Kategorie: Lifestream
Ihr hattet ja sicher den Ransomware-Fall in den USA …
Ihr hattet ja sicher den Ransomware-Fall in den USA mitbekommen, mit der Pipeline.
Ihr werdet euch vielleicht gefragt haben, wieso eine Pipeline überhaupt von Ransomware betroffen ist. Die Steuersysteme irgendwo im Feld werden ja hoffentlich nicht am Internet hängen.
Nun, jetzt gibt es ein paar Details.
Erstens: Die Ransomware hat nicht die Pipeline-Operation betroffen sondern deren Rechnungswesen. Die Pipeline hätte ungehindert weiter operieren können, aber sie hätten die Daten nicht erheben können, wer wieviel abgenommen hat.
Zweitens: Die haben Lösegeld gezahlt und eine Entschlüsselungssoftware gekriegt, aber die war langsamer als ein Backup einspielen (Überraschung!!1!). Also haben sie lieber Backup eingespielt.
Drittens: Natürlich haben sie in die Kameras gelächelt und gelogen:
"Quickly after learning of the attack, Colonial proactively took certain systems offline to contain the threat. These actions temporarily halted all pipeline operations and affected some of our IT systems, which we are actively in the process of restoring," the company said.Eine glatte Lüge!
Auch erwähnenswert: Die US-Regierung, die ja wohl hoffentlich informiert gewesen sein wird, dass das eine Lüge war, hat als Notfall-Antwort nicht etwa der Pipeline-Gesellschaft einen Vogel gezeigt und den Hahn wieder aufgedreht, sondern sie haben die Sicherheitsregeln für Kraftstoff-Transport gelockert.
“Krawallnacht”: Eine Lawine aus Hass
Da sitzt er also, der Staatsfeind. Einer derer, die "bürgerkriegsähnlichen Zustände" in Stuttgart heraufbeschworen haben sollen, die sich "gegen die gesellschaftliche Grundordnung gerichtet" (Landesinnenminister Thomas Strobl, CDU) und "den Staat angegriffen" ("Stuttgarter Zeitung") hätten, in der "Nacht der Schande!" (Alice Weidel, AfD). Wegen ihnen ist Bundesinnenminister Horst Seehofer extra nach Stuttgart einflogen, um sich medienwirksam und empört vor dem Polizeiauto fotografieren zu lassen, das während der so genannten Stuttgarter Krawallnacht seine Scheiben verloren hat.
Der junge Mann, der selbige zerdeppert hat, sitzt bei seinem Anwalt in Stuttgart auf dem Ledersofa, ein freundlicher Kerl, gut erzogen, über der Maske dunkle Augen, die funkeln, wenn er lächelt, und manchmal älter wirken, als es dieser Junge mit seinen 19 eigentlich ist. Das vergangene Jahr hat ihn erwachsen werden lassen, wird er zum Ende des Gesprächs erzählen.
Er krempelt den Ärmel hoch und zeigt die Narben, die diese Sommer-Nacht hinterlassen hat. Da und da und da. Und da sei noch ein Stück Polizeiauto-Scheibe dringesteckt, er zeigt auf einen großen roten Fleck, fährt mit den Fingern am Arm herunter, "war alles voller Blut. Überall."
Keiner hat sich um die Jugend geschert
Der junge Mann war Angeklagter im ersten öffentlichen Prozess rund um die Ausschreitungen, die wochenlang internationale Medien, Politik bundesweit und eine Menge Rassisten beschäftigt hatte. Im Corona-Sommer 2020, in dem sich keiner auch nur einen Furz geschert hat um die Jugend, die plötzlich mit all der Power, die vor allem jungen Männern in der Brust sitzt, nichts mehr hatte außer Seuche am Hacken – kein Sportstudio, keine Freunde, keine Party, nur Eckensee mit Bier – verbotenerweise. Oder, wie im Fall des jungen Mannes, Jacky Cola. Die halbleere Dose hat er geworfen, grob in die Richtung, in der Polizisten standen. Sie ist dann im Flug an einem Verkehrsschild abgeprallt. Sein Anwalt Marc Reschke kann die Situation schön nachahmen: Er hebt den Arm – Dose fliegt, dann – döngl – Schild – dann plumps – Boden, der Anwalts-Arm schnellt nach unten. Versuchte gefährliche Körperverletzung, besonders schwerer Landfriedensbruch.