Article note: #neuland + #dankeanke ;-)

Die Telekom plant, ISDN abzuschalten. Das Problem dabei: nicht alle können einen anderen Internetanschluss bekommen, weil das Netz in ländlichen Regionen so schlecht ausgebaut ist. Mein Bericht aus dem Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Hier ein paar Beispiele für die Ladezeiten bei 56kBit/s:

Bildnachweise:

  • Plenarsaal Bundestag von clareich (https://pixabay.com/de/photos/bundestag-regierung-politik-369049/), https://pixabay.com/de/service/license/
  • Schnecke von Jürgen Schoner (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Grapevinesnail_01.jpg), „Grapevinesnail 01“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode
  • Bildschirmaufnahmen von bundesnetzagentur.de, tagesschau.de und bundestag.de sind selbst angefertigt.

Article note: And again: "Respekt, Rezo!" #thumbsup
Rezo in seinem Video "Zerstörung der CDU"Rezos Video "Die Zerstörung der CDU" wurde mittlerweile über 16 Millionen Mal angesehen. Alle Rechte vorbehalten Screenshot: Youtube/Rezo ja lol ey

Die Deutsche Umwelthilfe zeichnet mit dem UmweltMedienpreis journalistische Leistungen zu den Themen Energiewende, Umwelt-, Natur-, Verbraucherschutz und Umweltgerechtigkeit aus. In diesem Jahr gewann Rezo den Preis in der Kategorie Online.

Der 18. Mai 2019 gleicht einer Zäsur. Der Youtuber Rezo veröffentlichte an diesem Tag ein 55 Minuten langes Video mit dem Titel „Die Zerstörung der CDU“. Dann wurde es auf vielen Ebenen interessant. Es wurde eine Woche, in der viele Menschen über 40 das erste Mal realisierten, dass es dieses Youtube gibt und das dort womöglich auch eine neue, in Teilen politische Öffentlichkeit entstanden ist, ohne dass man es in den vergangenen Jahren mitbekommen hätte.

Rezo hatte zwar als sogenannter Influencer bereits ein riesiges Publikum, er war aber zumindest dem politischen Berlin kaum bekannt. Wie eigentlich alle Youtuberinnen und Youtuber, außer den paar, die mal zu Promo-Zwecken von der Kanzlerin eingeladen wurden.

Youtube spielte aber bereits zwei Mal im netzpolitischen Diskurs eine größere Rolle. 2012 mobilisierten Youtuber ihr junges Publikum, um gegen das Anti-Piraterie-Abkommen ACTA auf die Strasse zu gehen. Wir freuten uns über die Unterstützung aus der Youtube-Welt, die 100.000 meist sehr junge Menschen bei Minustemperaturen auf die Strasse brachte. Schon damals war das politische Berlin überrascht, dass es eine Parallelwelt im Netz zu geben schien, wo sich junge Menschen eher informierten als im Fernsehprogramm ihrer Eltern und Großeltern.

Ein intelligenter Rant in Videoform

ACTA wurde verhindert und Youtube galt wieder sehr lange als unpolitisch. Parteien bemühten sich, irgendwie dort präsent zu sein. Die Zugriffszahlen bei Partei-eigenen Angeboten wie CDUTV ließen Parteistrategen aber ahnen, dass es dort nichts zu holen gab. Was aber vor allem mit den angebotenen Inhalten und nicht mit den Möglichkeiten zu tun hatte.

Rezo selbst fiel mir das erste Mal im März dieses Jahres auf. In der Debatte um sogenannte Uploadfilter im Rahmen der EU-Urheberrechtsreform hatte er ein interessantes Video mit dem Titel „Ich entlarve Propaganda zu Artikel 13“ aufgenommen. Das hat bisher 988.074 Aufrufe. Dort beschäftigte er sich mit den Spins der Urheberrechtsverschärfungslobby, die auf Unterstützung vieler Medien wie der FAZ zählen konnte, die ein gemeinsames wirtschaftliches Interesse hatten.

Das Video fand ich spannend: Er argumentierte gut und informiert und letztendlich war das in Videoform das, was wir viele Jahre als Blogger in Textform kommuniziert hatten: Es war ein Rant. In Videoform. Aber kein flacher Rant, sondern intelligent gemacht und mit viel Wut zwischen den Zeilen darüber, wie etablierte Medien vermeintlich neutral in die Debatte eingriffen, um ihre wirtschaftlichen Eigeninteressen als Allgemeinwohl zu vekaufen.

Zwei Monate später sah ich dann „Die Zerstörung der CDU“. Ich war beeindruckt. Das war ein noch besserer Rant, dazu 55 Minuten lang und über verschiedene Themen. Die Untätigkeit der regierenden Parteien bei der Bewältigung der Klimakrise spielte dabei die größte Rolle. Persönlich war ich etwas traurig, im Nachspann lesen zu müssen, dass das Thema Ausbau der Massenüberwachung leider aus Zeitgründen nicht umgesetzt wurde. Seitdem hoffe ich auf ein Nachfolger-Video.

Vor allem aber hatte Rezo ein kleines Meisterwerk geschaffen, das eindrucksvoll zeigte, wie man Videokultur dazu nutzen kann, einen politischen Standpunkt zu vertreten. Und dabei noch die Zuschauenden 55 Minuten lang am Bildschirm zu fesseln. Das Video ging wenige Tage durchs Netz und dann wurde es richtig interessant.

Der Resonanzboden wurde größer, weil die CDU als Regierungspartei vollkommen überfordert war, diese Kommunikationsform zu verstehen und das Video als das anzusehen, was es war: Ein Standpunkt, ein Meinungsbeitrag. Gut recherchiert und vor allem für jüngere Menschen in einer zeitgemäßen Art aufbereitet.

Auf einmal waren Klimathemen cool

Der neuen CDU-Parteivorsitzenden Annegret Kamp-Karrenbauer hatte niemand erklärt, dass im Kontext von Youtube das Wort „Zerstörung“ einen argumentativen Meinungsbeitrag meint, womit man einen klaren Standpunkt vertritt.

Was mich positiv überraschte: In der Kritik ging es vor allem um Stilfragen und eine Art Generationenkonflikt. Ältere Menschen aus Politik und Medien hatten wenig Verständnis dafür, was und wie er kommunizierte. Aber was nach vielen Überprüfungen durch Wissenschaftler und Journalisten klar wurde, und Rezo hatte es Faktencheckern mit einer langen Liste an Quellen auch einfach gemacht: Seine Ausführungen hielten einer Überprüfung stand. Vor allem bei den Klimafragen. Die CDU stand in Fragen des Umgangs mit der Klimakrise ziemlich blank da.

In Kombination mit den aufkommenden Protesten der Fridays-for-Future-Bewegung wurde „Die Zerstörung der CDU“ ein weiteres bedeutendes Puzzlestück in der Sensibilisierung und Mobilisierung vieler, vor allem junger Menschen gegen die Klimakrise. Klimafragen waren auf einmal cool, was auch an der Darreichungsform von Rezos Video und seiner Vermittlung lag. Die Wut vieler, vor allem junger Menschen fand eine weitere Kanalisierung über Greta Thunberg und die vielen Fridays-for-Future-Aktivistinnen und -Aktivisten hinaus.

Ein Schock ging durch das Willy-Brandt-Haus

Eine zeitlang versuchten CDU-Spindoktoren verzweifelt, Rezo irgendwelche Hintermänner und -frauen anzudichten. Aber egal, welchen Spin man versuchte, es klappte einfach nicht. Weil hier ein unabhängiger junger Mensch mit viel Überzeugung und Recherche auf seinem Kanal seinen Standpunkt deutlich und klar formuliert hatte. Durch die Reaktionen der CDU wurde es dann tatsächlich eine kleine Zerstörung. Die Regierungspartei sah ganz schön alt aus. Da freute sich noch die SPD, dass sie nicht ganz so schlimm wie die CDU in dem Video angegangen wurde, und vor allem geschickter und umarmender auf die Kritik einging.

Wenige Tage später konnte man dann deutlich fühlen, wie ein Schock durch das Willy-Brandt-Haus ging. Zusammen mit vielen anderen bekannten Youtube-Stars und Sternchen hatte Rezo einen Nicht-Wahlaufruf für die drei Regierungsparteien der Großen Koalition in Videoform aufgenommen. Und dieses Video zwei Tage vor der Europawahl veröffentlicht.

Sofort kamen wieder die gleichen Reaktionen: Darf der das überhaupt? Na selbstverständlich! Warum sollte es auch einen Unterschied geben, wenn Youtuberinnen und Youtuber gemeinsam einen Wahlaufruf formulieren, wenn doch Dschingis Khan für die CDU oder Günther Grass für die SPD mobilisiert?

Respekt, Rezo!

Was bleibt: Die CSU musste erstmal einen Mitarbeiter finden, der sich die Haare färbte, um auch cool und authentisch diesen Kanal bespielen zu können. Natürlich erstmal mit der Message, sich über Umweltaktivistinnen lächerlich zu machen. Inhaltlich haben sie „Die Zerstörung der CDU“ offensichtlich immer noch nicht verstanden.

Im Giftschrank wurde auch eine schnell produzierte Antwort verschlossen, auf die sich das halbe politische Berlin schon gefreut hatte: Hey Rezo, du alter Zerstörer! (Mimik und Gestik von Philipp Amthor kann ich leider nicht nachmachen.)

Aber vor allem ist geblieben, dass sich über 16 Millionen Menschen dank Rezo ausführlich mit der Klimakrise beschäftigt haben. Wahrscheinlich hat kein anderer Beitrag zum Thema in diesem Jahr für das Thema dieses Preises eine größere Öffentlichkeit geschaffen. Respekt, Rezo! Und herzlichen Glückwunsch zum UmweltMedienpreis in der Kategorie Online.


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Article note: #verygood2read #thx!

Recently, GitLab was publicly discussing an internal decision about hiring locations for some specific roles with responsibility for technical support for GitLab.com (GitLab’s SaaS service).

This discussion was sparked by GitLab’s growing SaaS customer-base because many customers have requested more limited administrator access to servers hosting customer-specific data. There was no specific security incident that caused this discussion, and no customer data has been compromised. Following GitLab's value of transparency, the team was working through the issue in a public forum. We realize this process may have confused or even offended some people.

Hiring as an all-remote company

GitLab is an all-remote company. We hire team members internationally, and we must create policies that align with security and legal regulations. This puts us in a unique position. Most companies simply open a job in an existing office location (for example, in San Francisco, London, Beijing, or any other city) and, by default, you will hire a resident of those cities for those roles. They would never have to write a policy that defines residency requirements for specific roles.

We wrote this proposal to clarify that instead of a few cities, we could hire for these few specific roles anywhere in the world except for China and Russia. In addition, we would continue to hire for all other GitLab roles in China and Russia, too. We continue our commitment to our team members and customers located in China and Russia, and we will continue to hire internationally for roles at GitLab.

GitLab has hundreds of roles, and this internal decision would only affect a few specific job roles for future hires that require administrator access to servers hosting sensitive customer-specific GitLab.com data to do their jobs.

This policy proposal has not been implemented yet, as discussions are continuing internally.

Why was this discussion public?

GitLab values transparency, and we run our business operations according to this value. We believe this transparency builds trust with our customers and team, encourages contribution and collaboration, and improves our efficiency and velocity. This means that we often discuss and iterate on processes and company policies in the open. As we experienced with our hiring policy discussion, transparency is often hard. Sometimes transparency exposes differences of opinions inside GitLab itself, not to mention outside of GitLab. As a position is formed, the process exposes differing opinions within GitLab itself as well as those within the community. When people then add to the argument with helpful (and sometimes hurtful) comments, it can seem chaotic. We don’t have it all figured out yet, but we think the upside of transparency is worth the struggle to enable and continue the highest level of transparency in our business.

These discussions are internal business discussions. At other companies, these discussions would likely happen behind closed doors among key stakeholders. It is highly unlikely that they would be posted on a public forum for all to read. But at GitLab, we try to conduct business operations in the open to the extent that we are able.

What prompted this discussion about hiring?

This particular discussion arose because the majority of GitLab.com’s SaaS customers come from the United States, where GitLab.com’s data resides, and, as our customer base is growing rapidly, we have seen more requests from customers to meet their individual security policies and requirements for tighter controls over who can access their sensitive data. Remember - customers are putting their source code (their intellectual property) into GitLab.com, and they require it to be safe. GitLab and its customers are continuing to mitigate cyber-security threats, and this was just one discussion among many discussions on how GitLab can put additional safeguards in place to meet customer security requirements.

Was GitLab really considering not hiring any Chinese or Russian nationals?

No. GitLab currently has employees in China and Russia and continues to hire in China, Russia and across 60+ countries and regions worldwide for the vast majority of roles. This discussion was always only about opening specific new roles at GitLab in China and Russia, in which administrator access to servers hosting customer-specific GitLab.com data (SaaS) is required.

GitLab does not discriminate against any nationality/citizenship in its hiring processes. This proposed policy was about residency requirements for these specific roles, because of the nature of the job responsibilities for these roles, and not nationality.

Today, there are no current GitLab employees in those specific roles that reside in China or Russia, so no current employees would be affected. This was only a discussion about whether to open new specific roles in these regions.

Also, GitLab continues to do business in China and Russia and currently has active customers in both China and Russia. GitLab’s business is limited by local laws as well as US laws and restrictions, as GitLab is a US-based company and must comply with US laws.

Why does residency matter to GitLab.com customers?

Residency matters for security reasons. Many customers who host sensitive company data in SaaS services (such as source code, and other sensitive intellectual property) prefer or require to have their data – and access to that data – reside in specific regions for legal and security purposes.

The majority of GitLab.com’s SaaS customers come from the United States, where GitLab.com’s data resides, and we have seen more requests from customers to have tighter controls over who can access that data.

In the future GitLab Inc. (or companies in which GitLab Inc. has an ownership stake) might run GitLab.com-type SaaS services for other parts of the world. For example, you might imagine separate GitLab SaaS instances with data residency in Europe, China or Russia which would have similar residency requirements to address the data access needs of customers in those regions.

Would this policy affect GitLab self-managed (on-premises) products or support?

No. This policy, if implemented, would only affect GitLab.com, GitLab’s SaaS service. This policy would NOT impact GitLab self-managed (on-premises) products or support. Self-managed products include any of the GitLab products that customers run on their own infrastructure and manage themselves.

How would a policy like this affect GitLab’s open source code or contributions to GitLab’s code?

Anyone of any nationality and residing in any region of the world can use GitLab’s open source products and open source code. We also welcome contributions from anyone of any nationality and residing in any region of the world.

Commitment to our values

GitLab strives to be inclusive in its hiring process. Along with transparency, diversity is one of our core values. We have valued team members that are based in China and Russia, and we will continue to hire in China and Russia. We also have hundreds of customers in China and Russia and will continue to do business with customers located in those countries. Once a decision has been made about this policy, we will update our public company handbook accordingly.