Article note: Einzelfälle, Leute ...!!!1!

Potsdam/Neuruppin — In dem Fall eines 26-jährigen Polizeianwärters, der sich bei einer Übung rechtsextremistisch geäußert haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Neuruppin die Ermittlungen eingestellt. Sie sah den Tatverdacht der Volksverhetzung nicht erfüllt.

„Die Staatsanwaltschaft hat den Vorwurf der Volksverhetzung geprüft, aber im Kern konnte er nicht mit einer hinreichenden Verurteilungswahrscheinlichkeit bestätigt werden“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Das Bundesverfassungsgericht habe beim Tatbestand der Volksverhetzung strenge Maßgaben definiert – und dieses seien im konkreten Fall nicht erfüllt.
„Jude, Untermensch, Nazi, Gaskammer“

Der 26-jährige Anwärter des gehobenen Vollzugsdienstes hatte bei einer Übung das gängige Funkalphabet mit Begriffen aus der Zeit des Nationalsozialismus ersetzt. Als er der Namen „Jung“ buchstabieren sollte, sagte er Zeugen zufolge: „Jude, Untermensch, Nazi, Gaskammer“ (oder Genozid; hier gibt es widersprüchliche Aussagen). Die Hochschule der Polizei in Oranienburg (Oberhavel) hatte dem angehenden Polizisten daraufhin gekündigt und Anzeige erstattet. Doch strafrechtliche Konsequenzen muss er nicht fürchten.

Die fragliche Äußerung sei nicht eindeutig interpretierbar, hieß es von Seiten der Staatsanwaltschaft. Die bloße Aufzählung der beanstandeten Begriffe sei „vielfältig interpretierbar“ – bis hin zu einer „Kritik am Nationalsozialismus“, hieß es. Außerdem habe sich der Polizeianwärter in einem kleinen Kreis geäußert. Auch das spreche dagegen, dass der Tatbestand der Volksverhetzung hinreichend erfüllt sei. Volksverhetzung setze auch voraus, dass der öffentliche Frieden gestört werde oder werden könnte.

Der junge Mann hatte außerdem erfolgreich gegen seinen Rauswurf Widerspruch eingelegt. Das Potsdamer Verwaltungsgericht hatte dem Mann im August in einem Eilverfahren Recht gegeben. Die Polizeihochschule, die in ihren Reihen keine rechtsextremen Auszubildenden duldet, hat gegen diese Entscheidung Rechtsmittel eingelegt. Die Kündigungssache wird vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg landen. Darüber sei noch nicht entschieden, hieß es.

Article note: OMG! Vernünftige Radwege, _abgesenke_ Bordsteine, Fahrradstraßen, Kopfsteinpflaster-Alternativen, ... - es würde so viele (andere) Dinge geben ...!
In der Stadtpolitik mehren sich Forderungen nach eine Grünen Pfeil für Radfahrer an Kreuzungen. Die Straßenverkehrsordnung erlaubt das seit Ende April, doch passiert ist noch nichts.

Article note: Bitte ma alle mitmachen (+ die Realität aufzeigen)!
Bis 30. November können Alltagsexperten Potsdams Fahrradfreundlichkeit bewerten
Besser.Mobil mit dem Fahrrad
Besser.Mobil mit dem Fahrrad
Besser.Mobil mit dem Fahrrad. Foto: Landeshauptstadt Potsdam/Barbara Plate

Seit dem 1. September können alle Potsdamerinnen und Potsdamer im Rahmen einer Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. (ADFC) bewerten, wie fahrradfreundlich die Landeshauptstadt ist. Bis jetzt haben circa 630 Personen (Stand: 13. Oktober) das Fahrradklima in Potsdam bewertet. Noch bis zum 30. November ist eine Teilnahme möglich. Der sogenannte ADFC-Fahrradklima-Test findet alle zwei Jahre, nun bereits zum neunten Mal statt und gilt als Zufriedenheits-Index der Radfahrer in Deutschland.

„Wir haben für den Radverkehr in der Landeshauptstadt mittlerweile viel erreicht. Aber wir können und wollen noch besser werden! Der ADFC-Fahrradklima-Test ist dabei mittlerweile eine wichtige Orientierungshilfe für uns, denn die Ergebnisse zeigen die von den Radfahrenden wahrgenommenen Defizite in Potsdam auf“, sagt Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt. „Aus den Ergebnissen lassen sich Maßnahmen ableiten, die durch die unterschiedlichen Akteure wie der Stadtverwaltung, der Polizei, Vereinen und häufig auch von den Bürgerinnen und Bürgern selbst umgesetzt werden können, damit Potsdam noch fahrradfreundlicher wird. Daher ist die Beteiligung möglichst vieler Potsdamerinnen und Potsdamer gefragt.“

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans. Die Beteiligung an der Umfrage ist online auf www.fahrradklima-test.de möglich. Mit dem Fragebogen ist mit wenig Aufwand die Bewertung der Situation für Radfahrende in Potsdam möglich. So hat jeder Einzelne als „Alltagsexperte“ die Chance, Politik und Verwaltung ein wichtiges Feedback zur Situation von Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern vor Ort zu geben.

Radfahrerinnen und Radfahrer sollen dabei ihre Meinung über „Spaß oder Stress“ beim Fahrradfahren und im Straßenverkehr an ihrem Wohnort zum Ausdruck bringen, indem sie verschiedene Aspekte des Radfahrens auf einer Skala mit sechs Positionen bewerten können. Die Fragen betreffen: Sicherheitsgefühl, Komfort, Radverkehrsinfrastruktur und -förderung bis hin zu Abstellmöglichkeiten, Winterdienst auf Radwegen und Werbung für das Radfahren.

„In Auswertung der Ergebnisse des Fahrradklimatests 2018 haben wir zum Beispiel kontinuierlich die Angebote für das Fahrradparken vor allem in der Innenstadt erhöht. So wurden in diesem Jahr auf dem Alten Markt (Ostseite Nikolaikirche), in der Wilhelm-Staab-Straße (gegenüber Nikolaisaal), in der Charlottenstraße (westlich Kabarett Obelisk) und vor allem in der Friedrich-Ebert-Straße viele Abstellmöglichkeiten für Fahrräder in der Innenstadt neu geschaffen“, so der Beigeordnete weiter.

Die Landeshauptstadt Potsdam konnte beim Test 2018 in der Kategorie 100.000 bis 200.000 Einwohner mit einem Wert von 3,6 einen Spitzenplatz (Platz 5) im bundesweiten Gesamtranking erreichen und sich dabei im Vergleich zum Test 2016 um einen Platz verbessern. Es hatten sich 2018 auch erstmals mehr als 1000 Potsdamer Radfahrerende am ADFC Fahrradklima-Test beteiligt.