diese – für die sich technologisch rasant ändernden Umstände – notwendige Bereitschaft für flexiblere, permanente und schnellere Regulierung, beziehungsweise Gesetzgebungsverfahren kann ich leider zur Zeit weder bei anderen politischen Parteien noch in unseren behäbigen Strukturen erkennen. Im Übrigen wären die Datenschutzbehörden aller Ebenen gefordert.“
Wir haken nach: Ob das bedeute, Voss werde selbst nichts tun, um den Missbrauch durch Firmen wie PimEyes einzudämmen? „Nein“, teilt Axel Voss per E-Mail mit. Was er aber zu unternehmen gedenkt, geht aus seinen Aussagen nicht hervor.
PimEyes führt Suchabfragen per Webcam ein
Während zuständige Politiker:innen und Datenschützer:innen den Fall prüfen, ist die Suchmaschine weiterhin online und lässt sich kinderleicht missbrauchen. Die Betreiber von PimEyes beteuerten gegenüber netzpolitik.org, ihr Dienst sei unbedenklich, weil er nur nach Gesichtern suche und nicht die Namen der Gesuchten ermittle. Einen Konflikt mit der DSGVO sehen die Betreiber demnach nicht. Zudem dürften Nutzer:innen nur ihr eigenes Gesicht suchen.
Kurz nach Veröffentlichung unserer Recherchen haben die Betreiber die Website verändert, offenbar um den möglichen Missbrauch einzuschränken: Vor dem Absenden einer Suchanfrage müssen Nutzer:innen zusätzlich per Mausklick versichern, dass sie selbst auf dem gesuchten Bild zu sehen sind.
Neu ist außerdem, dass PimEyes inzwischen nur noch Suchanfragen via Webcam erlaubt. Wer also ein fremdes Gesicht über PimEyes suchen möchte, kann jetzt nicht mehr wie zuvor einfach ein fremdes Foto aus dem Internet hochladen. Die Betreiber von PimEyes nennen das einen „wirksamen Schutz der Privatsphäre“ und erläutern: „Wir schützen das Recht des Einzelnen auf Privatsphäre“. Doch von „wirksam“ kann keine Rede sein. Wer trotzdem ein fremdes Gesicht suchen möchte, öffnet einfach ein beliebiges Foto auf dem Smartphone und hält es vor die Webcam.
Das erwähnte „Recht auf Privatsphäre“ scheint bei PimEyes auch nicht für jeden gleichermaßen zu gelten. Die Suchabfrage per Webcam erscheint nämlich nur, wenn Nutzer:innen die Suchmaschine mit einer IP-Adresse innerhalb der EU ansteuern. Wer seinen Standort mithilfe von VPN-Software verschleiert oder sich außerhalb der EU befindet, kann fremde Gesichter auf PimEyes weiterhin ohne irgendein Hindernis suchen und finden; das gilt übrigens auch für die Schweiz und Norwegen. In den Suchergebnissen tauchen weiterhin Menschen aus Deutschland auf.
PimEyes wirbt weiterhin mit massenhaften Suchabfragen
Wie oberflächlich die Änderungen bei PimEyes sind, zeigt ein Blick in die Features für zahlende Kund:innen. Dort hat sich nämlich kaum etwas verändert, auch innerhalb der EU. Weiterhin können Premium-Nutzer:innen für mehrere Gesichter automatische Benachrichtigungen einrichten, sobald neue Treffer in der Datenbank erscheinen. Nach wie vor locken die Betreiber mit besonderen Rabatten, wenn Entwickler:innen automatisierte Suchabfragen in Millionenhöhe durchführen wollen. Vom „wirksamen Schutz der Privatsphäre“ ist an dieser Stelle keine Rede mehr.
Der Widerstand der großen Social-Media-Plattformen hat offenbar Wirkung gezeigt: Da PimEyes auch Inhalte von Instagram und YouTube erfasst hat, haben die Konzerne rechtliche Schritte eingeleitet – wohl mit Erfolg. Konnten wir vor wenigen Wochen noch Fotos von Instagram, YouTube, Twitter und TikTok bei PimEyes aufspüren, ergeben entsprechende Suchanfragen inzwischen keine solchen Treffer mehr.
Weiterhin auffindbar sind aber Suchergebnisse von Pornoseiten, unter anderem von Deutschlands meistbesuchter Pornoseite xHamster. Das ist unter anderem eine Gefahr für Menschen, deren Nacktaufnahmen ohne ihr Einverständnis verbreitet wurden. Sie können durch PimEyes weiterhin bloßgestellt werden. Außerdem lässt sich mithilfe von PimEyes möglicherweise die Identität von Pornodarsteller:innen und Sexarbeiter:innen entlarven.
Bereits Anfang Juli hatte xHamster auf Anfrage von netzpolitik.org bestätigt: Es verstoße gegen die Nutzungsbedingungen, wenn Inhalte der Plattform bei PimEyes auftauchten. Ein Sprecher der Firma schreibt, er verstehe, dass eine Suchmaschine wie PimEyes ein „unglaubliches Risiko“ bedeuten könne. „Wer in der Pornobranche arbeitet, ist bereits mit Diskriminierung konfrontiert“, schreibt der Sprecher, unter anderem „bei der Wohnungssuche, beim Banking, durch Gesetze und in der Gesellschaft allgemein“.
Im Gegensatz zu Instagram und YouTube hat xHamster aber noch keine Unterlassungserklärung an PimEyes geschickt. Warum nicht? „Wir wussten nichts von dem Erfolg der anderen Plattformen“, schreibt der xHamster-Sprecher Wochen später auf unsere erneute Nachfrage. Aber die Rechtsabteilung arbeite daran.
Dabei wäre Widerstand offenbar das einzige, was bei PimEyes Änderungen bewirkt. Am 13. Juli hat Tiemo Wölken der EU-Kommission eine parlamentarische Anfrage zu einem Moratorium gegen Gesichtserkennung gestellt. Die Antwort steht noch aus.
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The Renaissance Of No-Code For Web Designers
The Renaissance Of No-Code For Web Designers
Uri PazThe word Renaissance — which means “rebirth” in French — was given to a tremendous period of philosophical and artistic achievements that began in the 14th century.
During this time, there were a wide range of developments, including:
- Use of oil paints, rather than tempera, which made the painting process easier.
- Use of fabric, rather than wooden boards, which reduced the expenses of painting.
- Translation of classical texts in architecture, anatomy, philosophy, and more, making knowledge more accessible to the general public.
These developments and more made the Renaissance one of the most productive artistic eras in history, dramatically reducing the creative barrier and attracting a large audience rather than just a small group of elites.
Just like the Renaissance era, today’s web design field is exploring its potential through no-code development platforms (NCDPs). These tools allow non-programmers to create application software through graphical user interfaces and configuration, instead of traditional computer programming.
The Designer/Developer Mental Model
In 2000, usability expert Jakob Nielsen introduced “Jakob’s Law,” the idea that users develop mental models of the products they interact with based on their previous experience. The more users can focus on their goal without challenging this mental model, the easier it is for them to achieve that goal.
“CSS is closer to painting than Python.”
— Chris Coyier, co-founder at CodePen
Design and development skills are rooted in different types of thinking and require different types of tools. While designers use WYSIWYG editors like Figma, Sketch, and Photoshop to place elements on the canvas, developers work with IDEs like VSCode, Webstorm, and Brackets. In order to remain productive, designers and developers need to be able to make changes and receive instant feedback, according to their mental model.
So, using drag and drop builders may actually interfere with developers who want to debug fast, but working only with a text editor may be inappropriate for designers who want to test composition.
Designers And Code
Many designers understand the functional differences between a mockup and a working product. In order to understand the possibilities of the medium, where to draw the boundaries and how to deal with the constraints, many designers are willing to “get their hands dirty” when it comes to learning code — but they have difficulties.
One of the main reasons designers are not coders is because there is a large gap between the designer’s mental model and the conceptual model of many code editors. Design and development take two very different modes of thought. This mismatch leads to a difficult and frustrating learning curve for designers that they might not be able to overcome.
Code Abstraction
Abstraction is a core concept of computer science. Languages, frameworks, and libraries are built on different abstraction layers of complexity to facilitate, optimize, and guarantee productivity.
“Visual programming tools abstract code away from the creator, making them significantly more accessible. The real magic of these tools, however, is how they integrate all of the underlying layers of software into end products, providing useful functionality through modular components that can be harnessed through intuitive visual interfaces.”
— Jeremy Q. Ho, No Code is New Programming
When working with abstraction layers, there are tools such as Editor X and Studio for websites/web applications, Draftbit and Kodika for mobile apps, and Modulz for design systems, which enable a visual representation of code, in addition to code capabilities.
By adopting a familiar visual medium, the learning curve becomes easier for designers.
If Chris Wanstrath the co-founder and former CEO of GitHub said, “the future of coding is no coding at all,” then surely no-code is a legitimate way to develop — despite the perception that these tools don’t offer the flexibility to write your own code, line by line.
Indeed, we see that interest in the term “nocode” is growing:
Difference Between Imperative And Declarative Programming
In order to understand the development of no-code tools for designers, you need to know the distinction between two types of programming:
- Imperative Programming
Deconstruct the result into a sequence of imperatives, i.e. explicit control flow. For example: JavaScript, Python, C ++. - Declarative Programming
Declare the result, i.e. implicit control flow. For example: SQL, HTML, CSS.
Declarative languages are often domain-specific languages, or DSL, which means they’re used for a specific purpose, in a specific domain.
For example, SQL is DSL for working with databases, HTML is DSL for adding semantic structure and meaning to content on a web page, and CSS is DSL for adding style.
“There are too many variables to consider. The point of CSS is to make it so you don’t have to worry about them all. Define some constraints. Let the language work out the details.”
— Keith J. Grant, Resilient, Declarative, Contextual
Imperative programming sets specific, step-by-step instructions to the browser to get the desired result, while declarative programming states the desired result and the browser does the work by itself.
The Middle Ages
The effort to create a visual interface tool for web design development started in the 1990s through groundbreaking attempts like InContext Spider, Netscape Navigator Gold, Microsoft FrontPage, and of course, Dreamweaver.
During this period, the common terminology included: visual HTML authoring tool, WYSIWYG web page compositor, or simply HTML editor. The term “no-code” was popular in the 1990s — but for a different reason. In 1996, the American rock band Pearl Jam released their fourth studio album, No Code.
These no-code tools dramatically reduced the creative barrier and attracted a large audience, the Internet wasn’t ready for these types of tools at the time.
This effort was limited for the following reasons:
1. Layout
When the inventor of the World Wide Web Tim Berners-Lee launched his creation in 1989, he didn’t offer a way to design a website.
This came along in October 1994, after a series of suggestions on how to design the Internet by different people — including one from Håkon Wium Lie — who proposed an idea that attracted everyone’s attention. Lie believed in a declarative style that would allow browsers to handle the processing — it was called Cascading Style Sheets, or simply CSS.
“CSS stood out because it was simple, especially compared to some of its earliest competitors.”
— Jason Hoffman, A Look Back at the History of CSS
For a long time after, CSS provided design solutions for a single object — but it didn’t give an adequate response to the relationship between the objects.
Methods to address this were effectively hacks, and they weren’t able to handle a great deal of complexity. As sites evolved from simple documents to complex applications, web layouts became difficult to assemble. Instead of using a style in a declarative way as Lie designed, web developers were forced to use imperative programming.
A grid system based on the rules of Swiss designer Josef Müller-Brockmann that was customary in print from the 1940s seems like a distant dream when considering anything related to the Web.
Because of these layout limitations, no-code platforms were forced to add an abstract layer to perform backstage calculations. This layer causes a range of problems, including losing the semantic value of the objects, performance issues, bulky code, a complex learning curve, unscalability, and accessibility issues.
2. Browser Alignment
In the early days, browser makers were the ones who decided how to build the Internet. This led to the Web becoming a manipulative commodity. Competition between browsers led to unique “design features”. This forced the need to rebuild the same site several times, so it could be accessed from multiple browsers.
“Developers in the 90s would often have to make three or four versions of every website they built, so that it would be compatible with each of the browsers available at the time.”
— Amy Dickens, Web Standards: The What, The Why, And The How
To offset the need to build websites that fit specific browsers, the World Wide Web Consortium (WC3) community was established at MIT in 1994. The WC3 is an international community working to develop functional, accessible and cross-compatible web standards.
When the standards were introduced, browser makers were encouraged to stick to one way of doing things — thus preventing several versions of the same site from being built. Despite WC3’s recommendations, it took a long time for browsers to meet the same standards.
Due to a lack of alignment between the browsers (Internet Explorer, I’m looking at you), CSS for a time was stuck and no new capabilities were added. Once a declarative language doesn’t support something, it requires you to lean on all kinds of imperative hacks in order to achieve that goal.
3. Data Binding
In the early years of the Web, sites were developed as a collection of static pages with no semantic meaning. When Web 2.0 arrived, it received the description “the web as a platform,” which led to a significant change — pages had dynamic content, which affected the connection to the data, and of course the semantic meaning.
“Sites in the 1990s were usually either brochure-ware (static HTML pages with insipid content) or they were interactive in a flashy, animated, JavaScript kind of way.”
— Joshua Porter, Web 2.0 for Designers
Indeed, connecting to data using a no-code approach has existed for a long time — but the user experience was difficult. Additionally, the transition to semantic marking so content could be detected in no-code tools was difficult because of the mixing between declarative and imperative programming.
No-code tools didn’t mesh with those core tasks.
Proto-Renaissance
On June 29, 2007, the nature of the Internet was changed dramatically. This was the day when Steve Jobs introduced the iPhone — a combination of mobile phone and media player that connected to the Internet and enabled multi-touch navigation.
When the iPhone was introduced in 2007, it was a turning point for web design. All of a sudden web designers lost control of the canvas on which we designed websites. Previously, websites only had to work on monitor screens, which varied in size, but not all that much. How were we supposed to make our websites work on these tiny little screens?
— Clarissa Peterson, Learning Responsive Web Design
This created new challenges for web design development. Mainly, how to build a site that can be used on multiple types of devices. Many “hack” approaches to layout design simply fell apart — they caused more problems than they solved.
Everything needed to be reevaluated.
The No-Code Renaissance
Browsers supporting WC3 standards (Chrome and Firefox ) have huge market share today, which has pushed more browsers to support the standards. The fact that all of the browsers support the same standard, enable alignment in the building of sites and ensure these capabilities would continue to work as standards and browsers evolve.
Methods such as media query, flexbox and grid — which are natively available in the browsers for layout design — have paved the way for flexible layouts, even when element sizes are dynamic.
“When CSS Grid shipped in March 2017, our toolbox reached a tipping point. At last we have technology powerful enough to let us really get creative with layout. We can use the power of graphic design to convey meaning through our use of layout—creating unique layouts for each project, each section, each type of content, each page.”
— Rachel Andrew, The New CSS Layout
In this way, HTML became cleaner and it was able to achieve its original purpose: a semantic description of the content.
Finally, thanks to alignment between the browsers and new capabilities, no-code tools are backed by powerful, uniform technology. These changes created a clearer distinction between declarative and imperative. New possibilities were created to solve old problems.
“Simplicity is the ultimate sophistication.”
— Leonardo da Vinci
The Effect Of No-code On Designers
The developments of the Internet over the years has led to a situation where the abstraction between design and code is constantly improving. This has implications for the way web designers plan and implement their designs.
1. Design Planning
While popular design tools use static content for dynamic web design, no-code tools allow designers to work with the web’s own materials.
“Photoshop is the most effective way to show your clients what their website will never look like.”
— Stephen Hay, author of Responsive Design Workflow
If we have a complex design with different states, micro-interactions, animations and responsive breakpoints — by using no-code tools we can work in a more tangible way.
Additionally, the development of the web enables no-code tools to clearly separate content from the design (which allows designers to visually manage real content). Reflecting the dynamic content in the design (e.g. text, images, videos, and audio), gives designers a clearer understanding of how it will appear.
The advantage of working in the no-code workspace is that interactions appear immediately. This allows designers to quickly test their design choices and see if they work.
2. Design Implementation
After investing in design perfection, designers should explain the visual and conceptual decisions to developers through prototypes. Prototypes not only take time in terms of preparation, but their design is also often implemented incorrectly due to misinterpretations.
With no-code tools, designers are able to place objects on their display and handle their visibility and behavior with ease and speed. In other words, they can design the end result without depending on anyone else.
To use myself as an example, when the Coronavirus pandemic hit, I worked with a small team on a project to help connect young volunteers to isolated seniors. In just three days, myself and another designer built the website and connected user registration data to a database, while the team’s developer worked to integrate data from the site into a separate mobile app.
The Effect Of No-code On Developers
Will no-code tools completely replace developers? The short answer: No. The significant change is in the way designers and developers can work together to create websites.
In addition to the development of CSS, Javascript has also evolved in parallel and perhaps even more. The idea that frontend developers need to control all the abilities makes no sense. And yet, the development of no-code over the years has enabled designers to build their own designs.
It’s a win-win situation, in which developers can focus on developing logic, and designers have more control over the user experience and styling.
The Effort Is Not Yet Complete
I don’t want to leave you with the impression that designers have complete freedom to design with no-code tools. There are still some missing style capabilities that CSS has not yet solved, and these still require imperative development.
Unlike in the Middle Ages, where art was considered as handicraft without a theoretical basis, Renaissance developments changed the status of the artist — who was suddenly considered a polymath.
No-code tools remove bottlenecks, which allows designers to gain more ownership, influence, and control over the experiences they design.
We’ve come a long way from the days when designers weren’t able to bring their designs to life. As the Internet evolves, browsers align, capabilities are added and the accessibility of technology becomes easier — designers are faced with new opportunities to create, think, and change their status with no-code tools.
The no-code movement not only affects how things are done, but by who.
Credits: Yoav Avrahami and Jeremy Hoover contributed to this article.
Further Reading on SmashingMag:
- What Vitruvius Can Teach Us About Web Design
- The Split Personality Of Brutalist Web Development
- What Newspapers Can Teach Us About Web Design
- What Does A Foldable Web Actually Mean?
(fb, ra, yk, il)
EU court: withdraw personal data of EU citizens from US cloud services immediately
Mid July, the European Court of Justice struck down the Privacy Shield agreement between the EU and the US. The court ruled US law incompatible with EU privacy regulations, as US government agencies have access to data of EU citizens managed or stored by US firms. This violates the Charter of Fundamental Rights of the European Union and the GDPR.
In essence the ruling means that US companies can not handle data in compliance with the GDPR. European data centers or Standard Contractual Clauses (SCCs) are no solution, as access to data already defines a data transfer and US law supersedes contract law. The only legal solution to regain compliance with EU law is to immediately stop data transfers to the US businesses and repatriate data currently residing with them (source)
Summarizing the main points
The court’s decision
The European Court of Justice ruled that the US government infringes on the data protection rights of EU citizens and thus invalidated Privacy Shield, the agreement covering data transfers between the EU and the US. Either the US will have to change its laws and keep its security agencies and courts from snooping in data of EU citizens, or the EU will have to change its laws and reduce it’s legal security and privacy guarantees.
Consequences
As US firms can no longer comply with the GDPR, businesses in Europe have to immediately stop giving US businesses access to personal data of EU citizens. Cloud services like Google services, Dropbox or Microsoft365 can no longer be used for personal data. On premises solutions from US firms can still be used, as can purely EU hosted and managed cloud platforms.
What to do
To ensure compliance with EU privacy laws, European firms should stop data transfers to the US and thus move to on-premises or EU hosted alternatives. For example, Mirosoft Office Online Server can still be used, as can alternatives like Collabora Online or ONLYOFFICE. For full online productivity, solutions like IONOS’ Nextcloud offering can easily guarantee GDPR compliance by using Europe’s largest hosting provider with worlds’ most deployed on-premises collaboration platform.
To learn more about the ruling, we recommend the FAQ of the European Data Protection Board.

