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Der GdW legt eine neue Rahmenvereinbarung vor.

Eine Baustelle im Modulbau. Foto: GdW

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW hat mit Unterstützung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie nach dem großen Erfolg der ersten Rahmenvereinbarung für serielles und modulares Bauen eine neue Rahmenvereinbarung 2.0 an den Start gebracht. Das geschah nach Angabe der Initiatoren wieder im Rahmen eines europaweiten vergaberechtlichen Ausschreibungsverfahrens. 20 Bieter erhielten heute den Zuschlag für insgesamt 25 innovative Wohnungsbaukonzepte, die Mitgliedsunternehmen der GdW künftig realisieren können.

Ein großer Vorteil des seriellen und modularen Wohnungsbaus ist die Zeitersparnis. Sie ergibt sich insbesondere dadurch, dass Teile der Projektausschreibung und -vergabe sowie der Planung eines vorgesehenen Wohnungsbaus durch die Rahmenvereinbarung und die darin angebotenen, durchgeplanten Konzepte vorweggenommen werden. Kürzere, effizientere Bauphasen dank der Vorfertigung von Bauteilen und ganzer Module bringen weitere wesentliche Zeitvorteile.

Die Rahmenvereinbarung gibt ein starkes Preissignal in den Markt, da die Baukosten bei rund der Hälfte der Angebote unter dem Medianwert von rund 3.200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und damit deutlich unter den durchschnittlichen Preisen für Mehrfamilienhäuser in Deutschland aus 2022 liegen. Aufgrund der Vielfältigkeit der Angebote, die von Holzbau über Stahlbeton bis hin zu Hybridbauweisen reichen, liegt die Spanne der Angebotspreise für die innovativen Modellgebäude nach Angaben des GdW insgesamt zwischen 2.370 und 4.370 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Weitere

Preisvorteile können zusätzlich durch Mengeneffekte generiert werden. Angesichts stark gestiegener und kurzfristig stark schwankender Baukosten garantiert die Rahmenvereinbarung zudem dringend notwendige Preissicherheit. Die in der neuen Vereinbarung für fünf Jahre festgeschriebenen Preise können nur auf Grundlage festgelegter Material- beziehungsweise Baupreisindizes angepasst werden.

Die Auswahl der Rahmenvertragspartner erfolgte nach ökonomischen Kriterien, wie Angebotspreis, Skaleneffekte, Liefergebiet, Lieferkosten und gleichgewichtet nach Kriterien der Kategorie Qualität und Innovation. Hier wurden Punkte für städtebauliche und gestalterische Qualität, funktionale und technische Qualität sowie die ökologische Qualität vergeben. Die ökologische Qualität der Angebote ging mit einem Anteil von einem Drittel nun deutlich gewichtiger in die Bewertung ein. Damit orientieren sich die Angebote auch an künftigen Förderkulissen und Nachhaltigkeitsanforderungen. Die Bewertung der Angebote erfolgte auch mit Unterstützung der Bundesarchitektenkammer.

Für Wohnungsunternehmen bietet die Rahmenvereinbarung den großen Vorteil, dass Angebote mit vergleichsweise geringerem Aufwand lokal angepasst realisiert werden können. Das bringt vor allem für öffentliche Unternehmen einen deutlichen Zeitgewinn, da nicht einzeln in jedem Unternehmen und für jedes Projekt erneut europaweit ausgeschrieben werden muss, meint der GdW. Die Vorlaufzeiten für Bauvorhaben werden dadurch wesentlich verkürzt.

Das serielle und modulare Bauen vereint darüber hinaus weitere Pluspunkte: Durch Vorfertigung von Bauteilen im Werk wird die Baustellenzeit vor Ort im Schnitt auf rund sechs Monate verkürzt, was den Nachbarschaften zugutekommt. Der Einsatz maschineller Vorproduktion ist eine Antwort auf den massiven Fachkräftemangel. Damit nur Angebote mit einer grundsätzlich hohen städtebaulichen und gestalterischen Qualität den Zuschlag erhalten, hat die Bundesarchitektenkammer im Auswahlgremium mitgewirkt. In der konkreten Umsetzung vor Ort sorgen darüber hinaus Planerinnen und Planer in Zusammenarbeit mit den Bauunternehmen für eine hohe Planungs- und Bauqualität. Ein ganz wesentlicher Vorteil bei Nutzung der Rahmenvereinbarung für alle Beteiliten ist die Planungssicherheit, Kalkulierbarkeit und Kostenstabilität über die gesamte Projektlaufzeit, die bei klassischer Vorgehensweise häufig Fehlanzeige ist.

Alle Infos zum Ausschreibungsverfahren und den Weg zu den Vergabeunterlagen finden Sie hier.

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(Bild: Pixels Hunter/Shutterstock.com)

Cyberkriminelle werben über Google Ads etwa mit gefälschten KeePass-URLs mit Punycode-Zeichen. Die beworbene Seite liefert Malware aus.

IT-Forscher von Malwarebytes haben eine Malvertising-Kampagne entdeckt, die bösartige Google Ads für den Passwort-Manager KeePass geschaltet hat. Die bösartige Werbung sei sehr überzeugend gewesen.

Screenshot der gefälschten Google-Ad
Die gefälschte Google Ad sieht täuschend echt aus. (Bild: Malwarebytes)

Wie die Virenanalysten von Malwarebytes in einem Blog-Beitrag [1] schreiben, haben die bösartigen Akteure einen dem eigentlichen Domain-Namen nachgeahmten internationalen Domain-Namen registriert. Der nutzt Punycode-Zeichen, um sich als vermeintlich echte KeePass-Webseite auszugeben. Punycode kodiert Sonderzeichen in URLs [2], von denen einige unserem lateinischen Alphabet ähneln. Der Unterschied zwischen den URLs sei derart subtil, dass er viele Menschen täuschen dürfte.

Nach dem Klick auf die Werbung landen Interessierte erst mal bei einem Dienst, der Sandboxen, Bots und alle, die nicht als potenzielle Opfer durchgehen, ausfiltert. Die Täter haben dazu eine temporäre Domain, die ebenfalls "keepass" als Namensbestandteil enthält, zwischengeschaltet, die die bedingte Umleitung zum endgültigen Ziel vornimmt.

Die Zielseite und die Domain sehen auf den ersten Blick überzeugend aus. Allerdings ist das "k" in der URL mit einem Punycode-Sonderzeichen kodiert. In der umgewandelten Anzeige ist ein Zusatz unter dem Buchstaben zu sehen, der einem Komma ähnelt. Den dürften viele übersehen oder etwa als Verschmutzung auf dem Monitor wahrnehmen.

Screenshot gefälschte URL/Webseite
Die gefälschte Webseite und URL sehen täuschend echt aus. Lediglich unter dem "k" der Domain findet sich ein Sonderzeichen. (Bild: Malwarebytes)

Die gefälschte Webseite ist keine exakte Kopie der Original-KeePass-Seite, sieht aber dennoch überzeugend aus. Wer dort KeePass herunterladen möchte, erhält einen bösartigen .msix-Installer, der eine gültige digitale Signatur von "Futurity Designs Ltd." trägt. Der Inhalt des Installers bringt neben echt aussehenden KeePass-Dateien ein Powershell-Skript mit, das den IT-Forschern zufolge zur FakeBat-Malware-Familie gehört. Es nimmt Kontakt zum Command-and-Control-Server auf, meldet dort das neue Opfer und lädt weitere Schadsoftware nach. Der Blog-Beitrag listet Indizien für eine Infektion (Indicators of Compromise, IOCs) auf, nach denen potenzielle Opfer Ausschau halten können.

Malvertising ist eine andauernde Bedrohung. Im April haben Online-Betrüger die Malware Bumblebee mit infizierten Installern verteilt [3], die auf ebenfalls täuschend echt aufgemachten, gefälschten Webseiten bereitstand. Auch da versuchten die Cyberkriminellen, mit echt aussehenden URLs Opfer zu täuschen. Anstatt Punycode nutzten sie jedoch Namensähnlichkeiten, etwa "appcisco.com".

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URL dieses Artikels:https://www.heise.de/-9339448

Links in diesem Artikel:[1] https://www.malwarebytes.com/blog/threat-intelligence/2023/10/clever-malvertising-attack-uses-punycode-to-look-like-legitimate-website[2] https://www.heise.de/ratgeber/Punycode-Umlaute-und-Sonderzeichen-in-Domainnamen-221512.html[3] https://www.heise.de/news/Malvertising-Bumblebee-Malware-in-trojanisierten-Installern-8977016.html[4] mailto:dmk@heise.de