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Die Nationale Bildungsplattform stellt ein zentrales Projekt des Bundes dar, das die Digitalisierung im Bildungsbereich voranbringen soll. Laut Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Bildungsplattform das Ziel, eine „Meta-Plattform vernetzter digitaler Bildungsangebote“ zu schaffen. Sie soll „ein technisches und organisatorisches Ökosystem“ bieten, das sowohl bereits bestehende Lernsysteme der Bundesländer als auch Produkte neuer – kommerzieller wie nicht kommerzieller – Anbieter miteinander vernetzt. So soll ein übergreifender digitaler Lernraum mit Angeboten für Lernende, Lehrende und Institutionen entlang aller Abschnitte des lebenslangen Lernens entstehen. Nutzende sollen einen einfachen Zugang haben und in einer individualisierten Lernumgebung möglichst barrierefrei an Bildung teilhaben können.

Diesen und weitere Beiträge zur Nationalen Bildungsplattform jetzt nachlesen im Wikimedia-Politikbrief.

Damit ist ein äußerst ambitioniertes Projekt umrissen, das auch international seinesgleichen sucht. Welche Bedarfe im Bildungssystem genau mit der Plattform adressiert, welche konkreten Ziele verfolgt und wie genau diese umgesetzt werden sollen, ist bisher weitestgehend unbekannt. Doch bereits jetzt zeichnet sich ab, dass hinter der Ambition, eine rein technisch-regulative Infrastruktur zu schaffen, die höchst problematische Annahme steckt, es handele sich bei der Nationalen Bildungsplattform um eine neutrale Hülle, die es später mit pädagogischen Inhalten zum Leben zu erwecken gelte.

Aber es gibt keine neutralen Plattformen. Im Gegenteil: Plattformen sind grundsätzlich politisch, wie Michael Seemann in seinem aktuellen Buch „Die Macht der Plattformen“ zeigt. Demnach werden durch technische Festlegungen über Protokolle, Datenspeicherung, Algorithmen und Schnittstellen zu einem frühen Zeitpunkt Pfadentscheidungen getroffen, die u. a. die Weichen dafür stellen, welche Idee von Bildung und Lernen digital abgebildet kann und welche nicht.

Wie technische Entscheidungen Bildung steuern und Lernerfolge prägen

Im Falle der Nationalen Bildungsplattform ist zu erwarten, dass diese Entscheidungen beispielsweise vorgeben, wie Nutzer*innen Zugang zur Plattform erhalten, wie sie miteinander in Kontakt treten, welche Bildungs inhalte sie auffinden, verwenden und speichern können. In letzter Konsequenz erfolgt so eine grundlegende Vorentscheidung darüber, wie Lernen stattfinden kann, was Lernerfolge kennzeichnet, welche Formen von Bildung im Verlauf einer Lernbiografie als wertvoll anerkannt und welche als unwichtig aussortiert werden. Das lässt sich an zwei Beispielen veranschaulichen:

1. Top-down- vs. Bottom-up-Struktur

Wer entscheidet wie über die Auswahl der verfügbaren Inhalte auf einer Plattform, über die zugrunde liegenden Lernziele, Kompetenzmodelle und Lernpfade? Diese Frage wird im Grunde schon bei der Erarbeitung der sogenannten Governance-Struktur, die zukünftige Steuerungs- und Planungsprozesse festlegt, sehr früh im Projektverlauf beantwortet. Eine Plattform mit einer starken Top-down-Struktur, in der etwa Expert*innen-Gremien Inhalte definieren und in Kompetenzmodelle, Lernziele und -pfade gießen, geht implizit davon aus, dass Lernen ein gleichförmiger, linear steuerbarer Prozess ist: Das Ergebnis des Lernens und der Weg dorthin werden zentral festgelegt.

In einer communitybasierten Bottom-up-Governance-Struktur hingegen werden sowohl die zugrunde liegenden Regeln als auch die Inhalte kollaborativ erarbeitet – ganz ähnlich, wie es etwa in der Wikipedia der Fall ist. Sie geht von einem Lernprozess aus, der in produktiver Weise ergebnisoffen bleibt. Lernziel und -leistung können von den Lernenden selbst beeinflusst werden.

2. Formelle vs. informelle Lernleistungen

Eine weitere Vorentscheidung betrifft die Rolle der Zertifizierung innerhalb der Nationalen Bildungsplattform. Der u. a. durch die Universität Potsdam entwickelte Prototyp „Bildungsraum Digital“ sieht vor, dass Nutzende ihre Zertifikate und Ergebnisse von Prüfungen in einem Wallet (eine Art elektronische Brieftasche) ablegen und so ein Leben lang abrufen können. Während der Ansatz durchaus praktisch ist, nimmt die technische Entscheidung, Zertifizierung zum Kernelement der Bildungsplattform zu erheben, gleichzeitig eine Wertung vor. Was zertifizierbar ist, stellt einen Lernerfolg dar und nimmt somit direkten Einfluss darauf, was als Fortschritt auf dem Bildungsweg eines Menschen anerkannt wird.

Zweifellos birgt die digitale Zertifikatsverwaltung Potenziale. Allerdings besteht das Risiko ungewollter Nebeneffekte, durch die die ohnehin in Deutschland strukturell verankerte Vormachtstellung formeller Bildung weiter zementiert wird und alternative Lernprozesse abgewertet werden. Wie stünde es dann um die Anerkennung von Lernleistungen in nicht formellen Kontexten, wie sie etwa Wikipedianer*innen im digitalen Ehrenamt erbringen? Wie ließe sich das autodidaktische Erlernen einer Programmiersprache oder der selbst initiierte Erwerb kommunikativer und sozialer Kompetenzen im Umgang mit anderen Menschen erfassen? Solche Lehr-/Lernprozesse und -erfolge sowie Formen der Beurteilung ohne zertifizierte Abschlüsse laufen Gefahr, es nicht in die elektronische Brieftasche zu schaffen.

Diese Beispiele illustrieren die weitreichenden Folgen vermeintlich rein technischer Designentscheidungen. Die Nationale Bildungsplattform hat allein durch ihre Strukturierung einen erheblichen Einfluss darauf, wie lebenslanges Lernen verstanden und praktiziert wird. Damit kündigt sich schon zu einem frühen Zeitpunkt der Plattformentwicklung ein Spannungsfeld zwischen dem Neutralitätsversprechen der Nationalen Bildungsplattform und den gesellschaftspolitischen Implikationen für das demokratische Gemeingut Bildung an. Die Tragweite des Themas verlangt nach einer breit angelegten, öffentlichen Debatte verschiedener Interessensgruppen, die sich in einem transparenten Prozess über implizite Werte und Ziele sowie pädagogische Standards digitalen Lernens verständigen.

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Dort wo Menschen in ihrem beruflichen Alltag viel mit Bildern und Fotos arbeiten, bietet frei lizenziertes Bildmaterial ein enormes Potenzial: Lehrer*innen können damit freie Bildungsmaterialien erstellen, sogenannte Open Educational Resources; Journalist*innen können die Bilder frei für ihre Veröffentlichungen verwenden, ohne dabei Gebühren zahlen zu müssen. 

Obwohl es noch viele weitere Nutzungsmöglichkeiten für frei lizenzierte Bilder außerhalb der Wikimedia Projekte gibt, machen nur wenige Menschen davon Gebrauch. Vor einiger Zeit haben wir uns daher überlegt, wie wir den Nutzen frei lizenzierter Bilder für die Gesellschaft erhöhen und dazu beitragen können, dass mehr Menschen aus verschiedenen Bereichen diese im Rahmen ihrer Arbeit verwenden. Unsere Antwort lautet: picsome.

Was ist picsome?

Die neue Anwendung picsome ist eine Social-Bookmarking-Plattform, mit der frei lizenzierte Bilder von Wikimedia Commons und Flickr von den Nutzenden gesucht, gesammelt und verwaltet werden können. Damit wird frei lizenziertes Bildmaterial zugänglicher, leichter verwendbar und attraktiver. Welche Bilder über die Seite gefunden und gesammelt werden können, bestimmen dabei die Nutzenden selbst: in gemeinschaftlicher Arbeit gestalten sie die Sammlung und Kuration der Inhalte. Fünf Monate nach dem Start der geschlossenen Betaphase geht picsome nun als offene Betaversion erstmals live und kann auch ohne Registrierung getestet und verwendet werden. 

Was kann ich mit picsome machen?

picsome ist die technische Nachfolger des beliebten Lizenzhinweisgenerators und soll dessen Funktionalitäten in einem größeren Umfang verfügbar und auch für Bilder anderer Repositorien nutzbar machen. Die korrekte und lizenzkonforme Verwendung von freien Bildern wird von Nutzenden oft als kompliziert wahrgenommen und selbst Menschen mit Kenntnissen über freie Lizenzen berichteten uns, dass sie sich unsicher in Bezug auf mögliche Verwendungsmöglichkeiten und die Erstellung korrekter Lizenzhinweise fühlen. Dementsprechend lässt sich mit picsome – wie schon beim Lizenzhinweisgenerator – schnell und einfach ein solcher Lizenzhinweis für das jeweilige Bild erstellen, der dann für die jeweilige Veröffentlichung genutzt werden kann. 

Darüber hinaus können auf picsome Bilder, die auf Wikimedia Commons oder Flickr gehostet sind, gebookmarkt, in Sammlungen organisiert und mit anderen geteilt werden. Die Suche nach geeignetem Bildmaterial wird von den Nutzenden oft als sehr aufwändig wahrgenommen, unter anderem weil es inzwischen zahlreiche Plattformen gibt, auf denen frei lizenzierte Bilder in großer Zahl und unterschiedlicher Qualität angeboten werden. Alleine auf Wikimedia Commons finden sich mittlerweile über 80.000.000 Mediendateien. Hier soll picsome helfen, hochqualitative Bilder schneller zu finden, bzw. wiederzufinden und für die spätere Verwendung zu speichern. Die Sammlungen können dabei nicht nur alleine sondern auch kollaborativ mit anderen Nutzenden erstellt und bearbeitet werden. Und wer keine Lust hat, alle Bilder zu einem bestimmten Thema händisch in picsome zusammenzusuchen, kann nun mit einem Klick auch automatisch eine Sammlung erstellen lassen (Smarte Sammlungen). Sammlungen lassen sich teilen, beispielsweise mit Freund*innen oder Kolleg*innen – So lässt sich picsome beispielsweise auch als eine offene Galerie für die eigenen Lieblingsbilder nutzen. 

Die Nutzenden können nicht nur selbst Bilder hinzufügen, sondern auch Bilder, die von anderen hinzugefügt wurden durchsuchen, um sie zu sammeln oder zu verwenden. Die Suchfunktion basiert dabei auf Tags, die mit Wikidata-Items verknüpft sind und von den Nutzenden selbst zu den jeweiligen Bildern hinzugefügt werden.

Für wen ist picsome?

picsome richtet sich in erster Linie an Menschen, die in ihrer beruflichen Arbeit regelmäßig freie Inhalte erstellen und veröffentlichen und dafür auf hochqualitatives Bildmaterial angewiesen sind, z.B. in Bildungseinrichtungen wie Schulen und Hochschulen. Aber auch für Blogger*innen oder Journalist*innen, die oft mit Bildmaterial arbeiten ist die Plattform interessant. Ebenso richtet sich die Seite auch an Fotograf*innen, die ihre Bilder unter freier Lizenz auf Commons oder Flickr veröffentlichen und ein Interesse daran haben, dass sie verbreitet und nachgenutzt werden.

Was ist unser Ziel?

picsome soll zum ersten Anlaufpunkt für qualitative und lizenzkonform verwendbare Bilder werden. Deshalb möchten wir alle Interessierten einladen, picsome auszuprobieren und uns Feedback zu geben, um uns dabei zu helfen, die Anwendung noch besser zu machen. Wir freuen uns über Feedback in diesem Online-Fragebogen. Wer picsome gerne mit uns kennenlernen und uns eine direkte Rückmeldung geben möchte, kann hier einen Termin auswählen. Also: Spread the word und viel Spass beim Testen!

Gemeinsam können wir die beste Sammlung freier und qualitativ hochwertiger Bilder erstellen! 


Übrigens: Natürlich wurde picsome Open Source entwickelt, das heißt, dass die Software und Infrastruktur offen und frei zugänglich sind. Der gesamte Quellcode des Dienstes wird unter der Modified-BSD License (https://opensource.org/licenses/BSD-3-Clause) veröffentlicht. Der Code kann auf GitHub (https://github.com/wmde/picsome) eingesehen, heruntergeladen und anschließend verändert und neu veröffentlicht werden.

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Geschafft! Die Potsdamer:innen haben das Bürgerbegehren umfänglich unterschrieben. Die Initiator:innen des Mietendeckelbegehrens möchten sich bei allen Mitbürger:innen bedanken, die unterschrieben haben und bei denen, die geholfen haben die notwendigen Unterschriften zu sammeln. DANKE!

Heute um 15.00 Uhr erfolgte die Übergabe der 9 Aktenordner mit den insgesamt 17.322 Unterschriften an den Wahlleiter. Nun wird geprüft, wie viele dieser Unterschriften gültig sind und ob das Quorum erreicht wurde. Die Initiator:innen des Bürgerbegehrens für einen Mietendeckel im städtischen Wohnungsbestand sind zuversichtlich.

Wir informieren natürlich über das weitere Vorgehen.

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