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Article note: "Wir. Deuten. Geschichte." #punkt!
getarnte Einflussnahme

„Wir miteinander“ ist das Programm zum Tag der deutschen Einheit an der Baustelle des Turms der Garnisonkirche. Dieses rührselige „Miteinander“ bekommt angesichts der neusten Finanzspritze für das Bauprojekt eine völlig neue Bedeutung. Geldgeber: die Bundeswehr, die gern mit dem „Wir“ wirbt. Wir miteinander.
Die Dreifaltigkeit aus Militär, Kirche und Krone bekommt nun echte „Schützenhilfe“. Vielleicht folgen als Gegenleistung die blankgeputzten Särge derer, die in Auslandseinsätzen ihr Leben ließen für gelernte Verantwortung, gelebte Versöhnung und in Erinnerung an deutsch-preußische Geschichte.

Wir dokumentieren die Pressemitteilung der Bürgerinitiative für ein Potsdam ohne Garnisonkirche die die neue militärische Einflussnahme aufdeckte:

Garnisonkirche: Bürgerinitiative fordert Abgrenzung vom Militär

Nur zwei Monate, nachdem Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) eine weitere Förderung des Wiederaufbaus der Garnisonkirche durch die Bundesregierung im nächsten Haushaltsjahr schriftlich verneint hat, taucht das geschichtsrevisionistische Projekt plötzlich im Verteidigungshaushalt auf. Ausgerechnet die Bundeswehr, deren Rechtsextremismus-Problem sich zuletzt im KSK-Skandal wieder gezeigt hat, soll mit 350.000 Euro die Dauerausstellung in der rekonstruierten Kriegskirche finanzieren.

Sich die Aufarbeitung der Verstrickung von Militär und Faschismus von der Bundeswehr finanzieren zu lassen, ist in etwa so ergiebig, als würde man sich Recherchen zu den Skandalen in der Fleischindustrie von Tönnies bezahlen lassen.

Insofern zeigt diese weitere Verstrickung mit dem Militär, mit welchen geschichtswissenschaftlichen Standards die Stiftung und ihr wissenschaftlicher Beirat offenbar arbeiten. Die finanzielle Beteiligung der Bundeswehr, die bereits repräsentativ im Kuratorium vertreten war, offenbart einen hochproblematischen Interessenskonflikt. Militärkritische Inhalte werden in der geplanten Wohlfühlausstellung, zu der bis heute kein konkretes Konzept vorliegt, noch unwahrscheinlicher, als sie ohnehin schon waren. Man erinnere sich nur an die Reaktionen aus Bundeswehrkreisen auf die Wehrmachtsausstellung.

1984 waren es rechtsradikale Kreise in der Bundeswehr, die die Bestrebungen für den Wiederaufbau der Garnisonkirche in Gang setzten. Wie die kritische Ausstellung “Lernort Garnisonkirche” im Rechenzentrum zeigt, ist das geschichtsrevisionistische Bauprojekt trotz aller Lippenbekenntnisse weiterhin stark geprägt von seinen rechten Wurzeln. Die proklamierte Loslösung vom Gedankengut des Ex-Oberstleutnants Max Klaars und dessen Mitstreitern in der „Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel“ erscheint abermals als unglaubwürdig. Die Stiftung Garnisonkirche beweist mal wieder, mit welchen Facetten des Preußentums sie sich verbunden fühlt.

Der historische Ort der ehemaligen Garnisonkirche braucht eine schonungslose und unabhängige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der deutschen Kriegsschuld. Die Bürgerinitiative für ein Potsdam ohne Garnisonkirche fordert endlich eine klare Abgrenzung von der militaristischen Tradition der Kriegskirche, sowohl im Hinblick auf die Trägerschaft als auch auf die Finanzierung!

Kommentar PNN

Peer Straube (PNN) schrieb zu diesem Thema am 5.10.2020 einen lesenswerten Kommentar:
https://www.pnn.de/meinung/kommentare/kommentar-garnisonkirchen-projekt-unsensibler-gehts-nicht/26247014.html
Der finale Satz lautet: „Der Grundgedanke eines Versöhnungszentrums wird damit ad absurdum geführt.“

Kommentar FRIKO

Die Friedenskoordination Potsdam hat zur Finanzierung der Dauerausstellung in der Garnisonkirche Potsdam durch die Bundeswehr eine Presseerklärung verfasst, die wir an dieser Stelle als weiteren Kommentar dokumentieren:

Article note: 'Liebe' MAZ, kurz zur Info: da verschenkt niemand etwas aus Altruismus, das ist heftiges Marketing eines privatwirtschaftlichen Unternehmens ...! (Und ihr 'veredelt' das dann auch noch ... #tzzz)

Als Dank an treue Kunden in Corona-Zeiten verschenkte der Mineralölkonzern JET am Mittwochmittag 20 Liter Sprit an jeden Autofahrer, der es auf das Tankstellengelände an der Zeppelinstraße schaffte.

Article note: #wow Für einen Plan, der in der Umsetzung nicht so wirklich Fortschritt zeigt ...
Bundesumweltministerin Svenja Schulze dankt 22 Kommunen für Klima-Engagement
Potsdam wurde als Masterplan-Klimaschutz-Kommune ausgezeichnet. (Foto: BMU)
Potsdam wurde als Masterplan-Klimaschutz-Kommune ausgezeichnet. (Foto: BMU)
Potsdam wurde als Masterplan-Klimaschutz-Kommune ausgezeichnet. (Foto: BMU)

Heute, 29. September 2020, hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze Potsdam sowie 21 weitere Masterplan-Kommunen Klimaschutz aus dem Jahr 2016 ausgezeichnet und ihnen für das große Engagement in Sachen Klimaschutz gedankt. Mit ihren jeweiligen Projekten zum Masterplan Klimaschutz hatten die Kommunen einen Fahrplan entwickelt, wie sie bis 2050 klimaneutral werden können.

Auch wenn Klimaschutz in der öffentlichen Wahrnehmung immer wichtiger wird, so war es im Jahr 2016, als die Kommunen starteten, nicht selbstverständlich, sich so einer Herausforderung zu stellen und die Prozesse der Treibhausgas-Emittenten einer Stadt grundlegend zu ermitteln und Pfade zur Erreichung der Klimaneutralität zu beschreiben. Doch die heute ausgezeichneten Kommunen, darunter Potsdam, haben sich für diesen Prozess beworben und sich dieser Herausforderung gestellt. Unter der wissenschaftlichen Begleitung des Teams der Nationalen Klimaschutzinitiative, des ifeu-Instituts Heidelberg und des Öko-Instituts wurden durch unterschiedliche Gutachterteams in den Kommunen die „Masterpläne 100% Klimaschutz bis 2050“ entwickelt. Dabei wurden die Potenziale der Kommunen ebenso wie die Handlungsbedarfe der Bundesebene aufgezeigt.

Gemeinsam mit Gästen aus den Masterplan-Kommunen und politischen Vertreterinnen und Vertretern aus Bund, Ländern und Gemeinden wurden erfolgreiche Projekte betrachtet, aber auch in die Zukunft geschaut: auf Potenziale und Chancen, wie der Klimaschutz in den Kommunen weiterentwickelt und fortgeführt werden kann. Viele Kommunen haben sich schon auf den Weg gemacht. So auch Potsdam, wo die Stelle der Klimaschutzmanagerin verstetigt wurde und im Doppelhaushalt 2020/21 der Klimaschutz gestärkt wurde.

Mehr Information zu Potsdams Masterplan Klimaschutz finden sich online hier.