Das Update zu Zahlen, Dunkelziffern und digitalen Fragen in der Corona-Krise
Die Vierte Welle türmt sich weiter mächtig auf und droht Deutschlands Gesundheitssystem nun aber wirklich über den Rand der Belastbarkeit zu drücken. Die Inizidenzen sind so hoch wie nie und es gibt auch noch wenig Hoffnung, dass sich die Situation vor Weihnachten signifikant verbessern wird. Zu alledem steigt die Sorge über die neue Variant of Concern B.1.1.529 mit dem schönen Namen Omikron, die einerseits die Ansteckungswahrscheinlichkeit noch mal signifikant gesteigert hat und darüberhinaus auch so viele Mutationen aufweist, dass die Impfstoffhersteller eher davon ausgehen, dass nun wirklich eine Anpassung der Impfstoffe erforderlich sein könnte, die bis Delta noch gut gepasst haben. Wir schauen zudem auch auf die deutsche Impfkampagne, die zwar Fahrt aufnimmt aber immer noch weiter hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt und wir diskutieren eine allgemeine Impfpflicht. Dazu noch ein Blick auf das neue Pfizer-Medikament Paxlovid.
Das Bundesamt für Informationssicherheit ist alarmiert. Eine Sicherheitslücke bei der häufig verwendeten Open-Source-Software "Log4j" öffnet Tür und Tor für Hacker. Muss frei verfügbare Software besser geprüft werden?
Ein Fall schlägt hohe Wellen: Der Youtuber Drachenlord wird seit Jahren von einem Internetmob bedrängt, etliche Hater pilgern vor sein Haus. Die Justiz muss diese Fälle aufarbeiten - und stößt dabei an ihre Grenzen.
Dies ist ein Aufruf, die Schwurber*innen und Nazis am nächsten Montag nicht mehr die Stadt zu überlassen!
Am letzten Montag waren in Potsdam über 700 Menschen auf der Straße, ohne sich und andere vor dem Coronavirus zu schützen. Unter den Teilnehmer*innen waren nicht Spaziergänger*innen, sondern Coronaleugner*innen, Verschwörungsideolog*innen, Umsturzphantasten. AFD und andere Nazis versuchen die Sorgen und Nöte der Menschen in der Pandemie für ihre Zwecke mit Hass und Hetze zu missbrauchen.
Die Zivilgesellschaft in unserer Stadt, die Pogida verjagt hat, die sich als „sicherer Hafen“ für Geflüchtete versteht, die eine Stadt der Wissenschaft ist und die stolz auf ihre solidarische Stadtgesellschaft und ihre Freiräume ist, wird damit herausgefordert, ein Zeichen gegen diesen Spuk aus Ignoranz, Egoismus, Hass und Wissenschaftsfeindlichkeit zu setzen!
Diese „Spaziergänge“ sind ein Schlag ins Gesicht der medizinischen Pflegekräfte, die in den Krankenhäusern am Limit arbeiten. Sie verhöhnen alle, die an einer Coronaerkrankung verstorben sind. Sie spalten die Gesellschaft, weil sie mit ihrem egoistischen Verhalten auch diejenigen unter uns mitgefährden, die sich an Kontaktbeschränkung halten und durch die Impfung gegen Corona eine Rückkehr zur Normalität wollen. Sie sind zynisch gegenüber allen Menschen im Einzelhandel und in der Gastronomie, in der Kultur, im Sport oder in der Veranstaltungsbranche, die von den notwendigen Einschränkungen existenziell bedroht sind.
Dabei geht es uns nicht um eine kritiklose Akzeptanz der Coronapolitik. Es ist nötig, über die Auswirkungen der Einschränkungen der Freiheit in unserem Land zu reden. Es ist nötig, Konsequenzen aus der Wucht zu ziehen, die unser Land durch die Pandemie erschüttert hat. Es wird längst Zeit für einen Perspektivwechsel, für eine andere Verteilung der Lasten und Einschränkungen.
Wir treten dafür ein, dass alle Menschen geschützt werden, dass die Menschen, welche die Hauptlast in der Krise tragen, endlich auch die entsprechende Anerkennung bekommen.
Die überwältigende Mehrheit Potsdams ist solidarisch. Wir meinen, JETZT muss diese Mehrheit dies deutlich machen und zeigen, dass wir Potsdam nicht den Egoist*innen und Schwurbler*innen überlassen.
Deshalb muss am nächsten Montag, den 27. Dezember 2021 das solidarische Potsdam sichtbar werden.
Wir rufen alle Menschen in der Stadt auf, diesem Spuk am nächsten Montag etwas entgegen zu setzen!
Werdet aktiv, zeigt auf kreative und vielfältige Weise, was wir von Menschenverachtung und Ignoranz halten. Hängt z.B. Transparente, bunte Schals, oder Tücher aus den Fenstern. Macht mit Trillerpfeifen, Töpfen und Pfannen Musik und Lärm an Fenstern und Türen. Macht auf den Wegen deutlich, was ihr von den Egoist*innen und Schwurbler*innen haltet. Nehmt Euch die Straßen zurück!
Am Platz der Einheit, am Nauener Tor, am Filmmuseum und am Brandenburger Tor sind ab 16.30 Uhr drei Kundgebungen als Anlaufpunkte angemeldet.
Und ganz wichtig im Gegensatz zu den Schwurbler*innen: Haltet Abstand, setzt Masken auf, agiert in Kleingruppen, schützt Euch und andere.
Unterstützer*innen:
Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ Patient*innen gegen kapitalistische Leidkultur Landesverband AndersARTiG la datscha Linke Potsdam Netzwerk „Stadt für alle“ GEW Studies Utopia e.V. Zeppelinstraße 26 Neue Farben e.V. Charlottenstraße 28 Die Partei Potsdam Jusos Potsdam
VVN-BdA Potsdam SJ – Die Falken Brandenburg Seebrücke Potsdam Polar Potsdam Treffpunkt Freizeit Emanzipatorische Antifa Potsdam / EAP Wählergruppe DIE aNDERE Solid Potsdam Archiv Potsdam
Weitere Gruppen können sehr gern aufgenommen werden.